Oberschule Koblenzer Straße Baum „Francis“ soll ein Zeichen setzen

Anpacken und Mitmachen: Schülerinnen und Schüler der Oberschule an der Koblenzer Straße pflanzten einen Amberbaum auf dem Schulgelände.
18.11.2021, 11:51
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Mit seiner leuchtend orange-roten Blattfärbung bietet ein Amberbaum im Herbst ein prachtvolles Bild. Doch auch im Frühling, wenn er Blüten bildet, ist das Gehölz mit seiner auffallend grünlich-brauen Rinde eine Bereicherung für jeden Schulhof. Das Gehölz mit Blättern, die an fünfzackige Sterne erinnern, stammt aus dem südlichen Nordamerika, wo er in den Laubwäldern häufig vertreten ist.

Ein Exemplar von einigen Metern Höhe auf dem Schulgelände zu pflanzen, bedeutete für die 22 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 b an der Oberschule an der Koblenzer Straße jedoch noch mehr: „Wir wollen etwas für den Klimaschutz tun und zugleich einen Lebensraum für Tiere schaffen“, sagt eine Schülerin. Und damit soll der im Herbst gepflanzte Baum auch ein Zeichen setzen für das Engagement der Klasse für den Schutz von Klima und Natur.

Der Auslöser für die Pflanzung war das Thema „Wie können wir Tiere retten, die vom Klima bedroht sind?“ Die Klasse hatte es im Rahmen der ZISCH-Schülerzeitung des WESER KURIER bearbeitet. „Wir wollten jedoch auch aktiv einen Beitrag dazu leisten, und damit gehörte eine Pflanzaktion in unseren Deutschunterricht“, sagt Sonja Ben Chaladia, Lehrerin an der Oberschule an der Koblenzer Straße. Insgesamt habe es mehrere Monate gedauert, bis die Idee dann in eine konkrete Baumpflanzung umgesetzt wurde.

Die Firma Weingärtner aus Lilienthal hatte einen Amberbaum kostenlos an die Schule angeliefert und dazu auch zwei Pflöcke mit Kokosband, um den Baum abzustützen. Die Hälfte der Kosten für den Baum in Höhe von 75 Euro hat die Firma übernommen. „Darüber hinaus bekamen wir von der Firma auch Zwiebeln von Krokussen und Tulpen, die wir im Herbst noch gepflanzt haben“, sagt Sonja Ben Chaladia.

Eltern-Engagement

Als es um die Durchführung des Projekts ging, war weiterhin fachliche Unterstützung gefragt: „Zum Glück ist der Vater meines Schülers Julien Mitarbeiter des Umweltbetriebs Bremen“, sagt die Lehrerin, „er hat einen Tag zuvor die Fläche mit Hilfe eines Baggers vorbereitet.“ Und dazu musste ein großes Pflanzloch ausgehoben werden. Als der Amberbaum dann mit tatkräftiger Unterstützung der Schüler fest in der Erde verankert war, wurde ein Ring aus Erde um den Baum gezogen, um Regenwasser festzuhalten. Denn besonders in den Anfangsphasen einer Baumpflanzung, wenn das Gehölz gut anwachsen muss, ist ausreichend Feuchtigkeit essentiell – deshalb wird der Amberbaum von den Schülern der Klasse 9 b auch regelmäßig gewässert.

„Wir haben im Unterricht gelernt, dass Bäume große Mengen Sauerstoff produzieren, aber auch, dass sie Feuchtigkeit abgeben und damit in der Großstadt für Kühlung sorgen“, sagt eine Schülerin der Klasse 9 b. „Und mit seinem tiefen Wurzelwerk kann ein Amberbaum auch in längeren Hitze- und Trockenphasen Wasser aus tieferen Bodenschichten aufnehmen“, weiß eine andere Schülerin, „damit ist er ein Baum, der sich in Zeiten des Klimawandels besonders für Pflanzungen eignet.“

Blühstreifen im Frühjahr

„Es war eine tolle Aktion, aber sie ist noch nicht beendet“, sagt Sonja Ben Chaladia, „denn im Frühjahr werden wir die restliche Fläche mit Lavendel, einem Blühstreifen und kleinen Pflanzen noch weiter gestalten.“ Am Rande des Schulhofs sind solche Pflanzungen jedoch immer in Gefahr, von unachtsamen Schülern oder auch mutwillig zertrampelt zu werden. „Doch ein niedriger Zaun würde nichts bringen, und ein hoher wäre zu teuer“, sagt Schulleiter Christian Scheidt, „deshalb haben wir uns entschieden, das Gelände nicht zu umzäunen.“

Um ihre Verbundenheit mit dem Gewächs zum Ausdruck zu bringen, wurde der Amberbaum auf den Namen „Francis“ getauft. „Der Name sagt uns, dass er zu uns gehört, dass wir ihn selbst gepflanzt haben, und dass wir uns weiterhin um sein Wohlergehen kümmern werden“, sagt eine Schülerin.

Bäume schützen das Klima

Baumpflanzungen sind nicht nur in Schulen beliebt, sie sind auch im Stadtbereich von Bremen immer wieder notwendig, wenn zum Beispiel im Zuge von Baumaßnahmen oder aus Gründen der Verkehrssicherheit Bäume gefällt werden müssen. Der Umweltbetrieb Bremen setzt bei Neupflanzungen zunehmend auf klimaresistente Bäume, zu denen auch der Amberbaum zählt – was unter Umweltschützern nicht unumstritten ist. Der Naturschutzbund (Nabu) Bremen zum Beispiel plädiert dafür, Bäume zu pflanzen, die aus der Region stammen, weil sie der Insektenwelt weit mehr bieten. Baumexperten sehen jedoch die Gefahr, dass Arten aus der Region angesichts der erhöhten Durchschnittstemperaturen in Zeiten des Klimawandels nicht überleben werden.

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