Kirchengemeinden eröffnen sozialen Kleiderladen "Truhe 24" ist voll mit Schätzen

Kattenturm. Wer in die Alfred-Faust-Straße 24 geht, findet dort Sachen, die mit viel Liebe ausgesucht wurden. Es sind Kleidungsstücke aller Art, die Menschen für ihre Mitbürger in finanziellen Nöten gespendet haben. Vier Kirchengemeinden aus Obervieland haben zusammen mit vielen Ehrenamtlichen eine Vier-Zimmer-Wohnung der Gewoba in einen sozialen Kleiderladen umgebaut. Die "Truhe 24" biete aber noch mehr als nur Jacken, Kleider oder Strampelhosen, sagte Rüdiger Kurz bei der feierlichen Eröffnung vor einigen Gästen.
29.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von VOLKER ALTHOFF

Kattenturm. Wer in die Alfred-Faust-Straße 24 geht, findet dort Sachen, die mit viel Liebe ausgesucht wurden. Es sind Kleidungsstücke aller Art, die Menschen für ihre Mitbürger in finanziellen Nöten gespendet haben. Vier Kirchengemeinden aus Obervieland haben zusammen mit vielen Ehrenamtlichen eine Vier-Zimmer-Wohnung der Gewoba in einen sozialen Kleiderladen umgebaut. Die "Truhe 24" biete aber noch mehr als nur Jacken, Kleider oder Strampelhosen, sagte Rüdiger Kurz bei der feierlichen Eröffnung vor einigen Gästen.

Rüdiger Kurz, Pastor der Evangelisch-Lutherischen Abraham-Gemeinde, unter deren Federführung das Projekt läuft, nannte zwei weitere Angebote: "Die ,Truhe 24' ist auch ein Café, wo wir Menschen herzlich willkommen heißen, und sie ist ein Ort zum Klönen. Wir haben ein offenes Ohr für die Nöte der Bürger." Es ist eine Begegnungsstätte für alle, die sich bei Kaffee und Kuchen austauschen möchten. Hinter diesem Konzept steckt der Aspekt der christlichen Nächstenliebe. "Wir sind Christen, und Kirchen haben einen Auftrag im Stadtteil. Wir glauben, dass Gott sich dem Menschen zuwendet und begegnet", erläuterte Pastor Kurz.

Bevor er mit seinen Kollegen aus den anderen drei Kirchengemeinden (Freie Christengemeinde Bremen, Evangelische St.-Markus-Gemeinde und die PaulusGemeinde) das rote Band durchschnitt, hielt Pastor Ingo Bröckel ein kurzes Gebet. Dann gaben sie den Kleiderladen frei, den zahlreiche Initiativen wie das Kattenturmer Stadtteilprojekt, vertreten durch Heike Schilling, die Gröpelinger Recycling Initiative und viele Ehrenamtliche möglich gemacht haben. Daran beteiligt war auch die Gewoba, die die Wohnung stellt. Sie verfügt über drei Räume für Kinder, Frauen und Männer, in denen jeweils Umkleidekabinen eingebaut sind. In Regalen finden sie ein großes Angebot an Hosen, Röcken, Hemden, Pullovern und vielen anderen Bekleidungsstücken. Zusätzlich gibt es noch ein Bad mit Toilette, eine Küche sowie eine gemütliche Sitzecke.

Es seien eine Menge Vorarbeiten wie Renovierung oder Aufwertung der Küche und des Bades nötig gewesen, um daraus so einen Ort zu schaffen, beschreibt Manfred Corbach, Geschäftsbereichsleiter der Gewoba für Kattenturm. "Es ist eine ganz tolle Sache, die wir unterstützen. Unser Unternehmen will auch dazu beitragen, das soziale Gefüge zu erleichtern. Und es ist bemerkenswert, dass sich die vier Kirchengemeinden zusammengesetzt und so ein Projekt umgesetzt haben."

Entstanden ist es beim Glaubensfest, das die vier Kirchengemeinden 2009 und in diesem Jahr im September mit Landeskirchen und vielen anderen kulturellen Gemeinden gefeiert haben. "Wir haben geguckt, was im Stadtteil nötig ist. Dann haben wir unter anderem mit Heike Schilling vom Kattenturmer Stadtteilprojekt gesprochen. Und so ist daraus eine gemeinsame Idee geworden", beschreibt Matthias Jander von der Markus-Gemeinde in Arsten. Die "Truhe 24" solle wie eine Schatzkiste sein, die sehr viele wertvolle Sachen enthält. Dabei handele es sich um gute und neuwertige Kleidung, die die Gemeinden in Sammelaktionen aus zweiter Hand bekommen haben, so Jander.

Viele helfende Hände

Viele freiwillige Helfer, die sich in den Kirchen engagieren, haben sich zusammengefunden und unterstützen die "Truhe 24". "Ich helfe, weil ich den Menschen begegnen möchte und ihnen einen Ort bieten möchte, wo sie sich wohlfühlen können", sagt Edith Heller aus Obervieland. Sie ist schon seit 30 Jahren Mitglied in der Abraham-Gemeinde und hat im Vorfeld die Kleidungsstücke aussortiert und in die Regale der Räume einsortiert. Bei den Vorarbeiten hat auch Michael Kaul geholfen, der für den Vertrieb "AkzoNobel" arbeitet. Es ist ein Unternehmen für Farben und Lacke, das eine Filiale in Walle betreibt. "Ich bin Mitglied in der Paulus-Gemeinde, habe im Gottesdienst gesessen und von dem Projekt gehört. Dann habe ich meine Kollegen angesprochen, die sofort zugesagt haben. Wir haben die Farbe für die Räume gestellt und die Renovierungsarbeiten gemacht. Damit wollen wir das soziale Projekt unterstützen", so Kaul.

Diesen Gedanken vertritt ebenfalls Inge Ewald aus Kattenturm, die sich um die Einkäufe kümmert. "Mir liegt ein Engagement sehr am Herzen, weil ich schon lange Jahre in Kattenturm wohne und sehe, wie es vielen Bewohnern geht. Sehr viele junge Familien mit Kindern wohnen hier, und da weiß man, wo es fehlt. Ich bin dankbar und glücklich darüber, dass wir nun endlich starten."

Die "Truhe 24" nimmt Dienstag, 4. Oktober, in der Alfred-Faust-Straße 24, den Betrieb auf. Geöffnet ist dienstags von 15 bis 18 und donnerstags von 9 bis 12 Uhr. Gegen einen symbolischen Preis von 50 Cent können sich Interessierte gebrauchte neuwertige Kleidung aussuchen.

Mittwochs von 9 bis 12 Uhr bietet hier eine offene Sprechstunde Rat und Hilfe bei Sorgen und Problemen. Am Freitag, 14. Oktober, von 14 bis 19 Uhr und am Sonnabend, 15. Oktober, von 8 bis 12 Uhr wird es in der "Truhe 24" einen Tag der offenen Tür geben. Gute gebrauchte Kleidung sammelt die Initiative "Kirchen für Obervieland" am Sonnabend, 1. Oktober, von 10.30 Uhr bis 13 Uhr im großen Saal der Markus-Gemeinde, Arsterdamm 12. Die Kleidung wird entweder in der neuen Verteilstelle "Truhe 24" an Bedürftige abgegeben, geht nach Armenien oder in die Sammlung für Bethel. Alle Spender sind während der Sammlung zu Kaffee und Kuchen sowie Gesprächen eingeladen.

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