Mehr Geld für Projekte

Jugendarbeit setzt auf neue Fördertöpfe

Zu wenig Geld für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – das beklagen viele Stadtteilpolitiker und Einrichtungen in Bremen. Nun gibt es neue Hoffnung und mehr Geld vom Bremer Senat.
20.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel
Jugendarbeit setzt auf neue Fördertöpfe

Leandro kommt gerne in den Funpark. Der Achtjährige und seine Spielkameraden hoffen darauf, dass für Kinder, die unter zwölf Jahre alt sind, bald ein neues Projekt in der Jugendeinrichtung angeboten werden kann.

Roland Scheitz

Bremen Süd. Die Kinder- und Jugendfarm Habenhausen, die Zirkusschule Jokes und der Funpark Obervieland – sie alle haben eines gemeinsam: Wie viele weitere offene Angebote für Kinder und Jugendliche in der Stadt kommt das öffentliche Fördergeld für ihre Arbeit nur aus dem Stadtteil, in dem sie beheimatet sind. Die Kinder und Jugendlichen, die ihre Angebote nutzen, kommen dagegen aus vielen Stadtteilen.

Seit Jahren versuchen Stadtteilpolitiker und die betroffenen Jugendeinrichtungen, das zu ändern. Damit nicht jedes Jahr aufs Neue das Geld zu knapp wird, das rein für die Bedürfnisse der Kinder im eigenen Stadtteil berechnet wurde. Die zwei neuen und kürzlich erstmals befüllten Fördertöpfe für stadtteilübergreifende Jugendarbeit sollen nun Abhilfe schaffen. Im Bremer Süden könnten einige Einrichtungen davon profitieren.

„Wir haben einen Antrag eingereicht, weil wir definitiv stadtteilübergreifend arbeiten“, sagt Sven Witte. Der Leiter des Funparks der Arbeiterwohlfahrt in Kattenturm hat mittlerweile einen guten Überblick, woher seine jungen Besucher und Besucherinnen kommen. Natürlich aus Obervieland, aber viele kommen auch aus der Neustadt, aus dem Viertel, Hastedt, Huchting oder Tenever in den Funpark. Wegen der Corona-Pandemie herrscht derzeit nur eingeschränkter Betrieb auf der Anlage und alle jungen Besucher müssen ihre Adressen hinterlassen. „Im Sommer, wenn es vor Corona immer sehr wuselig war, konnten wir die Adressabfrage mit den wenigen Leuten nicht leisten“, sagt Witte. Er hofft durch die neuen Fördertöpfe auf Verbesserungen.

Für das restliche Jahr 2020 sind dort noch 350 000 Euro im Haushalt eingeplant. 150 000 Euro für allgemeine Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit und 200 000 Euro speziell für Bewegungs- und Sportangebote. Jeweils die doppelten Summen sind für das Jahr 2021 in Aussicht gestellt worden, der Haushalt ist allerdings noch nicht verabschiedet. Erst danach wird Sicherheit herrschen. „Aus unserer Sicht gibt uns das die Chance auf personellen Zuwachs, den wir dringend brauchen“, beschreibt Witte die Hoffnung, die er in den eingereichten Antrag legt.

Immerhin sei das zusätzliche Fördergeld des Senats die Möglichkeit für den Funpark, „auch den Kindern unter zwölf Jahren besser gerecht zu werden und für sie ein neues Angebot auf die Beine zu stellen“, sagt der Sozialpädagoge. Bereits Ende Juli erwartet er eine Rückmeldung, ob er das Geld fest einplanen kann.

Zu den Kriterien, die die Antragsteller erfüllen müssen, zählt unter anderem, dass sich die Jugendlichen in die Angebote einbringen können. Außerdem müssen diese frei zugänglich sein, Gewaltfreiheit garantieren sowie transkulturell und inklusiv ausgerichtet sein.

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