Stadtentwicklung im Südosten Baustellen verändern Bremen-Osterholz

Zahlreiche Projekte in Osterholz verändern den Stadtteil, auch wenn Einiges noch Zukunftsmusik ist. Ein Überblick über aktuelle und künftige Baustellen vor allem im Quartier Schweizer Viertel.
02.11.2018, 19:07
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt

Noch ist nicht viel zu sehen, doch es tut sich was in Osterholz und dem Quartier Schweizer Viertel. Am deutlichsten werden die Erneuerungsvorhaben im Schweizer Viertel am Lachsmundsdamm sowie Am Siek und der Zermatter Straße. Dort hat die Vonovia für rund 5,3 Millionen Euro 234 Wohnungen saniert. Vor allem Fassaden und Treppenhäuser wurden erneuert. Eine Besonderheit: Bei den Badezimmern in den jeweiligen Wohnungen überließ das Wohnungsunternehmen seinen Mietern die Entscheidung über eine Sanierung. Wer danach zu hohe Mietsteigerungen befürchtete, durfte verzichten.

Auch beim wohl bedeutendsten Projekt für das Schweizer Viertel werden zumindest jetzt die Fundamente sichtbar: Das Mehrgenerationenhaus mit umliegender Wohnbebauung in der Graubündener Straße. Anfang 2019 soll es dort die offizielle Grundsteinlegung geben. Doch bereits seit September dieses Jahres ist Marina Aydt für das Projekt zuständig, das entsprechend der Tradition der Bremer Heimstiftung als Stiftungsdorf Graubündener Straße firmiert.

Beratungsgespräche laufen

„Mit den Baubesprechungen und Baugenehmigungsverfahren ist das schon Arbeit“, sagt Aydt, die bis April 2020 parallel auch noch ihrem alten Arbeitsplatz im Stadtteilhaus Tenever verpflichtet ist. Aktuell führt sie aber schon Beratungsgespräche für die acht Wohnungen in der dritten Etage. Auch für die 20 Plätze mit Tagespflege und die Pflegewohngemeinschaft mit zwölf Plätzen gibt es bereits Interessenten. Ein mobiles Reha-Angebot und ein Café im Erdgeschoss sollen das Angebot des Mehrgenerationenhauses ergänzen, das ein Baustein des angestrebten Gesundheitsdorf Bremen Ost werden soll.

Ebenfalls geplant: ein vermietbarer Veranstaltungssaal für rund 100 Gäste. Zusätzliche Räume für Interessengruppen oder auch Stadtteilsitzungen entstehen im Erdgeschoss. Die Vernetzung mit Kita und Schule soll das Mehrgenerationenhaus zum Teil eines sozialen Zentrums im Schweizer Viertel machen. Mit dem Taufbecken im Hofbereich des Obergeschosses und der Glocke an der Fassade sollen zudem Erinnerungen an die Kirche wachgehalten werden, die hier einst stand. Wenn der Terminplan eingehalten werden kann, ist im ersten Quartal 2020 die Einweihung.

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Nicht weit ab vom Mehrgenerationenhaus am Klinikum Ost soll bis Frühjahr 2019 auch ein Mehrgenerationenplatz entstehen. Die Planungen dazu sind abgeschlossen, das Budget von 525.000 Euro gesichert. Die Umweltbetriebe Bremen werden den Kunststoffbodenplatz für ein Fußballfeld errichten, den Unterstand, die Work-out-Anlage, die durch Hood Training bespielt werden wird, den Seniorensport-Parcours sowie ein Baumhaus mit Wasserspielplatz. Selbst Bänke sind vorgesehen, die durch ihre stabile Ausführung auch möglichem Vandalismus trotzen sollen. Das alles soll über gepflasterte Wege erreicht werden, die sternförmig in die angrenzenden Wohngebiete führen. Alles zusammen wird sich über 4000 Quadratmeter verteilen. Genau so groß wird ein neues Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) ausfallen, das ebenfalls am Klinikum Ost angrenzt.

Schweizer Foyer nicht vor 2022

Noch immer Zukunftsmusik ist das Foyer auf dem Osterholzer Marktplatz, mitten im Schweizer Viertel. Der Baubeginn für das mehrgeschossige Gebäude am nordwestlichen Rand des Platzes ist für 2020 anvisiert, die Fertigstellung dürfte frühestens im Jahr 2022 anstehen. Schräg gegenüber in der Sankt-Gotthard-Straße 37 entkernt die Gewoba dagegen derzeit die Räume im Erdgeschoss für das Vorhaben, hier ein günstiges Café entstehen zu lassen. Erst auf der jüngsten Quartierssitzung des Schweizer Viertels wurden erhebliche Mittel freigegeben, damit in die Räume eine Küche installiert werden kann. Ein kostengünstiges Angebot eines Mittagstisches direkt im Kern des Quartiers ist das Ziel. Auch in diesem Cafè, mit der Möglichkeit eines gemütlichen Außenbereichs im Sommer, sollen Veranstaltungen und Beratungsangebote stattfinden können. Derzeit ist Quartiersmanager Aykut Tasan zudem mit dem Theater Bremen im Gespräch um Proben und Aufführungen oder Proben in die neu entstehenden möglichen Spielorte im Quartier zu holen.

Der Neubau des Nachbarschaftstreff Am Siek liegt dagegen momentan noch auf Eis. Das aktuell genutzte Gebäude gilt unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten als nicht mehr sanierbar. Ein entsprechender Neubau an dieser Stelle wurde allerdings als wenig sinnvoll bewertet, unter anderem weil er an diesem Standort nur möglich wäre, eingeschossig zu bauen. Alternativ soll darum ein größerer Grünstreifen am Lachmundsdamm mit zusätzlichen Wohnungen und neuen Räumen für den Nachbarschaftstreff bebaut werden. Doch die Gewoba hat dieses Bauvorhaben aus Kapazitätsgründen vorerst zurückgestellt.

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Weitere kleinere Projekte im Stadtteil: Beim Spielplatz an der Sankt-Gotthard-Straße sollen demnächst Sitzgruppen und eine Kunststofffläche für Ballspiele wie Basketball entstehen. Und auch für den öffentlichen Spielplatz am Ute-Meyer-Weg stehen Planungen zur Neugestaltung an.

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