Kattenturm Fotoausstellung über die Wolfskuhle

Kattenturm. Ein großer Teil der Siedlungsbewohner hat sich heute in der Zimmer Galerie Kattenturm versammelt. Und zwar aus gutem Grund: Dort eröffnet Altbürgermeister Hans Koschnick die Veranstaltungsreihe 'Wolfskuhle - das Dorf in Obervieland'.
16.09.2010, 07:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Elisabeth Schmidt

Kattenturm. Ein großer Teil der Siedlungsbewohner hat sich heute in der Zimmer Galerie Kattenturm versammelt. Und zwar aus gutem Grund: Dort eröffnet Altbürgermeister Hans Koschnick die Veranstaltungsreihe 'Wolfskuhle - das Dorf in Obervieland'.

Die Schau ist der Aufbaugeneration der Wolfskuhle gewidmet. Auf den Bildern von Renate Neumann-Breeger sind die Gründungsväter des Wohngebietes Wolfskuhle zu sehen und Feste wie Hochzeiten und Schulanfänge. Doch die Besucher entdecken auch ganz private Bilder von den Kindern im Vorgarten oder im tiefen Schnee.

Eine eingeschworene Gemeinschaft

Zum Hintergrund: Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges herrschte in Bremen eine große Wohnungsnot. In den Parzellengebieten der Stadt fanden viele durch den Zweiten Weltkrieg obdachlos gewordene Menschen eine neue Bleibe. So entstand auch die Wolfskuhlensiedlung zwischen Kattenturmer Heerstraße und dem Flughafen.

Die Ausstellung 'Wolfskuhle - das Dorf in Obervieland' soll laut Renate Neumann-Breeger aber nicht nur dazu anregen in alten Erinnerungen zu schwelgen, sondern gleichsam verdeutlichen, dass das Wohngebiet heute neuen Bedrohungen ausgesetzt ist: Die Pläne für die A 281 im Bremer Süden nennt sie als ein Beispiel. 'Ich setze mich seit drei Jahren mit dem Bau der A 281 auseinander', erklärt Renate Neumann-Breeger, die auch Mitglied der 'Vereinigung der Bürgerinitiativen Obervieland/Huckelriede für eine menschengerechte A 281' ist.

Sie ist in der Wolfskuhlen-Siedlung aufgewachsen. Ihr Vater war einer der Gründungsväter. Nach 14 Jahren ist sie mit ihrenm Mann wieder in die Wohnsiedlung zurück gezogen. 'Irgendwann habe ich mir die Frage gestellt, was mir das hier eigentlich alles bedeutet', fährt sie fort. Renate Neumann-Breeger hat das Haus ihrer Eltern renoviert und fühlt sich hier heimisch: 'Man kennt sich hier.'

So kam ihr die Idee für die Fotoausstellung. Neumann-Breeger hat bei ihren Nachbarn um private Fotos von damals bis heute gebeten. Sozusagen direkt aus dem Familienalbum.

Nach anfänglicher Zurückhaltung landeten immer mehr Bilder in ihrem Briefkasten. Denn auch die anderen Anwohner können sich nicht vorstellen, woanders zu wohnen. Schließlich sind unter ihnen auch noch einige, die hier in den 1960er Jahren für ihr Grundeigentum gekämpft haben, weil die Grundstücke, auf denen die Wolfskuhler sich ein neues Heim aufbauen wollten, damals noch der Stadt gehörten.

'Die Gartennachbarn haben sich zusammengeschlossen, um aus den Kleingärten eine Wohngegend zu machen', weiß auch Hans Koschnick und gibt noch mal einen Rückblick auf die Geschichte der Siedlung Wolfskuhle: Die Stadt hat am Ende den Besitz an die Kleingärtner abgegeben. 'Das Besondere der Wolfskuhler ist, dass sie mit ihrem eigenen Tun sich etwas neues aufgebaut haben', stellt Hans Koschnick anerkennend fest. Und sogleich lässt sich Zustimmung von den Gesichtern der Besucher ablesen.

Mit der Fotoausstellung, die zur Veranstaltungsreihe 'Wolfskuhle - ein Dorf in Obervieland' gehört, wollen die Bewohner laut Neumann-Breeger auf ihre Geschichte aufmerksam machen. Sie kämpfen dafür, weiterhin in ihrer Wohnsiedlung leben zu können.

Die Veranstaltungsreihe 'Wolfskuhle - das Dorf in Obervieland' läuft noch bis zum 5. Oktober. Die Fotoausstellung ist jeweils dienstags von 16 bis 18 Uhr in der Zimmer Galerie Kattenturm, Georg-Strube-Straße 39, zu sehen. Zu dem Veranstaltungsreigen gehört unter anderem auch ein Zeitzeugencafé an diesem Sonntag, 19. September. Dann berichten Bauherrinnen und Bauherren der ersten Stunde von 15.30 bis 17.30 Uhr in der Zimmer Galerie Kattenturm von ihren Erinnerungen an die Aufbaujahre.

Darüber hinaus wird am Sonntag, 26. September, ein zweistündiger Spaziergang durch das Gebiet 'An der Wolfskuhle' veranstaltet. Los geht es um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Eingang der Parkanlage Kattenturmer Heerstraße.

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