Beiratswahlen in Bremen

Viele Wünsche für Oberneuland

In der kommenden Legislaturperiode des Beirats Oberneuland stehen etliche Vorhaben im Stadtteil an. Welche davon sind den Parteien am wichtigsten? Wir haben dazu die vier Beirats- Spitzenkandidaten befragt.
01.05.2019, 12:19
Lesedauer: 4 Min
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Viele Wünsche für Oberneuland
Von Detlev Scheil
Viele Wünsche für Oberneuland

Ein Langzeitthema in Oberneuland: die Mühlenfeldstraße und der Tunnel – der Tunnel ist fertig, die Straße noch nicht.

Petra Stubbe

In der kommenden Legislaturperiode des Beirats Oberneuland stehen etliche Vorhaben im Stadtteil an. Welche davon sind den Parteien am wichtigsten? Der STADTTEIL-KURIER hat dazu die vier Spitzenkandidaten für die Beiratswahl befragt.

Welches sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten drei Projekte in Oberneuland für die nächsten Jahre?

Tamina Kreyenhop (CDU): Erstens müssen wir unsere Infrastruktur instand setzen und verbessern. Dies betrifft Kita- und Schulplätze, den maroden Zustand von Straßen und Wegen, den ÖPNV, aber auch die Kanalisation, die fortschreitender Bebauung nicht standhält. Zweitens die Bildung des Ortszentrums und drittens die Bebauung vom Mühlenfeld unter Berücksichtigung von Denkmalschutz und umliegender Bebauung.

Wolfgang Rohdenburg (SPD): Unser wichtigstes Ziel ist es in Oberneuland eine starke Bürgerbeteiligung zu erreichen. Auf dieser Basis sind das unsere drei wichtigsten Projekte für die nächsten Jahre: erstens, eine sinnvolle Bebauung des Mühlenfeldes; zweitens ein vierzügiger Ausbau der Grundschule Oberneuland für den Ganztagsbetrieb inklusive einer Mensa und Differenzierungsräumen; drittens weitere Geschwindigkeitsreduzierungen auf Tempo 30, unter anderem zur Schaffung sicherer Schulwege.

Bernd Richter (FDP): Ein ausreichendes Angebot an Kitas und Schulen in unserem Stadtteil. Auch für Oberneuland muss gelten: gute Ausstattung, mehr Lehrkräfte und eine höhere Leistungsorientierung. Zweitens, moderne Mobilitätskonzepte müssen auch Oberneuland einschließen. Hierzu gehören Sharing-Angebote, ein funktionierender ÖPNV sowie die dringend notwendige Instandsetzung unserer Verkehrswege, einschließlich der Mühlenfeldstraße. Drittes, eine auf den Bedarf und den Charakter Oberneulands abgestimmte Bauleitplanung. Bei Neubauvorhaben ist ein ausgewogenes Wohnungsangebot für alle Bevölkerungsgruppen sicherzustellen.

Cemal Kocas (Grüne): Die drei wichtigsten Projekte in Oberneuland sind die Sanierung/Instandhaltung der Mühlenfeldstraße und die Neugestaltung des nördlichen Teils der Mühlenfeldstraße. Hinzu kommt die Verkehrsberuhigung auf Teilen der Rockwinkeler Heerstraße, der gesamten Oberneulander Landstraße sowie der Kreuzung Apfelallee/Oberneulander Heerstraße. Des Weiteren hat die Einführung der Ganztagsbetreuung in der Grundschule und Oberschule Oberneuland sowie die Versorgung von Kindern von null bis drei Jahren und für Kindergartenkinder Priorität.

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Wie stehen Sie zu einem Abriss des alten Ortsamts, des Feuerwehrgebäudes und der Turnhalle, um auf diesem Areal die Schulerweiterung zu ermöglichen und ein neues Ortszentrum mit Bürgertreff zu schaffen?

Tamina Kreyenhop (CDU): Wir wollen ein Ortszentrum, gerne auch unter Weiternutzung des Ortsamtgebäudes. Die Feuerwehr kommt in der engen Mühlenfeldstraße schlecht weg. Da geht wichtige Zeit verloren. Eine Schulerweiterung dort birgt viele Synergien. Der Schulhof bliebe trotz wachsender Schülerzahl erhalten, eine neue, bedarfsangepasste Turnhalle würde nicht ständig wegen Schimmelbefall und Heizungsausfall geschlossen. Der an das Gelände angrenzende Elefanten-Kinderkreis könnte die dringend gebrauchten U 3-Räume anbauen, die Mensa könnte von Kindergarten und Schule gemeinsam genutzt und außerdem für Veranstaltungen von Beirat, Vereinen oder auch als Bürgertreff bereitstehen.

Wolfgang Rohdenburg (SPD): Eine Schulerweiterung in Richtung der alten Feuerwache befürworten wir und werden sie vorantreiben. Hierzu unterstützen wir auch den Bau einer neuen Feuerwache neben der Einfahrt zur Bahnunterführung Franz-Schütte-Allee.

Bernd Richter (FDP): Nachdem der letzte Tunnel im Mai für den Verkehr freigeben wird und der neue Vollsortimenter entsteht, wird es Zeit, dass die ehemalige Ortsmitte wieder zum Leben erweckt wird. Dazu gehört für uns die Neuordnung im Bereich des jetzigen, nicht mehr zeitgemäßen Ortsamtes. So können gleich mehrere dringende Anliegen umgesetzt werden: Schulerweiterung, bürgernahes Ortsamt/Bürgertreff, Feuerwehr am richtigen Standort.

Cemal Kocas (Grüne): Wir fordern den Um- und Ausbau des alten Ortsamtsgebäudes zu einem neuen generationsübergreifenden Kultur- und Bildungszentrum für Bewohner und Bewohnerinnen, Künstler und Künstlerinnen und Vereinen aus dem Stadtteil. Es ist aus ökologischen Gründen zu prüfen, ob durch Aus- und Umbau der vorhandenen Turnhalle und dem Feuerwehrgebäude die räumlichen Bedarfe der Grundschule gedeckt werden können.

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Müssen die Belange von Senioren in Oberneuland mehr in den Fokus gerückt werden – zum Beispiel auch hinsichtlich der Barrierefreiheit und der Versorgung mit Ärzten?

Tamina Kreyenhop (CDU): Barrierefreiheit betrifft vor allem Senioren und Kleinkinder, die Ärzteversorgung alle Oberneulander. Wir fordern daher Herstellung und Ausbau der Rad- und Fußwege, Sitzmöglichkeiten an Bushaltestellen und entlang von Straßen. Wir hätten gerne mehr Ärzte mit Kassenzulassung. Dies betrifft Haus- wie Fachärzte. Wächst die Bevölkerung, muss es auch mehr Kassensitze geben.

Wolfgang Rohdenburg (SPD): Die Belange von Senioren in Oberneuland müssen im Sinne „eines Stadtteils für alle“ auf folgenden Wegen in den Fokus gerückt werden: Schaffung eines Bürgerhauses für Alt und Jung, Stärkung der Gemeinschaft in Oberneuland indem Schulen, Kindergärten, Vereine, Seniorenheime und andere Institutionen besser als bisher vernetzt werden. Organisation weiterer Stadtteilfeste für Jung und Alt in Kooperation mit den verschiedenen Akteuren im Stadtteil. Schaffung von altersgerechtem und bezahlbarem Wohnraum. Ein gleichberechtigtes barrierefreies Miteinander aller Verkehrsteilnehmer. Für die Belange der Senioren steht zudem der Seniorenbeauftragte des Beirates Oberneuland Gerd Dragheim (SPD) zur Verfügung.

Bernd Richter (FDP): Der Altersdurchschnitt liegt in Oberneuland rund vier Jahre über dem Bremens. Gerade unsere älteren Mitbürger sind häufig mit ihren großen Häusern und Grundstücken überfordert, wollen aber gerne in „ihrem“ Stadtteil wohnen bleiben. Für diese Bevölkerungsgruppe fehlt es an einem entsprechenden Angebot an altersgerechten und zentral gelegenen Eigentums- und Mietwohnungen mit entsprechender Infrastruktur.

Cemal Kocas (Grüne): Der Stadtteil Oberneuland erlebt durch den Zuzug von jungen Familien einen demografischen Wandel. Allerdings muss für die älteren Bewohner und -innen Oberneulands ein barrierefreies Leben mit angemessener Mobilität sichergestellt werden. Hierzu zählt auch die Einführung von Unterstützungsangeboten wie Einrichtungen für betreutes Wohnen. Zudem muss insbesondere eine bessere ärztliche Versorgung in den Bereichen Mühlenfeldstraße sowie dem Kreuzungsbereich Apfelallee gewährleistet werden.

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