Einbruchsdiebstähle rückgängig

Polizei informiert Ausschuss Osterholz über Kriminalitätsentwicklung

Wie in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Einbruchsdiebstähle gesunken. Eine weitere gute Nachricht: Die Besetzung der vakanten Kontaktpolizistenstelle in Osterholz steht kurz bevor.
24.11.2019, 21:56
Lesedauer: 3 Min
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Polizei informiert Ausschuss Osterholz über Kriminalitätsentwicklung
Von Christian Hasemann

Eine Besetzung der vakanten Kontaktpolizistenstelle in Osterholz steht kurz bevor. Diese Nachricht hat Janina Warfelmann, Kommissariatsleitung Osterholz, den Mitgliedern des Ausschusses für Inneres, Prävention und Sicherheit in Osterholz machen können. Sie hat außerdem einen Einblick auf die Kriminalitätsentwicklung im Stadtteil gegeben.

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Die neuesten Zahlen aus 2019 konnte sie noch nicht präsentieren, denn die Jahreszahlen werden erst im Frühjahr vom Innensenator vorgestellt. Generell setze sich bei Einbruchdiebstählen aber der Trend der vergangenen Jahre fort. „Es geht in die rückläufige Richtung“, so Janina Warfelmann. Dennoch: „Jeder Einbruch ist einer zu viel.“ Die Polizei Bremen werde daher in der dunklen Jahreszeit einen Schwerpunkt auf die Einbruchskriminalität legen. Sie mahnte in dem Zusammenhang auch davor, Einbrechern und besonders Auto-Aufbrechern, Gelegenheit zu ihren Taten zu geben. „Noch viel zu häufig werden offen sichtbar Wertgegenstände im Auto gelassen“, sagte sie. Auch da versuche die Polizei mit Präventionsarbeit vorzubeugen.

Minimal zugenommen hätten hingegen Anzeigen von Körperverletzungen. „Vornehmlich im Bereich der Beziehungsstraftaten, also ist nicht der öffentliche Raum der Brennpunkt.“ Ein Großteil der Körperverletzungen geschehe im häuslichen Bereich. „An dieser Stelle sind die Kontaktpolizisten ein super Organ für die Nachsorge der Opfer“, so Janina Warfelmann.

Maßnahmen gegen Drogenhandel

Eine Zunahme habe es bei den Drogendelikten gegeben. Hier schränkte Janina Warfelmann aber ein, dass dies ein Kontrolldelikt sei. Das bedeutet, dass die Zahlen immer dann steigen, wenn die Polizei besonders häufig und schwerpunktmäßig kontrolliert.

Brigitte Sauer (CDU) wollte wissen, ob die bekannten Treffpunkte im Stadtteil denn auch regelmäßig überwacht würden. Es seien nicht immer sichtbare Maßnahmen, die die Polizei durchführe, so Janina Warfelmann. „Manchmal ist es auch sinnvoller nicht gleich mit uniformierten Beamten vorzugehen.“ Will heißen: Um nicht nur Kleindealer zu erwischen, beobachtet die Polizei verdeckt die Szene, um an die Hintermänner zu kommen. „Wenn man wirklich nachhaltig sein will, muss das von langer Hand geplant sein – ohne dass wir die Situation akzeptieren würden.“ Sie appellierte außerdem an die Bürger, die Polizei zu rufen, wenn sich offensichtlich Gruppen zum Drogenkonsum oder -handel träfen. Die Namen des Anrufenden würden niemals bekannt gegeben. „Da muss sich niemand Sorgen machen.“

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„Wie steht es mit der Ortskenntnis der Kollegen im Revier?“, fragte Brigitte Sauer. „Es ist so, dass die jungen Kollegen im Streifenwagen vielleicht von außerhalb kommen“, so Warfelmann. „Aber natürlich gibt es genauso die Kollegen, die schon jahrelang in Osterholz unterwegs sind.“

Für die Stadtteile sind vor allem die Kontaktpolizisten wichtige Ansprechpartner. Diese Stellen konnte die Polizei Bremen zuletzt nicht immer gleich nachbesetzen. In Osterholz deutet sich spätestens für den Jahreswechsel eine Neubesetzung an. „Es ist zu einem ersten Auswahlverfahren gekommen. Ich rechne damit, dass wir die Stellen zeitnah wieder auffüllen können.“ Die Besetzung könne noch im Dezember oder spätestens im Januar abgeschlossen sein. „Abhängig vom Mitbestimmungsverfahren.“ Im kommenden Jahr solle außerdem die Stelle des Verkehrssachbearbeiters in Hemelingen nachbesetzt werden, der auch für Osterholz zuständig sein wird.

Personalengpässe bei der Polizei

Ein neues Gesicht wird außerdem Janina Warfelmann ersetzen. Sie selbst befände sich in der Ausbildung für den gehobenen Dienst. Dazu gehöre ein halbes Jahr Praxis im Kommissariat Ost II, also Osterholz. Danach folge ein Studium. Der Hintergrund: Der Polizei fehlt das Personal, die neu geschaffenen Stellen der Kommissariatsleiter zu besetzen und muss diese, wie im Fall Warfelmanns, erst ausbilden. Eine dauerhafte Besetzung der Position im Revier Ost II solle voraussichtlich im kommenden Jahr folgen, so Warfelmann.

Ausschusssprecher Reinald Last (Linke) wollte wissen, ob das Verhältnis zwischen Nachwuchs und ausscheidenden Beamten stimme. „Vom Bauchgefühl würde ich sagen, dass derzeit ausreichend mit großen Jahrgängen eingestellt wird“, so Warfelmann.

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