Wie der Maler Zoppe Voskuhl die Welt verfremdet

Oberneuland. Der Künstler Zoppe Voskuhl lebt seit 1995 in Berlin. Zu Bremen hat der gebürtige Friese aber nach wie vor ein besonderes Verhältnis. Nicht nur, dass er in den 1980er-Jahren in der Hansestadt lebte, er hat an der Weser viele Freunde und kommt immer wieder gerne zu Besuch. Jetzt hatte er mit der Eröffnung seiner Ausstellung in der Galerie Mönch einen guten Grund, um Oberneuland eine Visite abzustatten.
17.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Wie der Maler Zoppe Voskuhl die Welt verfremdet
Von Andreas D. Becker

Oberneuland. Der Künstler Zoppe Voskuhl lebt seit 1995 in Berlin. Zu Bremen hat der gebürtige Friese aber nach wie vor ein besonderes Verhältnis. Nicht nur, dass er in den 1980er-Jahren in der Hansestadt lebte, er hat an der Weser viele Freunde und kommt immer wieder gerne zu Besuch. Jetzt hatte er mit der Eröffnung seiner Ausstellung in der Galerie Mönch einen guten Grund, um Oberneuland eine Visite abzustatten.

"Ich mag Bremen und habe vor 18 Jahren hier schon ausgestellt", erzählt Zoppe Voskuhl am Rande der Vernissage. Diesmal sind noch bis zum 17. April Ölbilder zu sehen, die der Künstler selbst als "Neubilder" bezeichnet. Das Werk des 56-Jährigen gliedert sich in drei Bereiche: die sogenannten Rüdi-Bilder, die mit teilweise fantastischen Motiven und expressiver Farbgebung um eine gnomhafte Kunstfigur, den Rüdi, kreisen. Außerdem entstehen Braunbilder und eben Neubilder.

"Die Neubilder beschäftigen sich mit klassischen Themen und versuchen, der klassischen Malerei neue Aspekte abzugewinnen", sagt der Künstler. Im Mittelpunkt dieser Werkgruppe steht immer der Mensch, es gibt aber auch Landschaften und Blumen, die Zoppe Voskuhl ganz unterschiedlich abbildet.

Teilweise verwendet er dabei kräftige, ja grelle Farben. Andere Bilder sind hingegen betont dunkel und sogar blass gehalten. Es gehe ihm darum, traditionelle Malweisen zu benutzen, ohne dabei in Klischees abzugleiten, sagt er. "Figuren sind mein Thema, weil sie immer spannende Geschichten erzählen", so Voskuhl zu seinem künstlerischen Ansatz. Seine Bilder entstehen in der Regel in einem längeren Prozess.

"Zuerst kommt ein grober Entwurf, das dauert ein bis zwei Tage. Dann kommt das Bild erstmal wieder weg und wird später immer wieder überarbeitet", sagt der Wahl-Berliner. Die Einflüsse seiner Umgebung seien dabei eher gering. Laudator Dieter Begemann sagte in seiner Einführung, dass der Künstler in seinen Bildern von Menschen und ihrer Welt erzähle. Gerade die Neubilder erzählten alte Geschichten mit der künstlerischen Sprache von heute. Neben der gekonnten Bildkomposition hob er die phantastischen und teilweise entfremdenden Elemente der Bilder hervor. Dies könne auch nur die Verwendung einer bestimmten Farbe sein, etwa ein kräftiges Türkis.

Charakteristisch für die gezeigten Arbeiten sind ruhige Situationen, manche erinnern an Stilleben. Gemeinsam mit den Rüdi-Bildern ist ihnen, dass sich die menschlichen Figuren durch einen kleinen Kopf und überlange, dünne Gliedmaßen auszeichnen. Auch darin, so Begemann, zeige sich der teilweise absurde Humor des Künstlers und seine Tendenz zur Verfremdung der realen Welt.

Die Ausstellung mit Ölbildern von Zoppe Voskuhl ist in der Galerie Mönch, Oberneulander Landstraße 153, bis zum 17. April zu sehen. Öffnungszeiten: sonntags von 16 bis 19 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 256652.

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