Bremen

Bewusst großer und repräsentativer Bau

Zur Planung des sogenannten Schweizer Foyers gab es eine Einwohnerversammlung
16.11.2018, 19:45
Lesedauer: 3 Min
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Von Edwin Platt

Gut zehn Bewohner hatten auf den Stuhlreihen im Saal des Ortsamtes Platz genommen. Einige Osterholzer Beiräte und Josefa Weht, Stadtplanerin des Senats für Umwelt, Bau und Verkehr waren ebenfalls gekommen. Insgesamt aber ein überschaubares Publikum, dass Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter zur Einwohnerversammlung über die Planung des sogenannten Schweizer Foyer begrüßen konnte. Johann Christian Plagemann, Projektleiter der Gewoba, und Claudia Dappen, Ingenieurin der Architekten Baumgarten und Partner, stellten dennoch die aktuellen Pläne für die Brachfläche am Osterholzer Marktplatz vor.

Die sehen einen weitgehend vierstöckigen Bau vor, dessen Erdgeschoss jedoch mit rund vier Metern Deckenhöhe konzipiert ist. Der Grund ist ein für den Straßenbahnbetrieb erforderliches und an dem Standort schon vorhandenes Gleichrichterwerk, dass nach einigem Hin und Her (wir berichteten) nun durch das neue Gebäude überbaut wird. Der Neubau soll außerdem einen siebenstöckigen so genannten Turm erhalten.

Eingänge sind zum Marktplatz wie auch zur Haltestellenseite vorgesehen. Im Erdgeschoss sind das Ortsamt, sowie ein Veranstaltungssaal vorgesehen. Auf der Marktplatzseite soll ein Bäcker einziehen, der auch zur Straßenbahnhaltestelle hin offen ist. Eine Außengastronomie wird möglich sein. Gewerbe und Wohnen erhalten jeweils separate Treppenhäuser. Ein Zwischengeschoss in einem Teil des Gebäudes wird der Haustechnik dienen. Ob auch die Polizeistation einzieht, ist laut Plagemann offen aber möglich.

Im ersten Stock soll betreutes Wohnen entstehen sowie Plätze für Kinder mit Intensivpflegebedarf. Das zweite Geschoss sollen Arbeiter Samariter Bund oder/und Rotes Kreuz nutzen und unter anderem Wohnungen für Alleinerziehende bieten. Das dritte Geschoss bietet einer Kita für 70 Kinder Platz, mit einem Außengelände auf dem Dach. Der „Turm“ wird Wohnungen mit gleichem Grundriss aufweisen. Plagemann präsentiert dazu Ansichten der Planung von der Walliser Straße, vom Marktplatz und die Rückansicht. Die dabei noch grau gezeichnete Fassade, soll nach seinen Worten, qualitativ hochwertig in Rotklinkerbauweise ausgeführt werden.

Die Parkplatzsituation wurde im Umkreis von 200 Metern ermittelt. Abhängig von der Baufläche und Nutzung werden nominell 38 neuen Parkplätzen notwendig, doch nur neun davon sollen realisiert werden. Dadurch anfallende Ausgleichszahlungen sollen in Jahresfahrkarten für die künftigen Bewohner investiert werden. Zwei Behindertenplätze entstehen auf dem heutigen Taxenrufstreifen am Gleichrichterwerk. Der Bauantrag wird 2019 eingereicht, mit dem Baubeginn wird 2021 gerechnet, sodass frühesten 2023 die Fertigstellung zu erwarten ist.

Laut Josefa Weht von der Stadtplanung wird durch den Neubau ein sogenannter vorhabenbezogener Bebauungsplan notwendig. Die Einwohnerversammlung markiere dafür den Auftakt. Für Lothar Dräger im Publikum ein kleiner Aufreger. Der Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Kuhkamp bemängelt die Einladung per Mail. Sie sei nicht korrekt angekommen, worauf er auch die eher geringe Beteiligung zurückführt. Ein Einwand, den Weht zurückweist. Die Einladung sei über die Presse korrekt erfolgt und dieser Weg auch ausreichend.

Daneben gab es auch einige inhaltliche Anmerkungen: Eine Dame aus dem Publikum wirft ein, dass bei vier Metern Geschosshöhe im Erdgeschoss und sieben Stockwerken, insgesamt fast acht Stockwerke erreicht seien. Sie hält fünf Stockwerke für ausreichend. Plagemann hält dem entgegen, dass bewusst ein großer, repräsentativer Bau entstehen soll, der das Zentrum von Osterholz markiert. Durch die Bauhöhe seien Dritte im Umfeld auch nicht beeinträchtigt, beispielsweise durch Schattenwurf.

Sorge bereitet auch die Bauphase selbst. So dürfe die Baustelle nicht den regelmäßigen Wochenmarkt gefährden und auch Schäden am Pflaster des Marktplatzes seien zu vermeiden, weil es zur Ausbesserung kein gleichartiges Pflaster mehr gebe. Beiratsmitglied Klaus Sporleder (CDU) mahnte schließlich noch Ersatz für die nötigen Baumfällungen in Osterholz an.

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