Bewohner zeigen ihr Leben im Stadtteil Tenever in Bildern

„Tenever – wer bist du?“ lautete die Frage, die die Menschen im Stadtteil im Rahmen eines Kulturvermittlungsprojekts künstlerisch beantwortet haben. Die Ergebnisse sind im Quartier-Atelier ausgestellt.
18.01.2021, 05:00
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Von Margot Müller

Im Ote-Zentrum an der Otto-Brenner-Allee herrscht aktuell weitgehend Stillstand, aber im Stadtteil-Atelier von Quartier tut sich was. Projektleiterin Anna Döge und die Fotografin Magdalena Stengel haben dort die Resultate ihres Projektes „Tenever – wer bist du?“ für eine interne Präsentation zusammengestellt. Im vorderen Bereich des Atelierraums hängen gerahmte große Fotomotive an den Wänden und im hinteren Bereich ist eine Video-Installation aufgebaut. Die Ausstellung ist derzeit nur für die Projektbeteiligten zugänglich, damit sie sich ihre Arbeitsergebnisse noch mal in Bildern anschauen können.

Im September hatte die gemeinnützige Einrichtung Quartier ein besonderes Projekt gestartet, um nach 30 Jahren kultureller Bildungsarbeit in Tenever eine Art von Bestandsaufnahme zu gestalten. Unter dem Motto „Die Vision“ sollten die Wünsche und Vorstellungen der in Tenever lebenden Menschen mit künstlerischen Darstellungsformen sichtbar werden. Das Projekt wurde gefördert durch das Programm Wohnen in Nachbarschaften.

Was macht einen lebenswerten Stadtteil aus?

„Dazu haben wir unser Stadtteilatelier über vier Monate quasi in ein Forschungslabor umgewandelt“, berichtet Anna Döge von Quartier. Man wollte herausfinden, wo die Bedürfnisse der Bewohner liegen und Fragen klären: Was macht einen lebenswerten Stadtteil aus? Welche Bedeutung hat soziokulturelle Identität vor Ort? Wie hat sich der Stadtteil in den letzten Jahren kulturell und sozial entwickelt?

Ein Team mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen – Bildende Kunst, Tanz, Dialog, Installation und Fotografie – machte sich an die Arbeit. „Wir haben vier Gruppen mit Kindern, Jugendlichen, Frauen und Senioren zusammengestellt, um intensiv zu arbeiten“, erzählt Anna Döge weiter. Dabei sei es wichtig gewesen, mit möglichst vielen Institutionen vor Ort zusammenzuarbeiten.

Die Fotografin Magdalena Stengel wurde beauftragt diese künstlerischen Prozesse in Video- und Fotoaufnahmen ausführlich zu dokumentieren.

Auch die Jüngsten wurden einbezogen

So entstanden künstlerische Werkstätten zum Thema „Tenever – wer bist du?“. Die jüngste Teilnehmergruppe, Schülerinnen ab sechs Jahren aus dem Spielhaus in Tenever, beschäftigten sich in den Herbstferien unter Anleitung der freiberuflichen Schauspielerin Anna Jäger mit der Kunstform des Tanzes zu selbst gewählter Musik. „Die Energie der Mädchen und die Lust am Tanzen haben mich tief bewegt“, ist ein Fazit der Tanzpädagogin.

Sechs Jugendliche mit Bewegungsdrang haben sich auf dem Freiluft-Parcours vom Hood-Training kreativ ausgetobt. Beim praktischen Ausprobieren von Installationen und menschlichen Skulpturen unter Anleitung des bildenden Künstlers Janis Müller sind recht originelle Motive herausgekommen. Der Bremer Künstler ist bekannt durch seine raumgreifenden Installationen, Klang- und Videoarbeiten mit Alltagsobjekten.

Die Kulturvermittlerin Asima Amriko ist Lerncoach an der Universität Bremen und betreute eine Senioren-Mal-Gruppe der Bremer Heimstiftung. Sie leitete bei den Treffen zu kreativen Wort-Bild-Collagen an. In der Ausstellung hängt eine Bild-Collage über das Ote-Stadtteilhaus an der Ludwigshafener Straße. Die Frauengruppe mit Teilnehmerinnen aus der Trinitatisgemeinde und vom Mütterzentrum wurde literarisch tätig.

Angeleitet wurden sie von der Kulturwissenschaftlerin Daniela Reina-Tellez. Die Künstlerin kommt aus Kolumbien und sie sieht Migration als Chance mit der Kraft von Gemeinschaft. Wegen der Pandemie konnte der Workshop nicht zu Ende geführt werden. Von Daniela Reina-Tellez stammt übrigens auch die pastellfarbene Illustration auf dem Ausstellungsflyer „Die Vision“.

Weitere Informationen

Die Ausstellung zum Projekt „Tenever – wer bist du?“ im Quartier-Atelier in Tenever an der Ludwigshafener Straße ist wochentags nach vorheriger Anmeldung einzusehen. Weitere Informationen gibt es online unter der Webadresse www.quartier-bremen.de/die-vision.

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