Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt die für Schulen konzipierte Ausstellung "DDR - Mythos und Wirklichkeit" in der FEBB Zeitzeugen der SED-Diktatur

Habenhausen (xkn). Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "DDR - Mythos und Wirklichkeit" der Konrad-Adenauer-Stiftung berichteten in der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Zeitzeugen über die erlebte SED-Diktatur. Die Ausstellung wurde von der Stiftung eigens für Schulen konzipiert, weil mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung das Wissen über die DDR allmählich verblasst. "Wir wollen zur Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur anregen", sagte Ralf Altenhof, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bremen.
19.09.2011, 05:00
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Von xkn

Habenhausen (xkn). Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "DDR - Mythos und Wirklichkeit" der Konrad-Adenauer-Stiftung berichteten in der Freien Evangelischen Bekenntnisschule Zeitzeugen über die erlebte SED-Diktatur. Die Ausstellung wurde von der Stiftung eigens für Schulen konzipiert, weil mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung das Wissen über die DDR allmählich verblasst. "Wir wollen zur Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur anregen", sagte Ralf Altenhof, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bremen.

Als Zeitzeugin zu Gast war Erika Riemann, die als 14-jähriges Mädchen in der Sowjetischen Besatzungszone zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, weil sie ein Bild Stalins mit einem Lippenstift bemalt hatte. In der Haft wurde sie mehrfach vergewaltigt und psychisch gefoltert, unter anderem dadurch, dass die Gefängniswärter Hinrichtungen der Häftlinge vortäuschten. Erst 1954 konnte Erika Riemann in den Westen ausreisen. Trotz ihres vor Kurzem erlittenen Schlaganfalles war ihr das Gespräch mit den Schülern eine Herzensangelegenheit. Die Schüler spürten dies und hörten den Ausführungen der 80- Jährigen gespannt zu. "Die Haft hat mein Leben bestimmt", sagte Erika Riemann.

Der zweite Zeitzeuge, Peter Drauschke, siedelte 1963 als überzeugter Kommunist von der Bundesrepublik in die DDR über. Dort studierte er Politische Ökonomie und machte als Funktionär Karriere. Als Sekretär der Freien Deutschen Jugend (FDJ) war er später zuständig für Agitation und Propaganda: "Ich war gewissermaßen Berufsrevolutionär", sagte Peter Drauschke. Doch ihm kamen zunehmend Zweifel, weil zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der DDR eine immer größere Lücke klaffte. "Zwar wird man nicht über Nacht vom Kommunist zum Antikommunist", sagte er. Aber als er 1968 die Panzerkolonnen auf ihrem Weg zur Niederschlagung des Prager Frühlings beobachtete, fiel sein Entschluss, die DDR zu verlassen.

Die über Bulgarien geplante Flucht misslang jedoch 1972, sodass ihm wegen Republikflucht der Prozess gemacht wurde. Er wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Davon saß er nur sechs Monate ab und konnte schließlich 1973 in die Bundesrepublik ausreisen. Die psychischen Spätfolgen und die Angst vor Verfolgung der Stasi selbst in der Bundesrepublik ließen ihn lange über das Erlebte schweigen.

Die Schüler lauschten während der gesamten Veranstaltung aufmerksam, stellten viele Fragen und scharten sich selbst lange nach Ende der Veranstaltung noch um die beiden Zeitzeugen.

Die Ausstellung "DDR - Mythos und Wirklichkeit" läuft noch bis Freitag, 23. September, in der Freien Evangelischen Bekenntnisschule (FEBB), Steinsetzer Straße 4.

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