Nach langem Warten Perspektive für den Jugendtreff

Im März fällt die Entscheidung für eine umfassende Sanierung des Jugendtreffs Blockdiek.
18.02.2021, 05:00
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Perspektive für den Jugendtreff
Von Christian Hasemann

Der Jugendtreff Blockdiek ist bei vielen Jugendlichen aus dem Quartier, aber auch darüber hinaus, eine der wenigen Anlaufstellen in der unmittelbaren Umgebung für Heranwachsende. Insbesondere das Tonstudio und das umfangreiche Sportprogramm locken Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil Osterholz in die Mühlheimer Straße. Die Räume des Jugendtreffs hingegen sind in die Jahre gekommen und gerade in Corona-Zeiten ist der Raum knapp. Nun deutet sich eine Lösung an: Im März entscheidet der Betriebsausschuss der Werkstatt Bremen über eine Sanierung des Gebäudekomplexes, in dem der Jugendtreff Mieter ist.

Pläne immer wieder verworfen

Pläne hatte es schon viele gegeben, Modelle und sogar Planungsskizzen wurden verfasst. Eine große Lösung für den Jugendtreff, zum Beispiel in der zuvor seit Jahren leer stehenden Sportgaststätte, wurde vom Sportressort schon vor zwei Jahren verworfen.

Ausschussmitglied Wolfgang Haase (SPD) blickte in der Fachausschusssitzung auf die lange Vorgeschichte der Planungen für eine Sanierung zurück. „Es ist eine unendliche Geschichte, der Ordner ist schon sehr dick.“ Schon seit Jahren beschäftige sich der Beirat mit der Thematik. „Erst hieß es: neue Räume. Dann: alles wieder zurück.“ Selbst die Sozialsenatorin, Anja Stahmann (Grüne), sei vor Ort gewesen. „Und leider ist es durch verschiedene Umstände dazu gekommen, dass bis heute nichts geschehen ist.“ Er glaube, dass es Zeit werde, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. „Damit wird die Situation der Jugendlichen vor Ort verbessern.“

Ursprünglich wollte die Werkstatt Bremen den Standort in der Mühlheimer Straße aufgeben, das hätte voraussichtlich auch das Aus des Jugendtreffs an dem Standort bedeutet. Der Jugendtreff nutzt nämlich einen Teil der Räume der Werkstatt Bremen. Die Werkstatt Bremen, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen anbietet, rückte von diesen Plänen allerdings ab. In der Folge entstanden Pläne für eine Sanierung und eine weitere gemeinsame Nutzung des Gebäudes.

Die Lösung sah unter anderem eine umfassende Sanierung aller Räume, den Anbau von Räumen, neue Sanitärräume und die Erweiterung der gemeinsam genutzten Gymnastikhalle vor.

„Baugenehmigung vorhanden“

Allerdings verschwanden diese Pläne offenbar erst einmal in der Schublade. Von dort barg sie Hans Horn, seit vergangenem Jahr Geschäftsführer der Werkstatt Bremen. „Die Sanierung hat mich vom ersten Tag an beschäftigt“, setzte er eingangs an. Auch bei der Werkstatt sei der Ordner sehr, sehr dick. „Unser Stand ist, dass es eine Bauplanung für die Sanierung gibt und in der beide Seiten ein gemeinsames und gutes Miteinander finden können.“ Tatsächlich gebe es sogar schon eine Baugenehmigung für die Bauplanung. „Warum das ganze Projekt 2019 ins Stocken geraten ist, kann ich ihnen leider nicht sagen.“

Nun soll es aber schneller vorangehen. „Für uns ist das Gebäude dringend sanierungsbedürftig, deswegen hat es auch eine hohe Priorität und soll schnell umgesetzt werden.“ Einen Wermutstropfen musste der Geschäftsführer der Werkstatt Bremen den Ausschussmitgliedern dennoch hinzufügen. „Wir können das nicht allein entscheiden.“ Als städtischer Eigenbetrieb bestimmt der Betriebsausschuss über die Entscheidung zur Sanierung. Diese werde im März auf der nächsten Sitzung fallen.

Über einen möglichen weiteren zeitlichen Verlauf der Sanierungsarbeiten, vorbehaltlich der Zustimmung des Betriebsausschusses, wollte Horn keine Angaben machen. „Meine Motivation sind die Menschen mit Beeinträchtigungen und für diese gute Bedingungen zu schaffen.“ Gehe es nach ihm, soll dies so schnell wie möglich geschehen. „Aber es gibt noch ein paar Dinge zu klären.“

Osterholz Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter hofft auf eine zügige Umsetzung. „Und ich finde, dass eine gemeinsame Nutzung richtig ist, weil Menschen mit Beeinträchtigungen in die Mitte der Gesellschaft gehören.“

Weitere Informationen

Der Jugendtreff Blockdiek in freier Trägerschaft der Bremer Sportjugend befindet sich in der Mühlheimer Straße 4. Telefonisch erreichbar unter der Nummer 471011, E-Mail-Adresse jtblockdiek@aol.com. Mehr Infos auf www-jugendtreff-blockdiek.de.

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