Stadtteilpolitiker wollen Altenheim schützen Beirat will Tempo-Flickenteppich wie am Osterdeich vermeiden

Vor der Grundschule abbremsen und am Altersheim wieder Gas geben? Das will der Beirat Obervieland an der Alfred-Faust-Straße verhindern.
11.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel

Wer in Kattenturm vom Bürgerhaus Gemeinschaftszentrum Obervieland auf der Alfred-Faust-Straße Richtung Sparkasse mit dem Auto unterwegs ist, fährt Tempo 30. Auf dem Straßenabschnitt zwischen Sparkasse – vorbei an mehreren sozialen Einrichtungen wie einer Schule, zwei Kitas und einem Seniorenwohnheim – hin zur Dreyer Straße gilt jedoch momentan noch Tempo 50. Das zu ändern und durch eine Tempobeschränkung für mehr Sicherheit vor den Sozialeinrichtungen zu sorgen, versucht der Beirat Obervieland bereits seit Jahren – bislang vergeblich.

Eine neue Chance könnte nun die bereits an anderen Stellen in der Stadt umgesetzte Neuerung der Straßenverkehrsordnung sein. Denn mittlerweile ist Tempo 30 vor sensiblen Einrichtungen prinzipiell erlaubt, sollten keine gravierenden Gründe dagegen sprechen.

Deswegen hat den Beirat kurz vor Jahresende ein Vorschlag vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) erreicht, eine 330 Meter lange Tempo-30-Strecke vor der Grundschule zwischen Wilhelm-Holzmeier-Straße und der ersten Abzweigung zur Wischmannstraße einzurichten. Das Problem aus Sicht des Verkehrsausschusses, der sich mit dem Thema befasst hat: Auf Tempo 50 beschleunigen könnten die Autofahrer dann wieder direkt vor dem Seniorenwohnheim Stadtteilhaus Kattenesch.

„Wir können keinen Flickenteppich wie am Osterdeich gebrauchen, das verwirrt die Autofahrer nur und erhöht nicht die Sicherheit“, sagte Gerd Schmidt (CDU). Auch Ausschusssprecher Rolf Noll (Grüne) kritisierte den Vorschlag als unzureichend: „Wir wollen, dass auf der Straße ein gleichmäßig fließender Verkehr möglich ist – ohne die Tempo-50-Abschnitte dazwischen, damit kommen die Verkehrsteilnehmer nicht klar.“

Ralf Sager (SPD) rechnete vor, dass der komplette Abschnitt zwischen Sparkasse und dem Kreisel zur Dreyer Straße mit Tempo 30 beschildert werden könnte, wenn für jede der sozialen Einrichtungen an der Strecke der vorgesehene 300 Meter-Schutzabschnitt mit Tempo 30 berücksichtigt werden würde. Alles Argumente, die dazu geführt haben, dass der Verkehrsausschuss einstimmig den Vorschlag des ASV abgelehnt hat. Stattdessen fordert der Beirat die Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) auf, für den gesamten Abschnitt zwischen Theodor-Billroth-Straße (Sparkasse) und Kreisel im Übergang zur Dreyer Straße Tempo 30 einzurichten, und damit auch das Altenheim zu schützen.

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