Kultur in Osterholz

Kulturtreff sucht neue Räume

Die Vereine Kulturtreff Blockdiek und Kulturaula Ellener Hof in Bremen-Osterholz sollen zukünftig zusammenarbeiten.
23.02.2020, 23:02
Lesedauer: 2 Min
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Kulturtreff sucht neue Räume
Von Christian Hasemann

Während die Bauarbeiten auf dem Ellener Hof immer weiter voranschreiten, soll sich auch die Kulturaula im Zentrum des Geländes als Veranstaltungsort für das Quartier und den Stadtteil weiter etablieren. Im Ausschuss für Kultur des Beirats Osterholz hat sich der Verein „Deva – Interkulturelle Kompetenz in der Kinder- und Jugendhilfe“ vorgestellt, der den Kulturtreff Blockdiek übernommen hat und nach neuen Räumen und Partnern sucht.

„Der Verein hat 1986 die Arbeit aufgenommen“, erklärt Susanne Sternberg, Geschäftsführerin bei Deva. Hintergrund seien fehlerhafte ärztliche Diagnosen bei türkischen Frauen gewesen, die sich auf Sprachschwierigkeiten zurückführen ließen. „Über die Jahre haben wir immer mehr psycho-soziale Beratung gemacht“, erklärt Sternberg. Daraus habe sich der Weg zur Familienhilfe ergeben. „Wir bekommen über das Jugendamt Aufträge und wir gehen in die Familien und geben Erziehungsberatung.“ In Blockdiek betreut der Verein nach Angaben von Sternberg 28 Familien. „Für mich steht dabei der Gedanke im Vordergrund, die Familien in den Stadtteil zu integrieren.“

Eine Möglichkeit ergebe sich mit dem Kulturtreff, den die Deva vor drei Jahren übernommen habe. „Dafür suchen wir geeignete Räume“, sagte Sternberg. Beiratssprecher Wolfgang Haase (SPD) betonte, dass der Beirat schon seit Jahren ein großes Interesse daran hat, dass der Kulturtreff, ehemals Aussiedler-Freizeittreff Blockdiek, seine Arbeit zum Stadtteil öffnet. Das Angebot des Treffs wird von vielen Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken genutzt.

„Wir haben erst mal alles so gelassen, weil es gut funktionierende Gruppen sind, aber die Räume sind gruselig“, berichtet Sternberg. „Es ist so ein schöner Stadtteil, es gibt bestimmt etwas, wo wir reingehen können“, so die Hoffnung der Geschäftsführerin. Ein Wechsel zur Kulturaula habe allerdings aus mehreren Gründen noch nicht geklappt: Zum einen fehlten Gruppenräume, zum anderen Lagermöglichkeiten für Instrumente. Und nicht zuletzt gibt es offenbar ein gewisses Beharrungsvermögen der Gruppen, das jedenfalls ließ sich Sternbergs Worten entnehmen. „Aber jetzt kommt etwas Bewegung in die Sache, spätestens im Sommer soll die erste Gruppe wechseln können.“ Das Problem sei aber, dass der Verein nicht zwei Räume finanzieren könne: also die Miete für den alten Standort in Blockdiek und die Miete für die Kulturaula auf dem Ellener Hof.

Stefan Kunold, Quartiersmanager Blockdiek, ergänzte: "Die Ankündigung, dass es zu einer Win-Kürzung für Blockdiek kommt, war ein deutliches Signal." Man könne nicht mehr damit rechnen, immer denselben Betrag zu bekommen." Es habe immer wieder Diskussionen gegeben, ob sich die Miete für die Kellerräume des Kulturtreffs, die "nicht wirklich attraktiv" seien, lohne. Ein Teil der Miete wurde aus Mitteln des Förderprogramms Wohnen in Nachbarschaften (Win) finanziert. Dieses Programm soll in den kommenden Jahren für Blockdiek auslaufen. Sprich: Es gibt schrittweise weniger Geld. "Wir sind froh, wenn sich der Kostenpunkt reduzieren würde, um den Verein weiter in der Kulturaula zu unterstützen", betonte Kunold.

Wolfgang Haase warb für eine Kooperation der Kulturinitiativen vor Ort. „Ich glaube, wenn die Kulturaula und der Kulturtreff zusammenarbeiten, hat das größere Aussicht auf Erfolg, als wenn beide Vereine alleine kämpfen.“ Leider eigneten sich die Räume unter der Kulturaula aus Brandschutzgründen nicht als Gruppenräume. Es gebe aber Alternativen. „Im Café Blocksberg könnte man sich treffen, und auf dem Gelände gibt es viele Bauarbeiten, bei denen sicherlich neue Räume entstehen werden.“ Tatsächlich haben verschiedene Institutionen angekündigt, Räume für Veranstaltungen oder Projekte für das neue Quartier anzubieten.

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