Grundschule Arsten veranstaltet Mittelaltertag zur 800-Jahr-Feier / Ritterspiele und Erbsenspucken Drachenzähne bringen Glück

Arsten. Die Schüler und Lehrer der Grundschule Arsten haben sich in eine Zeitmaschine gesetzt und sind im Mittelalter gelandet. Das Gelände hinter der Kultur- und Mehrzweckhalle haben sie in ein großes Dorf verwandelt, wie es beispielsweise vor 800 Jahren in Arsten ausgesehen haben könnte. Elf Zelte haben sie aufgebaut, in denen sie den Besuchern zeigten, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten. Was die Schnitzer aus Holz, Horn oder Knochen alles herstellten, präsentierten die Mitglieder des Vereins "Friesenring" . Und wie es sich für das Mittelalter gehörte, gab es spannende Ritterkämpfe. Mitglieder der Gruppe "Draco Inter Mares" waren zu Gast und zeigten als Ritter verkleidet Schau- und Freikämpfe.
12.09.2011, 05:00
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Von VOLKER ALTHOFF

Arsten. Die Schüler und Lehrer der Grundschule Arsten haben sich in eine Zeitmaschine gesetzt und sind im Mittelalter gelandet. Das Gelände hinter der Kultur- und Mehrzweckhalle haben sie in ein großes Dorf verwandelt, wie es beispielsweise vor 800 Jahren in Arsten ausgesehen haben könnte. Elf Zelte haben sie aufgebaut, in denen sie den Besuchern zeigten, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten. Was die Schnitzer aus Holz, Horn oder Knochen alles herstellten, präsentierten die Mitglieder des Vereins "Friesenring" . Und wie es sich für das Mittelalter gehörte, gab es spannende Ritterkämpfe. Mitglieder der Gruppe "Draco Inter Mares" waren zu Gast und zeigten als Ritter verkleidet Schau- und Freikämpfe.

Viele kleine Gäste erfreuten sich am Auftritt von "Immernochfrank": "Der zweitbeste Gaukler der Erdscheibe", wie sich Frank Moeske bezeichnet, zeigte ein Programm aus Jonglage und Zauberei. Er fragte in die große Runde: "Soll ich euch etwas ganz Schweres zeigen?" Was für eine Frage, natürlich riefen alle Ja. "Gut, ich werde ein dickes Seil verbiegen. Das ist nicht einfach, da muss ich meinen ganzen Oberkörper zur Hilfe nehmen", schrie der Gaukler in die Menge. Dann nahm er das Tau und verbog es. Danach rief er: "Jetzt werde ich es wieder geradebiegen, das wird noch schwieriger!" Nachdem er auch diese Nummer mit Bravour gemeistert hat, bekam er riesigen Applaus. Den nahm er auch bei der Jonglage mit vielen Bällen entgegen.

Am besten fand Ramon Odwald aus Arsten die Tricks mit dem Seil, weil der Gaukler "aus einem Seil zwei gemacht hat". Hinter das Geheimnis ist der Sechsjährige jedoch nicht gekommen. "Ich frag mich, wie er es gemacht hat." Auch seine Mutter Monika Odwald konnte den Trick nicht durchschauen.

Um Handarbeit ging es vor dem Zelt der 3c. Dort zeigten Schüler und ihre Eltern, wie sie Drachenzähne schnitzen können. Die sollten nämlich im Mittelalter Glück bringen, wenn sie zu einer Kette aufgezogen waren, erklärte Olga Toma, deren Sohn die "Blaue Schule" an der Carl-Katz-Straße besucht. Als die siebenjährige Lill-Marie Philipps aus Arsten davon hörte, wollte sie unbedingt so einen Talisman haben. Also nahm sie ein kleines Stück Speckstein und feilte drauflos. Das tat auch ihre Freundin Carina (6), die sehr viel Spaß hatte: "Es ist etwas ganz Besonderes, weil man etwas ausprobieren und selber machen kann." Sie verzierte ihren Speckstein mit einem Zick-Zack-Muster und war ganz stolz auf ihr Werk. "Ich behalte meine Kette oder verschenke sie an meinen kleinen Bruder", sagte sie. Lill-Maries Mutter Manuela beobachtete die beiden Mädchen beim Basteln und meinte: "Man sieht, wie es früher vor 800 Jahren aussah, und was die Menschen so gemacht haben."

"Jeder kann hier etwas lernen"

Genau diesen Eindruck wollte Schulleiterin Antje Huse, die das Mittelalterfest mit den Klassen, Lehrern und vielen Eltern organisiert hat, vermitteln. "Wir als Schule wollen uns im Stadtteil einbringen und veranstalten deshalb diesen Tag. Das Fest ist eine Mischung aus Spaß, Unterhaltung und Hintergrundwissen. Jeder kann hier etwas lernen." Eva (80) und Arnim (82) Krause, die seit 59 Jahren in Arsten wohnen, waren beeindruckt. "Unsere Enkelkinder gehen hier zur Schule und sind beteiligt. Es ist interessant, was die Schüler alles machen", sagte Arnim Krause.

Im Zelt der Klasse 1a konnten Besucher Ringe werfen: "Jeder bekommt fünf Ringe und muss damit versuchen, einen Ritter oder eine Prinzessin zu treffen", erklärte der sechsjährige Simon. Im Zelt nebenan veranstaltete die 4c den Wettbewerb "Erbsenspucken". Aber auch der Verein für Heimatpflege "Draco Inter Mares" war anwesend, und seine Mitglieder präsentierten Ritterkämpfe. Ritter "Jerg von Hedeby" bat zum Zweikampf. "Das sah so ganz echt aus. Ich fand es heftig, als sie gekämpft haben. Da habe ich mich gefragt, ob es wohl weh tat", meinte die neunjährige Sarah Behrens aus Arsten, die fasziniert war von den Schwertduellen. Ihre Mutter Maike Behrens staunte über die Ausrüstung: "Es ist wie in einem Film." "Das ist eben Mittelalter live und zum Anfassen", sagte der zweite Vorsitzende Jörg Ruge von "Draco Inter Mares".

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