Fällungen in Habenhausen 'eine Nummer zu viel' Behörde stellt Fehlverhalten fest

Habenhausen. Über die Zukunft von acht Pappeln am Habenhauser Deich ist in der vergangenen Woche unwiderruflich entschieden worden - sie wurden gefällt. Ob und welche Konsequenzen sich daraus für den Bauträger des 'Deichland'-Projekts, das Bremer Wohnbauunternehmen Rausch, ergeben, soll jetzt von der Umweltbehörde geprüft werden.
03.03.2010, 17:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Meyer

Habenhausen. Über die Zukunft von acht Pappeln am Habenhauser Deich ist in der vergangenen Woche unwiderruflich entschieden worden - sie wurden gefällt. Ob und welche Konsequenzen sich daraus für den Bauträger des 'Deichland'-Projekts, das Bremer Wohnbauunternehmen Rausch, ergeben, soll jetzt von der Umweltbehörde geprüft werden.

Außer den acht gefällten Bäumen wurden vier weitere soweit gestutzt, dass sie ohne Krone dastehen. Zwar wurden die Pappeln im Februar und somit in der vorgeschriebenen Frist für Baumfällarbeiten, gefällt und gekappt. Dennoch wurde unter Anwohnern und Umweltverbänden Kritik laut, weil im Bebauungsplan für das Gelände der Erhalt der Bäume vorgesehen ist.

Am vergangenen Montag begutachtete Hans-Werner Blank, Leiter des Referats Landschaftsplanung bei der Umweltbehörde, mit einem Kollegen das Gebiet am Habenhauser Deich. Nach der Begehung kam er zu dem Schluss: Es wurde 'eine Nummer zu viel' gefällt.

Es sei ersichtlich, dass auf dem Baugebiet stärker ausgedünnt wurde, als es der Bebauungsplan 2372 vorsieht. In diesem heißt es, dass 'der Gehölzbestand parallel zum Deich dauerhaft zu erhalten' sei.

Die Einschätzung der Umweltbehörde dürfte die Kritiker des Bauvorhabens freuen. Vergangene Woche äußerten sie Unverständnis für die Rodungen am Bunnsackerweg. Für sie ist klar, dass die Firma radikaler vorgegangen ist, als sie es durfte. Auch der Naturschutzbund (Nabu) und der BUND hatten scharfe Kritik geübt, der Nabu sprach gar von 'Baumfrevel'.

Konsequenzen noch unklar

Hans-Werner Blank von der Umweltbehörde bestätigt den Vorwurf der Naturschützer indirekt. Es sei nicht nur über das geplante Maß hinaus gefällt worden. 'Einige Bäume wurden auch nicht fachgerecht zurückgeschnitten', so Blank.

Welche Konsequenzen sich daraus aber für die Baufirma Rausch ergeben, kann Blank noch nicht sagen. 'Wir müssen schauen, was akzeptabel ist und was nicht.' Der Vorfall werde in der Behörde weiter bearbeitet, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren sei nicht ausgeschlossen. Zuvor soll jedoch die Baufirma noch einmal zu den Vorwürfen Stellung nehmen können, kündigte Blank an.

Dieter Rausch, Geschäftsführer des gleichnamigen Wohnbauunternehmens, will die Ergebnisse der Ortsbegehung der Umweltbehörde noch nicht bewerten. 'Das ist eine neue Situation, mit der man jetzt umgehen muss', sagte er. Bevor er das Ergebnis der Ortsbegehung kommentiere, wolle er erst einmal eine schriftliche Stellungnahme der Behörde abwarten. Unterdessen beruft er sich weiter auf ein Gutachten, dass die gefällten Bäume als 'nicht ökologisch wertvoll' ausweist. Dieses Argument sei ausschlaggebend für die Rodungen gewesen.

Die Entscheidung, ob das Wohnbauunternehmen für die Ausdünnung am Habenhauser Deich eine Strafe zahlen muss, soll laut Umweltbehörde so schnell wie möglich gefällt werden. Eine genauere Zeitangabe wollte Bianca Urban vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr aber nicht machen. 'Wir versuchen, so schnell wie möglich einen guten Weg zu finden.' Dazu gehöre natürlich, einen Gesprächstermin mit Vertretern der Baufirma zu vereinbaren. Details, ob und welche Sanktionen verhängt werden könnten , wollte Urban nicht nennen. Eventuell könne man die Sachlage in der kommenden Woche besser beurteilen.

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