Fehlende Einnahmen

Stadt übernimmt Bäderbetriebe-Defizit

Die Bäderbetriebe GmbH mit Stadthalle und Allwetterbad vermeldet für 2020 ein Minus von 474.000 Euro. Das Defizit kann ausgeglichen werden, weil eine andere Firma in der Krise top Ergebnisse liefert.
16.09.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Stadt übernimmt Bäderbetriebe-Defizit
Von Christian Valek

Osterholz-Scharmbeck. Die Bäderbetriebe GmbH hat das Geschäftsjahr 2020 mit einem Verlust von 474.000 Euro abgeschlossen. Die Gesellschaft, zu der Allwetterbad, Stadthalle und Stadtwerke gehören, legte damit aus Sicht der Finanzausschuss-Mitglieder ein achtbares Gesamtergebnis vor. Nach dem betriebswirtschaftlich entbehrungsreichen Corona-Jahr hatten einige offenbar mit einem höheren Minus gerechnet. Sie sprachen sich einstimmig dafür aus, das Defizit aus Rücklagen im Stadthaushalt zu decken.

Einnahmeausfälle bei Bad und Stadthalle

Bereits im Wirtschaftsplan für das Jahr 2020 war man von einem Defizit von 366.000 Euro für die Bäderbetriebe ausgegangen. So gesehen sei das jetzige Ergebnis etwa 108.000 Euro höher als angenommen, wie Stadt-Kämmerer Volker Lütjen und Oliver Milz als Geschäftsführer der Stadtmarketing-Gesellschaft und Prokurist der Bäderbetriebe GmbH erläuterten. Zum Abfedern der Einnahmeausfälle von Bad und Stadthalle in der Corona-Krise seien die Betriebskosten der Einrichtungen – im Rahmen der technischen Möglichkeiten – gesenkt worden. Die gesamte Branche sei in der Krise durch Schließungsverfügungen und zeitlich befristete Sonderregelungen stark beeinträchtigt gewesen, betonte Milz. Auch hohe Anforderungen an Hygiene hätten den Betrieb geschwächt. Statt 276.000 Besucher, wie in 2019, kamen 2020 nur 81.000 Gäste ins Allwetterbad. Die Erlöse nahmen entsprechend ab.

Weiterbildung und Kurzarbeit

Zum Eindämmen der Kosten wurden die Schließzeiten für technische Arbeiten und Weiterbildungen genutzt. Zudem wurde für Beschäftigte zeitweise die Kurzarbeit-Regelung eingeführt, wurden öffentliche Fördermittel in Anspruch angenommen. Alles in allem sei man unter Einsatz dieser Mittel verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen, so die Einschätzung von Kämmerer und Geschäftsführer.

Wie in den Vorjahren ist der Ausgleich des Bäderbetriebe-Defizits durch das positive Wirtschaftsergebnis der Osterholzer Stadtwerke möglich. An ihnen ist die Stadt Osterholz-Scharmbeck mit 47 Prozent beteiligt. Aus dieser Beteiligung fließen knapp 2,4 Millionen Euro in die Stadtkasse. Damit werden operatives Minus von Allwetterbad (etwa 1,8 Millionen) und Verlust der Stadthalle (knapp 657.000 Euro) inklusive fälliger Steuer- und Zinslast ausgeglichen.

Deckung aus Rückstellung

Im Stadthaushalt waren für die Übernahme der Verluste schon Mittel in Höhe von 150.000 Euro eingeplant. Der Rest soll über bereits gebildete Rückstellungen gedeckt werden. Ob es so kommen kann, entscheiden die Ratsmitglieder am 30. September. Sie geben grünes Licht für weitere Beschlüsse: Die finale Beschlussfassung über die endgültige Verwendung des Jahresergebnisses 2020 erfolgt durch die Gesellschafterversammlung. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Michael Rolf-Pissarczyk (CDU), stellte klar, dass die Verluste in etwa auf „Planungsniveau“ seien. Denn auch in den Vorjahren hatten die Bäderbetriebe GmbH ein Defizit ausgewiesen: Im Jahr 2019 lag es bei 292.000 Euro. Mit Corona seien es nun 474.000 Euro. Rolf-Pissarczyk wies darauf hin, dass die Fixkosten derartiger Häuser der Knackpunkt seien. Als Beispiel nannte er die Stadthalle als Veranstaltungsort. „Wenn wir unsere Stadthalle betreiben wollen, müssen wir investieren.“ Er dankte in diesem Zusammenhang den Mitarbeitern der Bäderbetriebe für ihren Einsatz. „Wir müssen all das Gute beachten, dass die Stadthalle bewirkt hat.“

Entlastung für Aufsichtsrat

In folgender Abstimmung votierten die Ausschussmitglieder dafür, den Fehlbetrag in Höhe von 474.000 Euro wird durch die Stadt als sogenannte Gesellschafterin auszugleichen. Neben den dazu bereits im Haushalt eingestellten 150.000 Euro sollen 324.000 Euro aus einer dafür gebildeten Rückstellung entnommen werden. In zwei weiteren Abstimmungen wurden Torsten Rohde als Geschäftsführer und der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe GmbH entlastet.

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