Wie Bewohner von Tenever ihr Quartier sehen

Zukunftsvisionen in Kunstwerken

Im Stadtteilatelier Tenever der Quartier gGmbH ist ein generationsübergreifendes Projekt entstanden, dessen Name Programm ist: „Die Vision – Tenever, wer bist du? – zu sehen ab 16. Dezember.
05.11.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Zukunftsvisionen in Kunstwerken
Von Sigrid Schuer

„Die Visionen unseres Stadtteils werden in den Kunstwerken zu sehen sein, in ihnen werden die Gedanken und Gefühle der Bewohnerschaft sichtbar“, sagt Anna Döge, die gemeinsam mit Andrea Siamis das Stadtteilatelier Tenever der Quartier gGmbH als Projektleiterin betreut.

Das Atelier existiert in Tenever mittlerweile seit 30 Jahren. Damit ist es Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen, fanden Döge und Siamis. Ziel der gemeinnützigen Einrichtung für kulturelle Bildung und soziale Teilhabe ist es, Kulturprojekte in sozial benachteiligten Stadtteilen zu veranstalten, wo Kultur sonst kaum stattfindet, sagt Anna Döge. Der Name des von ihr ersonnenen Projektes ist dabei Programm: „Die Vision – Tenever, wer bist du?“, lautet die Frage, die die Teilnehmer jeweils auf ihre ganz persönliche Weise beantworten.

Da es coronabedingt keine Bühnen-Abschluss-Aufführungen geben darf, werden die Ergebnisse des groß angelegten Kulturprojektes ab dem 16. Dezember im Stadtteilatelier Tenever, Ludwigshafener Straße 2B, in einer Fotografie- und Video-Schau zu sehen sein. Die Arbeit der einzelnen Projekt-Gruppen ist von Magdalena Stengel dokumentiert worden. Davon können nun alle profitieren, indem sie nicht nur die Ergebnisse auf sich wirken lassen, sondern auch einen Eindruck vom Entstehungsprozess erhalten können.

„Mir war es wichtig, für die Umsetzung mit möglichst vielen Institutionen in Tenever zusammenzuarbeiten. Uns ging es darum, auszuloten, was eigentlich die Themen vor Ort sind und darum, die Menschen hier weiterhin zum kreativ Schöpferischen anzuregen“, erzählt die Projektleiterin.

Gearbeitet wurde an der frischen Luft

Die Arbeit in den Workshops wurde im September weitestgehend nach draußen verlegt. Außerdem habe es für das Projekt ein striktes Hygiene-Konzept gegeben, um sicherzustellen, dass die geltenden Corona-Auflagen eingehalten werden. Jedes Teil-Projekt mit einer Höchstteilnehmerzahl von zehn Personen wurde dabei von einem anderen Künstler, von einer anderen Künstlerin betreut. Das ermöglichte einen intensiven Austausch.

Die kleinsten Teilnehmer, will sagen, die Grundschüler ab sechs Jahren, die ihre Freizeit sonst gerne im Spielhaus verbringen, widmeten sich unter Anleitung der Tanzpädagogin und Schauspielerin Anna Jäger beispielsweise in den Herbstferien ganz der Kunstform des Tanzes. Sie ertanzten sich ihren Stadtteil sozusagen.

Angebote für Jugendliche mit Bewegungsdrang

Jugendliche mit Bewegungsdrang konnten sich derweil beim Hood-Training beim praktischen Ausprobieren von Installationen unter Anleitung des bildenden Künstlers Janis Müller austoben.

Zuweilen wären die Ergebnisse aber auch sehr intim, erzählt die Projektleiterin. So zum Beispiel die der Frauengruppe, in der auch biografisch und performativ gearbeitet wurde. „Es geht auch immer darum, gegenseitig seine Geschichte zu teilen“, resümiert Anna Döge.

Hier versammelten sich Frauen aus der Trinitatisgemeinde und des Mütterzentrums, um Gespräche zu führen und literarisch tätig zu werden. Angeleitet wurden sie dabei von Daniela Reina-Tellez, einer Performance-Künstlerin, die stets die feministische Perspektive im Blick hat. Die Kulturwissenschaftlerin und Kulturvermittlerin Asima Amriko leitete dagegen die Senioren-Mal-Gruppe der Bremer Heimstiftung an.

Weitere Informationen

Die Schau ist ab dem 16. Dezember bis zum 15. Januar 2021 im Stadtteilatelier Tenever, Ludwigshafener Straße 2B, in der Zeit zwischen 10 und 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Coronabedingt ist der Besuch nur mit vorheriger Anmeldung möglich. Per E-Mail an die Adresse doege@quartier-bremen.de oder telefonisch unter der Rufnummer 2 22 36 26.

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