Plätze für mehr als 100 Kinder fehlen

Fieberhafte Suche nach Orten für neue Kitas in Obervieland

Wohin mit den Kindern, für die die Eltern in Obervieland einen Betreuungsplatz brauchen, diesen aber nicht bekommen haben? Die Bildungsbehörde hat dazu zwar Ideen – aber es gibt noch viele Fragezeichen.
03.12.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel

Die Fenster sind schon drin im Neubau der Kita an der Theodor-Billroth-Straße hinter der Volkshochschule Süd. Voraussichtlich im April, so heißt es aus der Bildungsbehörde, könne die Arbeiterwohlfahrt mit den Kindern dort einziehen, die bislang nebenan auf dem Gelände noch in Containern betreut werden. Diese Nachricht haben die Obervielander Beiratsmitglieder des Bildungsausschusses kürzlich gerne gehört. Dass aktuell immer noch über 100 Kinder im Stadtteil keinen Betreuungsplatz bekommen haben, obwohl die Eltern sie zum bereits laufenden Kindergartenjahr angemeldet hatten, hat bei den Stadtteilpolitikern hingegen Besorgnis ausgelöst.

Katharina Hebecker aus der Bildungsbehörde erklärte den Ausschussmitgliedern während einer Online-Sitzung, dass es Mitte November noch 147 unversorgte Kinder gegeben habe, wovon erst 37 in Einrichtungen vermittelt werden konnten. Auch in Zukunft sei mit einem erhöhten Betreuungsbedarf der Eltern zu rechnen. „Ihr Gefühl, dass der Platzbedarf im Stadtteil mehr wird, ist auch tatsächlich so“, sagte Hebecker.

Habenhausen kommt nicht infrage: zu laut

Aus ihrer Sicht brauche der Stadtteil möglichst schnell mindestens eine große neue Kita mit acht Gruppen. Daher würde in Kooperation mit Immobilien Bremen eine Suche nach möglichen Standorten laufen. Für Habenhausen sei das derzeit nicht möglich, „weil wir dort große Probleme mit Lärm durch Flugzeuge oder die Autobahn haben“, so die Behördenmitarbeiterin.

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Deutlich aussichtsreicher bewerte sie die Entwicklung in Arsten. Zum einen ginge es dabei um zwei geplante Umzüge von bereits bestehenden Einrichtungen in Neubauten an die Felix-von-Eckhardt-Straße und die Carl-Katz-Straße in den kommenden Jahren. Neue Plätze könnten zudem möglicherweise auf Flächen an der Kurt-Georg-Kiesinger-Alle in Nähe der Straßenbahnlinie 4 für vier Kindergruppen und auf dem als Blumenwiese genutzten Grundstück an der Brenningstraße für acht Gruppen entstehen. Zumindest, sobald klar sei, ob dort Kitaneubauten möglich sind.

Container werden weiter genutzt

Für Kattenturm solle der Umzug in den Neubau an der Theodor-Billroth-Straße für etwas Entlastung sorgen. Denn dort ist Platz für sechs Gruppen, also zwei mehr als die vier, die derzeit noch in den Containern nebenan spielen. „Nach dem Auszug aus den Containern werden diese weiter genutzt und dort ab April vorübergehend vier neue Gruppen betreut“, erklärte Hebecker. Perspektivisch sollen diese später nach Arsten an die Carl-Katz-Straße umziehen.

Besonders für Kattenturm bliebe der Platzbedarf hoch, „daher prüfen wir derzeit, bereits vorhandene Räume im Ortsteil umzubauen für acht Gruppen, denn das geht schneller als ein Neubau“, sagte die Behördenmitarbeiterin.

Ausschusssprecherin Christin Loroff (CDU) warnte vor zu viel Euphorie: „Wir sollten nicht blauäugig sein und glauben, dass bereits Ende 2021 acht neue Gruppen irgendwo einziehen können.“ Daher stelle sich ihr die Frage: „Wo sollen wir mit den unversorgten Kindern hin?“

Kattenesch ist in der Prüfung

Für Kattenesch lasse sie derzeit das Grundstück an der Marie-Mindermann-Straße, auf dem zuvor ein Flüchtlingsheim stand, als möglichen Interimsstandort überprüfen, erwiderte Hebecker. „Dort ist zwar viel Lärm, aber die Infrastruktur ist bereits da.“

Als Notlösung schwebe ihr auch eine Kooperation mit der Neustadt vor. „Wir lassen prüfen, ob dort Container aufgestellt werden können, bis in Obervieland neue Gruppen öffnen können.“ Klar sei aber auch, „dass das nur an einem Ort geht, den Obervielander Familien gut erreichen können.“

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