Klasse 7E der Oberschule Habenhausen gewinnt Plakatwettbwerb des Überseemuseums Der Eisbär steht für Klimawandel

Habenhausen. Sie haben sich selbst die Daumen gedrückt, und es hat geholfen. Mit ihrem Entwurf für den Plakatwettbewerb des Überseemuseums haben sieben Schülerinnen und Schüler der Klasse 7E der Oberschule Habenhausen den ersten Preis geholt. "Wir freuen uns sehr darüber, dass wir gewonnen haben, und es hat viel Spaß gemacht zu malen", so die Reaktion der zwölfjährigen Mirja Schwede und ihrer Mitschüler.
07.03.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von VOLKER ALTHOFF

Habenhausen. Sie haben sich selbst die Daumen gedrückt, und es hat geholfen. Mit ihrem Entwurf für den Plakatwettbewerb des Überseemuseums haben sieben Schülerinnen und Schüler der Klasse 7E der Oberschule Habenhausen den ersten Preis geholt. "Wir freuen uns sehr darüber, dass wir gewonnen haben, und es hat viel Spaß gemacht zu malen", so die Reaktion der zwölfjährigen Mirja Schwede und ihrer Mitschüler.

Die Aufgabenstellung war nicht ohne und ziemlich anspruchsvoll. Vier Schulklassen aus Bremen und Niedersachsen sollten sich mit den sieben zentralen Themen der aktuellen Ausstellung "Erleben, was die Welt bewegt" auseinandersetzen und ein Plakat entwerfen. Neben der 7E aus Habenhausen beteiligten sich die Klasse 8w der Oberschule Findorff, die 10a des Förderzentrums Dudweiler Straße und die 9f des Ubbo-Emmius-Gymnasiums Leer.

Das Plakat der 7E hat die Jury am meisten überzeugt. "Der Ausstellungstitel ist vorhanden, und es ist deutlich zu erkennen, worum es geht", begründet Anka Bolduan, Jurymitglied und Leiterin für Bildung und Vermittlung im Überseemuseum, die Entscheidung. Themen wie Klimawandel, Zeit, Sex und Gender, Kommunikation, Menschenrechte, Migration und Weltwirtschaft haben die sieben Schülerinnen und Schüler in ihrem Beitrag zeichnerisch umgesetzt. Im Zentrum steht die Welt als Globus, natürlich ist Bremen eingezeichnet, und ringsum im Kreis stehen bunt bemalte kleine und große Menschen, die sich an den Händen halten.

Warme Farben für die Frauen

Die Idee hierzu ist in der Gruppe entstanden, wie der zwölf Jahre alte Tammo Vroom aus Arsten beschreibt: "Wir haben uns zusammengesetzt und zu jedem Thema überlegt, was wir malen könnten." Ein Eisbär, der mitten auf einer Scholle im Globus sitzt, steht für Klimawandel. Strichmännchen mit rot-, gelb- und grünbemalten Dreiecken stellen Mädchen und Frauen dar. "Wir haben sie mit warmen Farben ausgemalt", erklärt die dreizehnjährige Pia-Sophie Wolter aus Habenhausen. Jungs und Männer sind dagegen in kaltem Blau und dunklem Grün ausgezeichnet. "Damit wollten wir den Unterschied zwischen den Geschlechtern zeigen. Wir haben die Menschen ganz einfach gezeichnet, so kann man sie am besten auf dem Plakat erkennen", sagt Nora Siri Ruthke (13) aus Arsten.

Als Symbol für Menschenrechte stehen Rollstuhlfahrer und Namensschilder mit dem Wort Freiheit, das sie in verschiedenen Sprachen wie "Freedom", "Libertad" sowie "Liberte" übersetzten. "Behinderte wie Nichtbehinderte haben alle gleiche Rechte", erläutert Nora Siri Ruthke.

Auch bei dem Thema "Migration" waren die Schüler sehr kreativ. "Frankreich ist zum Beispiel durch ein Strichmännchen mit Baguette in der Hand vertreten", erläutert Robin Wolter (13) aus Habenhausen. Ein aktuelles Thema, das wie alle anderen Beiträge auch die Zukunft beherrschen wird, wie Mirja Schwede aus Habenhausen meint: "Auch in 20 Jahren werden die Menschen darüber reden." Gesprächsstoff, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht weiterhin intensiv beschäftigen werden. "Man macht sich jetzt schon Gedanken darüber, wie die Welt in 50 Jahren aussehen wird", sagt Tammo Vroom. Ein genaues Bild davon gibt es nicht, dafür aber das Siegerplakat der 7E, das im Überseemuseum aushängt.

Die Gewinner bekamen als Preis eigens angefertigte Postkarten, die mit ihrem Motiv bedruckt sind. "Rund 300 Karten haben sie bekommen. Dazu haben wir alle Schulklassen, die sich an der Aktion beteiligten, mit einer eigenen Ausstellung im Museum gewürdigt", sagt Anka Bolduan. Einen Trostpreis bekam Bente Mensen aus der 8w der Oberschule Findorff. Er belegte den zweiten Platz, während seine Mitschülerin Mallina Mittelmann sich über den dritten Platz freuen durfte. Auch sie erhielt Bücher zu den Themen der Ausstellung. Auf diese Weise will die Museumspädagogin vermehrt junge Schüler erreichen. "Für Jugendliche ist es wichtig, eine Form zu finden, wie sie ein Thema präsentieren und es in der Öffentlichkeit, zum Beispiel im Museum, vorstellen können", meint Bolduan.

Kunstlehrerin Martina Ohlrogge, die die 7E während der Aktion begleitet hat und sich mit ihren Schülern über den ersten Platz freut, hält die Präsentation für gelungen: "Es ist eine andere Auseinandersetzung, die Themen in Bildform zu bringen anstatt sie in Textform oder im Gespräch in der Schulstunde. Das bleibt in den Köpfen der Schüler hängen und wirkt nachhaltig." So dachten einige Schüler weiter und hatten Ideen, was sie mit den Postkarten machen wollen. Tammo Vroom guckt über Bremens Grenzen hinaus: "Vielleicht können wir unsere Karten an Menschen in aller Welt verschicken und Kartenfreundschaften aufbauen." Niklas Voigt (13) aus Kattenturm denkt an Werbung für das Museum: "Wir können die Karten an Verwandte und Freunde schicken, damit viele Menschen sich die Ausstellung angucken und Gedanken machen können, was die Welt bewegt."

Die Ergebnisse des Plakatwettbewerbs zur Ausstellung "Erleben, was die Welt bewegt" ist bis zum 1. Mai im Überseemuseum zu sehen . Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 10 bis18 Uhr. Bis April ist das Überseemuseum dienstags bis 21 Uhr geöffnet.

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