Cato-Bontjes-van-Beek Gedenken an Widerstandskämpferin soll in Kattenturm sichtbarer werden

Der Cato-Bontjes-van-Beek-Platz in Kattenturm erinnert an eine junge Widerstandskämpferin, die von den Nazis ermordet wurde. Wer den Platz betritt, erfährt davon aber herzlich wenig. Der Beirat will das ändern.
11.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Gedenken an Widerstandskämpferin soll in Kattenturm sichtbarer werden
Von Karin Mörtel

Die Pläne zur Umgestaltung des Kattenturmer Cato-Bontjes-van-Beek-Platzes sind so gut wie fertig. Noch in diesem Jahr sollen die Arbeiten an zusätzlichen Spielmöglichkeiten für Kinder, Sitzbänken, neuen Wegen und einer optischen Abgrenzung zur Straße beginnen. Das Ziel: Aus dem verwahrlost wirkenden Platz soll auf Wunsch des Beirates, des Quartiersmanagements und der Nachbarschaft ein lebenswerter Aufenthaltsort für die Menschen in Obervieland werden. „Im Wesentlichen ist die Planung hervorragend“, sagte Beiratssprecher Stefan Markus (SPD) am Dienstagabend nach einer Vorstellung durch die Planer.

Dennoch gebe es noch einzelne Punkte wie die Höhe der geplanten Mauern zu diskutieren. „Dafür müssen wir uns jetzt noch die Zeit lassen, wenn wir schon seit acht Jahren mit der Idee zur Umgestaltung beschäftigt sind“, verteidigte sich Markus gegen Kritik von einzelnen Beiratskollegen. So verlangte beispielsweise Volkhard Sachs (CDU), das Stadtteilparlament solle sich nicht länger mit Kleinigkeiten aufhalten, sondern möglichst sofort den Weg für eine Verschönerung des Platzes frei machen. Nun wird der kommende Bauausschuss noch im März die gemeinsame Stellungnahme des Beirates zu der Planung erarbeiten.

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Zusätzlich hat sich nun auch eine parteiübergreifende Projektgruppe aus sieben Beiratsmitgliedern zusammengefunden. Gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern wollen sie ausarbeiten, wie das Erinnern auf dem Platz an dessen Namensgeberin besser erlebbar gemacht werden kann.

Cato Bontjes van Beek war eine Widerstandskämpferin aus Fischerhude, die von den Nationalsozialisten 1943 in Berlin hingerichtet wurde. Bildhauerin Veronika Maier hatte das entsprechende Denkmal für den Platz entworfen: eine spiralförmig angeordnete Fläche mit einer Betonplatte im Zentrum, die die Unterdrückung durch die Naziherrschaft symbolisieren soll. In jedem Frühjahr umranken die Triebe von darunter gepflanzte Weiden die betonschwere Last als Zeichen des Widerstandes.

Wer den Platz betritt, erfährt davon aber herzlich wenig. Bis auf eine unscheinbare Steintafel gibt es keinerlei Hinweise auf dem Platz zu seinem geschichtlichen Hintergrund. Der Beirat will das nun ändern.

„Nun gilt es, die Umgestaltung des Platzes und das Gedenken zusammenzuführen“, sagt Ortsamtsleiter Michael Radolla. Gut sichtbare Hinweistafeln seien denkbar aber auch weitere Ideen seien willkommen. Um Anregungen zu sammeln, werde es voraussichtlich ein Beteiligungsverfahren geben.

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