Sanierungsarbeiten des Laubengangs im historischen Pfarrgarten der St.-Johannes-Kirche sind abgeschlossen

Im Frühjahr pflanzen Schulkinder Linden

Arsten. Frost und Kälte schreckten Christian Schulken, Pastor der Kirchengemeinde St. Johannes, und seine kleine Gemeinde nicht ab, im Laubengang in Arsten zusammenzukommen. Nach dem großen Herbstputz versammelten sie sich im Pfarrgarten und weihten die historische Anlage bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein. Heißer Punsch und warme Worte sorgten dafür, dass Landschaftsarchitekt Frank Glaßl, Georg Skalecki, Landeskonservator beim Landesamt für Denkmalpflege, Detlef Kniemeyer (im Kirchenvorstand von St. Johannes) und Gäste nicht frieren mussten.
20.12.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von VOLKER ALTHOFF

Arsten. Frost und Kälte schreckten Christian Schulken, Pastor der Kirchengemeinde St. Johannes, und seine kleine Gemeinde nicht ab, im Laubengang in Arsten zusammenzukommen. Nach dem großen Herbstputz versammelten sie sich im Pfarrgarten und weihten die historische Anlage bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ein. Heißer Punsch und warme Worte sorgten dafür, dass Landschaftsarchitekt Frank Glaßl, Georg Skalecki, Landeskonservator beim Landesamt für Denkmalpflege, Detlef Kniemeyer (im Kirchenvorstand von St. Johannes) und Gäste nicht frieren mussten.

Zur Feier des Tages waren auch die Grundschüler der Klasse 4b aus Arsten eingeladen, die sich zusammen mit ihrer Schulleiterin bei Kinderpunsch, selbst gebackenen Rosinenkuchen und Spekulatius aufwärmten und stärkten. Sie werden im Frühjahr als Baumpaten Bäume im Pfarrgarten pflanzen, gießen und betreuen. Sie haben sich schon mal ein Bild davon gemacht, wo sie mit ihrer Pflanzaktion beginnen können.

Auch wenn bis Frühjahr noch ein paar Monate ins Land ziehen, wünscht sich Tim-Mirko Erhard (10) aus Arsten, dass die Bäume später gut gedeihen: "Ich hoffe, dass sie ganz grün werden, wenn wir sie gepflanzt haben." Diesen Wunsch hat auch Baumpatin Celina Schulz (9) aus Arsten. Sie ist schon bestens auf ihre Aufgabe vorbereitet: "Ich werde meinen Baum mit der Nummer 5 im Frühjahr pflanzen. Dabei werde ich genau beobachten, wie er sich entwickelt und wächst."

Wie die beiden sollen auch die übrigen 14 Kinder mit dieser Aufgabe Verantwortung übernehmen, sagt Schulleiterin Antje Huse: "Sie sollen lernen, wie man mit Werten umgeht und sich umschauen, was es bei ihnen im Stadtteil alles gibt." Da ist der Laubengang im Pfarrgarten der Kirchengemeinde St. Johannes für die Kinder eine gute Aufgabe.

Pastor Christian Schulken will mit den Sanierungsarbeiten in dem historischen Pfarrgarten und seinem wunderschönen Laubengang ein breites Publikum erreichen, und dazu gehören auch Kinder und Jugendliche. Die konnten sich an diesem Wintertag gleich einen Eindruck davon machen, was in den vergangenen Monaten in dem 225 Meter langen Rundbogengang alles passiert ist.

Landschaftsarchitekt Frank Glaßl hat mit seinem Team Herbstputz gemacht und einiges umgekrempelt. Er und seine Mitarbeiter haben sich vor allem den älteren Teil, der aus dem 18./19. Jahrhundert stammt, vorgenommen. Im noch gut erhaltenen Bereich haben sie lediglich ein paar Lindenbäume gestutzt und zurückgeschnitten. In dem Teil, der in einem schlechten Zustand war, müssen Bäume komplett erneuert werden, wie Glaßl berichtet: "Zunächst haben wir alte Linden, die angeschlagen waren, herausgenommen. Dann haben wir jeweils an der rechten und linken Seite ein Gerüst aus Metall gesetzt, an dem die neuen Bäume gepflanzt werden. Zu guter Letzt haben wir beide Seiten mit Querverbindungen aus Lindenholz zusammengeführt, damit die Bäume später zusammenwachsen und sich somit die alte Rundbogenstruktur ergibt."

Sanierung ist ein großer Schritt

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, findet Pastor Schulken: "Das anspruchsvolle und architektonische Vorhaben nimmt langsam Gestalt an." Für Detlef Kniemeyer vom Kirchenvorstand ist die Sanierung ein großer Schritt. "Der Laubengarten ist ein kulturelles Erbe, das den Stadtteil trägt." Vor allem aber hat sich Georg Skalecki vom Landesamt für Denkmalpflege darüber gefreut, dass der jüngere Teil, den ein Baudirektor in den 1950er-Jahren angelegt und zu einem Rundbogen verformt hat, noch so gut erhalten ist. "Hier kann noch alter Baumbestand weitergeführt werden", stellt er fest.

Frank Glaßl richtet seinen Blick schon in die Zukunft und freut sich, dass neue Bäume gepflanzt werden. Bis dahin geht der Laubengang erst einmal in den Winterschlaf.

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