Zwölf Schüler einer Förderklasse vollenden ihr Projekt / Polizeibeamter Thomas Kothe stellt Kontakt her

Neues Graffito ziert Garagenwand

Kunstvolles Graffito statt Farbschmierereien: Zwölf Schüler einer Förderklasse haben eine Garagenwand in Obervieland neu gestaltet. Kontaktpolizist Thomas Kothe begleitete das Projekt.
19.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von niels kanning

Kunstvolles Graffito statt Farbschmierereien: Zwölf Schüler einer Förderklasse haben eine Garagenwand in Obervieland neu gestaltet. Kontaktpolizist Thomas Kothe begleitete das Projekt.

Obervieland. Kunst im öffentlichen Raum: In der Johann-Georg-Kohl-Straße ist eine unansehnliche Garagenwand von Jugendlichen mit einem neuen Graffito versehen worden. Fünf Monate hat es gedauert, bis das von Graffiti-Experte Siko Ortner geleitete Projekt vollendet war. Beteiligt waren zwölf Jugendliche einer 9. Klasse aus dem Förderzentrum Obervieland. Kontaktpolizist Thomas Kothe hatte die Garagenbesitzer mit Siko Ortner und den Schülern zusammengebracht.

Wertvolle Verbindungen

Die Besitzer der Garage hatten sich schon länger über die unschönen, einfallslosen "tags" - so nennt man die Signaturkürzel der illegalen Sprayer - auf der großen Wand geärgert. Bei einem Ortstermin mit dem Kontaktpolizisten Thomas Kothe wurden erste Ideen besprochen.

Kothe, der für den Bereich Kattenturm zuständig ist und durch seine Tätigkeit im Stadtteil viele Kontakte aufgebaut hat, konnte weiterhelfen. Er vermittelte den Kontakt zu Siko Ortner, mit dem der Auftrag besprochen wurde. Ortner unterrichtet Förderklassen und begleitet Jugendkulturprojekte, er pflegt seine Verbindungen zur Galerie Inkatt in Obervieland und übernimmt auch Aufträge für den öffentlichen Raum (Näheres unter www.siko-ortner.com). Gemeinsam mit den Jugendlichen aus dem Förderzentrum Obervieland wurden zunächst Graffiti entworfen und Techniken geübt. Abschließend wurde der endgültige Entwurf mit den Besitzern der Garagenwand besprochen. Die einzige Vorgabe lautete: Es soll eine Wand für Kinder sein, die auch Comic-Figuren zeigt.

Im Ergebnis wurde die Fläche so gestaltet, dass sich dem Betrachter aus unterschiedlichen Entfernungen auch unterschiedliche Eindrücke und Bilder erschließen: Aus der Ferne sieht man eine schöne Berglandschaft, mit Büschen als Randbegrenzung und einem Zaun, an dem anscheinend Bilder hängen. Aus der Nähe entdeckt der Betrachter mehrere Figuren, die sich im Gesamtbild aufhalten. Zu sehen gibt es Schlümpfe und Donald Duck.

Die künstlerisch und farbenfroh gestaltete Wand ist auch aus den Straßenbahnen der Linien 4/5 gut zu erkennen, das Bild erschließt sich den Fahrgästen aus der Entfernung heraus.

Insbesondere für den integrativen Ansatz der Arbeit gab es schon viele positive Rückmeldungen. Durch die künstlerische und handwerkliche Tätigkeit der Jugendlichen und die Einbringung ihrer eigenen Ideen, die diskutiert und ausprobiert wurden, musste sich die Gruppe miteinander verständigen, Absprachen treffen und bezüglich der Gestaltung einen Konsens erzielen. Immer wieder kommen die Graffiti-Künstler vom Förderzentrum mit Freunden vorbei und zeigen stolz "ihr" Werk.

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