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Osterholz-App geht an den Start

Die neue Osterholz-App bietet den Nutzern umfassende Informationen rund um den Stadtteil. Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter hat aber noch mehr im Sinn als die Information der Stadtteilbewohner.
29.06.2020, 06:45
Lesedauer: 2 Min
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Von Silja Weißer
Osterholz-App geht an den Start

Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter verspricht sich von der App, die junge Zielgruppe besser zu erreichen.

Frank Thomas Koch

„Bremen-Osterholz“ heißt die kostenlose Smartphone-App, die Stadtteilbewohnern Informationen über ihr Quartier geben soll. Sie steht ab sofort zum kostenlosen Download bereit – sowohl für Android in Googles Playstore als auch für iOS im App Store.

Eineinhalb Jahre dauerte die Entwicklung des digitalen Nachschlagewerks. Aufgeführt sind die geschichtliche Entwicklung des Stadtteils, aktuelle Aktivitäten in Osterholz sowie Adressen und Öffnungszeiten von Bildungs- und Kultureinrichtungen, Restaurants, Ärzten und Einkaufszentren, Notrufnummern und vieles mehr rund um Osterholz. Ein weiterer thematischer Baustein ist das Ortsamt und der Beirat mit seinen Fachausschüssen. Für Ortsamtsleiter Ulrich Schlüter stellt die App eine Ergänzung zum vorhandenen Angebot in gedruckter Form dar. Die Broschüre im Handtaschenformat ist seit langem im Ortsamt erhältlich, werde aber nicht mehr gerne genutzt, sagt Schlüter. Vor allem jüngere Menschen bedienten sich vornehmlich digitaler Medien. Für sie soll es mit der App nun ein zielgruppenorientiertes Angebot geben. Als gewünschten Nebeneffekt erhofft sich der Ortsamtsleiter, die jüngere Generation – vor allem 20- bis 30-Jährige – für die Arbeit im Ortsbeirat begeistern zu können.

Ob diese von der Stadtteil-App aber überhaupt Gebrauch machen und sich nicht eher über Online-Suchdienste ihre Informationen holen? Der Suchweg sei bei der App wesentlich kürzer, meint Schlüter. Anstatt mit vielen Klicks zur gewünschten Information zu gelangen, würden in Osterholz relevante Themen komprimiert angeboten, erklärt er die Idee, die hinter der Bremen-Osterholz-Applikation steht. Die technische Umsetzung hat der BVB-Verlag mit Sitz in Nordhorn übernommen.

Florian Boehlke, Ortsamtsleiter von Burglesum, hat andere Erfahrungen gemacht. Ebenfalls mit Unterstützung des BVB-Verlags wurde 2015 eine App für Burglesum auf den Markt gebracht. „Anfangs lief das richtig gut. Aber mittlerweile haben wir kaum noch Nachfragen“, berichtet Boehlke. Im Alltag werde doch eher über Google recherchiert und nicht auf eine App zugegriffen, vermutet er als Grund für das gesunkene Interesse.

Wie groß die Nachfrage in Osterholz ist, kann Schlüter noch nicht ermitteln. Das Angebot müsse sich erst noch herumsprechen. Doch er führt einen weiteren Vorteil gegenüber Google auf. „Nach dem derzeitigen Stand der Dinge sind die Informationen in der App aktuell und korrekt“, sagt er. Durch mühseliges Herumtelefonieren habe die ehemalige Ortsamtsmitarbeiterin Christina Contu (jetzt Mitarbeiterin im Ortsamt West) im Internet veröffentlichte Öffnungszeiten und Telefonnummern überprüft. Viele Einrichtungen und Unternehmen hätten im Normalfall nicht die Zeit für diese Arbeit und würden nicht ständig Aktualisierungen einpflegen.

Über die Kosten der neuen Anwendungssoftware weiß Ulrich Schlüter keine Auskunft zu geben. Für ihn sei vor allem wichtig, dass der Beirat sich nicht an der Finanzierung beteiligen musste, da die App sich ausschließlich über die Privatwirtschaft trage. Arztpraxen, Apotheken, die Gewoba, der Weserpark, viele der im Angebot aufgeführten Unternehmen fungierten als Geldgeber, so Schlüter.

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