Gut, aber nicht gut genug

Nachbesserungen gefordert

Der Beirat Obevieland begrüßt Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans, Hätte hier und da aber gern noch ein paar Änderungen.
03.05.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Jörn Hildebrandt
Nachbesserungen gefordert

Gelegentlich sollen Autos im Bereich Baumhauser Weg Ecke Blenderstraße so abgestellt sein, dass sie für andere Verkehrsteilnehmer eine Behinderung darstellen. Dennoch soll es direkt an der kritischen Stelle kein Halteverbot geben.

Roland Scheitz

Der Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs im gesamten Bremer Stadtgebiet soll den Autoverkehr deutlich reduzieren – dies ist ein wichtiges Ziel des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) Bremen 2025, dessen Teilfortschreibung vom Senat im November 2019 beschlossen wurde. Bei der Online-Sitzung des Fachausschusses Verkehr des Beirats Obervieland nahm der VEP in seinen Auswirkungen auf den Stadtteil einen breiten Raum ein.

Im VEP sind stufenweise unter anderem ein Metro-Busnetz, höhere Taktfrequenzen für eine bessere Anbindung an die Innenstadt, mehr Quer- und Gewerbeverbindungen, Quartierbusse und Quartiershuttles vorgesehen.

Diskussion über Verlauf einzelner Buslinien

Unter den Mitgliedern des Fachausschusses kam eine Diskussion über Detailfragen wie den Verlauf einzelner Buslinien auf. Doch Stefan Markus (SPD) wies darauf hin, dass es sich beim jetzigen Stand des VEP noch nicht um eine Ausführungsplanung handele, Detailfragen also später geklärt werden sollten. Ralf Noll (Grüne) bemängelte, dass Quartiersanbindungen im Stadtteil nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt wurden. Stefan Markus unterstrich diese Forderung, da insbesondere in Kattenesch viele ältere Menschen wohnen würden. Dort müsse mit Quartiersbussen eine bessere Einbindung erfolgen. Ein engerer Takt von Busfahrten solle bis Brinkum-Nord eingeführt werden, weil so der Autoverkehr durch Berufspendler deutlich reduziert werden könne.

Insgesamt wurde die Teilfortschreibung des VEP vom Fachausschuss ausdrücklich begrüßt, die Mitglieder forderten jedoch in Teilbereichen Nachbesserungen, wie zum Beispiel eine Mikrobuslinie im Zehn-Minuten-Takt für den Stadtteil und eine Quartier-Shuttle-Verbindung in Arsten, Habenhausen und Kattenesch zu schaffen.

Straßenumbenennung nur mit Zustimmung der Anwohner

Die Fraktion der Linken hatte beantragt, die Emanuel-Backhaus-Straße in Kattenturm umzubenennen. Sie wurde nach einem Vertreter der NSDAP benannt, der 1930 Präsident der Bremer Bürgerschaft war, die Partei jedoch 1932 wieder verließ. „Doch auch danach unterstützte er rechte paramilitärische Organisationen“, sagte Heike Hey (Linke), die den Antrag auf Straßenumbenennung erläuterte. Kurt Damisch (SPD) wies auf den großen Aufwand für Anwohner hin, den eine solche Umbenennung mit sich bringen würde: Schließlich müssten alle Anwohner zum Beispiel ihre Adressen im Personalausweis ändern lassen. Ralf Noll (Grüne) rief dazu auf, mit den Anwohnern in einen Dialog zu diesem Thema zu treten. „Wenn die Anwohner eine Umbenennung der Straße wollen, dann sollten wir es auch machen“, sagte Noll, während Kurt Damisch (SPD) empfahl, lieber eine Gedächtnistafel aufzustellen, da auf die Anwohner zu hohe Kosten zukommen würden. Der Fachausschuss stimmte dafür, alle Anwohner über die Person Emanuel Backhaus zu informieren und eventuell eine Einwohnerversammlung zum Thema Straßenumbenennung einzuberufen.

Schlechte Sicht für Autofahrer

Ein weiterer Punkt der Sitzung betraf die schlechte Sicht für Autofahrer durch parkende Autos in der Straße Am Baumhauser Weg in Höhe der Einmündung Blenderstraße. Dadurch komme es zu öfter zu gefährlichen Verkehrssituationen. Die Mitglieder des Fachausschusses diskutierten kon-
trovers, ob die Einrichtung eines Halteverbots in diesem Bereich die Situation verbessern könnte oder ob der Rückbau eines „Berliner Kissens“, also eines Geschwindigkeitshemmers, sinnvoll sei. Die Einrichtung eines Halteverbots wurde ebenso abgelehnt wie die Beseitigung des „Berliner Kissens“, hingegen wurde für ein Halteverbot 20 Meter hinter diesem Bereich plädiert.

Schließlich wurde über Maßnahmen zur Finanzierung und Umsetzung aus dem Stadtteilbudget des Beirats bei der Verkehrssenatorin diskutiert, die das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) durchführen soll. Im Bereich Kattenescher Deich soll eine Strecke von 820 Metern Länge asphaltiert werden, am Wolfskuhlenweg soll auf der Seite des Fleets ein Asphaltweg für Fußgänger eingerichtet werden, und im Bereich der Habenhauser Landstraße soll der Weg in einen besseren Zustand gebracht werden. Auch am Wadeacker Fleet und Ahlker Fleet ist eine Asphaltierung vorgesehen, und schließlich soll eine Querungshilfe auf der Habenhauser Landstraße eingerichtet werden.

Heike Hey wies darauf hin, dass eine Asphaltierung auch eine Flächenversiegelung bedeute und fragte, ob nicht umweltfreundlichere Formen des Asphaltbelags umzusetzen seien. Der Beirat empfahl in einem einstimmigen Beschluss, dass das Ressort der Verkehrssenatorin zwei der sechs Bereiche amtlich überarbeiten und der Beirat Obervieland sich mit zwei Bereichen näher befassen solle.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+