Jugendliche machen sich Gedanken über ihren Ortsteil und setzen ihre Ideen künstlerisch um iPod schafft Verbindung zu Kattenturm

Obervieland. Ein iPod, der ein weißes Notenband auswirft, das in einer grünen Landschaft endet, dazu eine Straße mit gelben Fahrstreifen, die durch ein Wohngebiet führt. So sieht das Siegerbild des 15-jährigen Jonathan aus, das beim Projekt "Kattenturm schafft Verbindungen" die meisten Punkte bekommen hat. Eine Jury aus Vertretern des Jugendbeirats, des Bürgerhauses Obervieland sowie des Stadtteilprojekt gab dem Kunstwerk 214 Zähler.
26.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von VOLKER ALTHOFF

Obervieland. Ein iPod, der ein weißes Notenband auswirft, das in einer grünen Landschaft endet, dazu eine Straße mit gelben Fahrstreifen, die durch ein Wohngebiet führt. So sieht das Siegerbild des 15-jährigen Jonathan aus, das beim Projekt "Kattenturm schafft Verbindungen" die meisten Punkte bekommen hat. Eine Jury aus Vertretern des Jugendbeirats, des Bürgerhauses Obervieland sowie des Stadtteilprojekt gab dem Kunstwerk 214 Zähler.

Die Jury-Mitglieder mussten sechs Zeichnungen, die Jugendliche gesprüht hatten, in fünf Kategorien bewerten. Die Teilnehmer sollten sich Gedanken machen, was sie mit ihrem Stadtteil verbinden. Der erfahrene Bremer Graffitikünstler Sascha hat sie bei ihrer Arbeit unterstützt. Eine finanzielle Spritze bekam das Vorhaben von der Initiative "Soziale Stadt".

"Wir haben die Jugendlichen gefragt, was verbindet ihr mit Arsten, Habenhausen und Kattenturm, und was könnt ihr tun für euren Stadtteil?", erklärt Thomas Balmert die Aufgabenstellung. Auf den pädagogischen Mitarbeiter, der im Bürgerhaus Obervieland den Jugendbereich betreut, seien die jungen Leute vor einiger Zeit mit dem Wunsch herangetreten, ein Graffito malen zu wollen. Aus dieser Idee sei dann das Projekt "Kattenturm schafft Verbindungen" hervorgegangen. Mit vier Themenbereichen wollten sich die Jugendlichen beschäftigen: Straßenbahn, Häuser, Straße und Musik, wobei Musik den jungen Leuten am wichtigsten gewesen sei, fasst Balmert zusammen.

So war es auch bei Sebastian. Der 18-Jährige hat einen roten Gettoblaster gemalt, der ein braunes Band mit Noten auswirft. "Ich hatte die Idee dazu, weil Musik verbindet", erläutert Sebastian sein Werk. Er habe noch nie in diesem Stil gezeichnet, aber es sei spannend gewesen, verrät er. Probleme habe es vor allem "beim Zeichnen von geraden Linien gegeben. Schwer war es auch, den Rhythmus während des Zeichnens zu halten und mit dem ganzen Körper mitzugehen"." Leicht sei dagegen das Ausmalen der vorgezeichneten Skizze gewesen. Das bestätigte auch Matias (16). Er hat gemeinsam mit Caner (15) schwarze Hochhäuser auf Papier gesprüht, die in den Himmel ragen. "Die dunklen Farben sind etwas fürs Auge und fallen sofort auf", kommentiert Matias das Gemeinschaftswerk. Ebenso viel Spaß hat es Caner gemacht, der die Idee des Bildes ganz gut fand, aber noch Mängel sah. "Die Linien sind zu ungenau."

Für den Graffitikünstler Sascha, der die jungen Leute bei ihren Arbeiten begleitete, hatten alle Bilder "Charme". Er lobte die Ergebnisse: "Erstaunlich gut sind sie geworden, wenn man bedenkt, dass ein Workshop nur so kurz angelegt ist. Das ist eine große Leistung." Und alle Jugendlichen seien sehr motiviert gewesen, auch wenn nicht alles gleich geklappt habe.

Die Jurymitglieder hatten es bei der Auswahl nicht leicht. Letztendlich haben sie sich für das Bild von Jonathan entschieden. Tamara (15) aus Kattenturm kam zu dem Ergebnis: "Das Thema ist gut getroffen." Heike Schilling vom Stadtteilprojekt stimmte dem zu: "Mich haben außerdem die vielen bunten Farben angesprochen." Gewinner Jonathan fühlte sich am Ende bestätigt: "Meine Idee war, einen iPod, eine Straße, eine Skyline mit Häusern und einen kleinen Fluss zu zeichnen. All das verbinde ich mit dem Ortsteil Arsten. Ich finde es cool, dass ich damit gewonnen habe." Sein Bild wird jetzt auf Hartschalenplatten aufgesprüht und an verschiedenen Orten im Stadtteil ausgehängt. Aber auch die anderen Arbeiten sind als Ausstellung im Flur des Bürgerhauses Obervieland zu sehen.

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