Sportlicher Treffpunkt

Spielplatz für jedes Alter

Am Klinikum Bremen-Ost in Bremen-Osterholz hat der Bau eines Mehrgenerationenplatzes für mehr als 500000 Euro begonnen. Ab Dezember sollen Jung und Alt den Platz als sozialen Treffpunkt und Sportplatz nutzen.
03.08.2019, 08:15
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Spielplatz für jedes Alter
Von Christian Hasemann
Spielplatz für jedes Alter

Die Beteiligten des mittlerweile seit neun Jahren geplanten generationenübergreifenden Projekts.

PETRA STUBBE

Es ist schon eine Hausnummer: Über 500 000 Euro. Das kostet der Mehrgenerationenplatz am Klinikum Bremen-Ost direkt am Karl-Heinz-Jantzen-Weg. Dafür soll er, sobald er fertiggestellt ist, allen Generationen im Schweizer Viertel und darüber hinaus Platz zum Sport, Treffen, Austausch und Kommunikation bieten. Zum Start der Bauarbeiten haben sich die Beteiligten vor Ort getroffen, um sich ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten zu machen und die Pläne vorzustellen.

Die Finanzierung kommt aus dem Topf der Städtebauförderung des Bundes, der Bundesländer und Gemeinden, zu der der Bund Geld beisteuert. Teil der Städtebauförderung sind zum Beispiel die Programme Soziale Stadt, Aktive Stadt- und Ortsteilszentren und Zukunft Stadtgrün.

Spielplatz der Generationen

Mit dem Geld sollen auf knapp 4000 Quadratmetern unter anderem ein Ballsportplatz und ein Workout-Bereich für Calisthenics gebaut werden sowie Sportgeräte für Senioren aufgestellt und ein Spielplatz für die Kleinsten angelegt werden. Damit der Platz von den Bewohnern auch angenommen wird und das Geld nicht für eine dann verlassene Spiellandschaft verbrannt wird, hat es mehrere Beteiligungsrunden mit Anwohnern, Kindern, Jugendlichen und Senioren gegeben.

„Das, was dort stehen wird, kommt aus dem Beteiligungsverfahren“, sagt Elke Jungbluth, Spielraumberaterin beim Amt für soziale Dienste (AfsD). Die Besonderheit sei das Workout-Element. „Das haben wir uns noch mal mit einer Gruppe aus Tenever angeschaut.“ Gemeint sind damit die Organisatoren von Hood-Training – ein inzwischen deutschlandweit bekanntes Sport-und Sozialprojekt. „Wir haben damit gute Erfahrung gemacht, über die Beteiligung hinaus ins Detail zu schauen, sodass die Angebote auch gut angenommen werden“, sagt Elke Jungbluth. Die Arbeit höre eben nicht beim Hinstellen der Geräte auf. „Wir müssen darüber hinaus schauen, wie zum Beispiel Vereine und Institutionen eingebunden werden können.“

Tanja Piening, Referatsleiterin beim Umweltbetrieb Bremen, ergänzt: „Wir haben einen großen Erfahrungsschatz innerhalb unseres Hauses, was angenommen wird und was nicht.“ Sie könne guten Gewissens sagen, dass auf dem Mehrgenerationenplatz bewährte Geräte aufgestellt werden, die angenommen werden. Ein Ziel der Planungen sei es außerdem gewesen, dass Kinder mit ihren Großeltern kommen können und jeder etwas für sich finde. „Und natürlich haben wir auf Langlebigkeit und Vandalismussicherheit geachtet“, sagt Piening.

Noch nicht geklärt ist indes die Frage der Beleuchtung. „Die mussten wir erst mal raus nehmen wegen der Kosten“, sagt Aykut Tasan. Möglicherweise könne diese im Zuge des geplanten Umbaus des Karl-Heinz-Jantzen-Weges nachgeholt werden.

Die Pflege der Anlage übernimmt nach Ende der Arbeiten der Umweltbetrieb Bremen. Zur Verfügung gestellt wurde die Fläche allerdings vom Klinikum Bremen-Ost.

Quartiersmanager Aykut Tasan, auf dessen Initiative der Mehrgenerationenplatz maßgeblich zurückgeht, dankte dann auch Judith Borsch, Direktorin am Klinikum Bremen-Ost. „Ohne das Klinikum hätten wir das nicht umsetzen können.“ Judith Borsch sieht in dem Platz einen echten Mehrwert für Osterholz. „Aber auch für unsere Mitarbeiter und vielleicht auch unsere Patienten.“ Das in unmittelbarer Nachbarschaft geplante Gesundheitszentrum Medicum sei eine gute Ergänzung zu dem Platz. „Dort entsteht auch ein Café, wo sich Eltern und Besucher etwas zu trinken kaufen und sich hinsetzen können.“

Fast zehn Jahre hat es von der ersten Idee bis zur Umsetzung gedauert. „2010 wurde die DRK-Hütte abgerissen“, erinnerte Beiratssprecher Wolfgang Haase (SPD). „Der damals gerade neue Quartiersmanager hatte die Idee, dass die Fläche nicht für die Bewohner verloren gehen darf“, fügte er mit Blick auf Aykut Tasan an. Diese Idee habe der Beirat gerne unterstützt. Auch lobte er das Beteiligungsverfahren – mit einer persönlichen Einschränkung: „Der Boule-Platz ist dabei leider auf der Strecke geblieben, aber vielleicht kommt der ja noch später“, sagte Haase.

Zäune werden abgebaut

Zum Jahreswechsel sollen die Bauarbeiten beendet sein. Derzeit läuft der Einbau der Tragschichten im Kleinspielfeld und der Calisthenics-Fläche und die ersten Bordsteine werden gesetzt.

Im nächsten Schritt sollen die Pflasterarbeiten um die Spielfelder und Trainingsflächen beginnen und die Sandspielflächen hergerichtet werden. Fünf neue Laubbäume lässt der Umweltbetrieb als Schattenspender um den zentralen Platz pflanzen. Damit alle Angebote gut zugänglich sind, sollen die Zäune, die das Gelände bisher nach drei Seiten abschirmen, abgebaut werden.

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