Illegales Parken

Footballverein Firebirds sucht Parkplätze

Die Stadt Bremen hat eine bisher genutzte Brachfläche, die von Besuchern eines Footballvereins als Parkplatz genutzt wurde, mit Findlingen absperren lassen. Der Verein befürchtet nun Chaos in den Nebenstraßen.
01.12.2019, 22:17
Lesedauer: 3 Min
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Footballverein Firebirds sucht Parkplätze
Von Christian Hasemann
Footballverein Firebirds sucht Parkplätze

Ein neuer Hinkelsteinpark in Osterholz. Im Hintergrund ist das Spielfeld der Bremer Firebirds zu erkennen.

Petra Stubbe

Vielleicht könnten sie die Steine gemeinsam sogar einfach wegtragen – die nötige Kraft brächten die Spieler der Bremer Firebirds wohl auf. Fraglich aber, ob sich dadurch der Konflikt um eine als Parkplatz genutzte Grünfläche auflöst. In der vergangenen Woche hatten Arbeiter gegenüber der Sportanlage der Firebirds an der Osterholzer Heerstraße im Auftrag der Stadt große Findlinge abgeladen, um dort zukünftig das Parken zu verhindern.

„Wir benutzen die Fläche schon seit circa 20 Jahren als Parkplatz“, sagt Wolfgang Kietzer, Vizepräsident der Bremen Firebirds. Durch die Absperrung sei dem Verein diese Möglichkeit genommen worden. „Bei Heimspielen haben wir 200 bis 300 Besucher, die suchen jetzt einen Parkplatz in den Wohnstraßen“, befürchtet Kietzer.

Parken nicht erlaubt

Rein rechtlich gesehen, war die Nutzung der Rasenfläche an der Osterholzer Heerstraße trotz Gewohnheit nicht zulässig. Illegal parkende Pkw und vor allem Lastwagen auf Brachflächen entlang der Osterholzer Heerstraße haben in der Vergangenheit immer wieder für Ärger im Stadtteil gesorgt. Dass es diese Gelegenheiten überhaupt gab und gibt, liegt auch an der geplanten und in Osterholz gewünschten Verlängerung der Straßenbahngleise über das Sebaldsbrücker Depot hinaus in den Bremer Osten.

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Im Vorgriff hat die Stadt in den vergangenen Jahren direkt an der Osterholzer Heerstraße gelegene Grundstücke angekauft, damit der notwendige Platz für die Gleisanlagen bei einem Ausbau vorhanden ist. Die Wiese gegenüber dem Sportplatz der Firebirds ist nur eines einer ganzen Reihe von Grundstücken, die abgepollert oder mit Steinen abgesperrt wurde. Ziel war vor allem, das wilde Abstellen von Transportern und Lastwagen zu verhindern.

2017 habe es Gespräche mit dem Ortsamt gegeben, dass Immobilien Bremen (IB) und die Stadtplanung vorhaben, die Fläche abzupollern, sagt Wolfgang Kietzer. Demnach wurde dem Verein ein Angebot gemacht. „Wir hätten 50 000 Euro in die Fläche investieren können, um sie als Parkplatz herzurichten“, so Kietzer über das Ergebnis der Gespräche. Geld, das der Verein nicht ausgeben wollte und nach seinen Worten auch nicht ausgeben konnte. „Das können wir als kleiner Verein nicht machen.“ Übernommen hätte der Verein, so Kietzer, aber sehr wohl die Grünpflege und den Schnitt der Rasenfläche und auch die Müllentsorgung. Auch Versuche, mit Gewerbetreibenden eine Lösung zu finden und deren Parkplätze zu nutzen seien ergebnislos gewesen.

Nach Angaben Kietzers kämen viele Besucher, aber auch Spieler, mit dem Auto zum Sportplatz der Firebirds. „Die Besucher reisen aus Oldenburg oder auch Göttingen an und auch der ÖPNV ist hier nicht besonders gut“, sagt Kietzer.

Der Sport American Football ist in Deutschland nicht verbreitet, es gibt nur wenige Vereine. Ein Blick in den Spielplan der Firebirds verrät, wo die gegnerischen Mannschaften herkommen: Kiel, Flensburg, Hamburg, Rendsburg und Rotenburg an der Wümme. Aber auch die eigenen Spieler reisen zum Teil extra aus Wilhelmshaven an.

Hoffen auf Alternativen

Wolfgang Kietzer hofft nun auf einen Runden Tisch mit allen Beteiligten und wünscht sich Unterstützung aus dem Beirat und dem Ortsamt. „Die Saison geht ja erst im April los“, so seine Hoffnung, dass es noch zu einer anderen Lösung kommen kann. „Es hätte ja auch eine Schranke sein können oder man hätte ja auch einfach eine kleine Durchfahrt für Pkw lassen können, sodass nur Lkw nicht raufkommen.“ Bleibt es bei dem jetzigen Zustand befürchtet Wolfgang Kietzer einen Zuschauerschwund und mehr Parkplatzsuche in den Wohnstraßen.

Große Hoffnungen kann sich der Verein offenbar allerdings nicht machen. Klaus-Peter Sporleder (CDU), Sprecher des Verkehrsausschusses: „Das ist eine Anordnung der Bauamtes“, sagt er. Die Einflussmöglichkeiten des Beirates seien daher gering. Seit 2,5 Jahren werde über die Parksituation an der Osterholzer Heerstraße diskutiert. „Die Grundstücke entlang der Straße sollen attraktiv gestaltet werden, bis die Straßenbahnlinie kommt“, sagt Sporleder. Mehrere Unternehmen mussten illegal als Abstellflächen genutzte Bereiche zurückbauen. Die grüne Rasenfläche sei nun zwar auch erst mal nicht besonders ansehnlich. „Aber wir sind am überlegen, ob wir dort eine Blumenwiese anlegen lassen können“, so Sporleder.

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Zeitgleich wurden auch in der Osterholzer Landstraße Findlinge gesetzt. Diese allerdings auf Wunsch des Beirates Osterholz. Diese ­sollen in erster Linie die Bäume entlang der Straße schützen, heißt es in einer Presse­mitteilung des Ortsamtes Osterholz. Autos, die zu nahe an Bäumen parken, verdichten den Boden, dadurch können die Wurzeln und ­damit die Bäume geschädigt werden. „Wir sind die Strecke mit dem Umweltbetrieb ­abgegangen und werden auch noch mehr ­machen“, sagt Sporleder über den gemein­samen Beschluss der Beiratsfraktionen. Er weist außerdem darauf hin, dass an der Osterholzer Landstraße auf der Straße geparkt werden dürfe. Das Stadtteilparlament Beirat bezahlt diese Maßnahme aus seinem Stadtteilbudget.

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