Nach dem Hochhausbrand

Sanierung soll im Frühjahr beginnen

Vertreterin der Hausverwaltung des Wohnblocks Neuwieder Straße stellt sich nach dem Brand den Fragen der Mieter. Ein Sanierungskonzept soll voraussichtlich bis zum Winter stehen.
21.09.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Sanierung soll im Frühjahr beginnen
Von Christian Hasemann

Nach der Sitzung der Stadtteilgruppe Tenever, in der erstmals eine Vertreterin der Hausverwaltung ZBVV aus Erlangen Fragen der Mieter des brandgeschädigten Wohnblocks Neuwieder Straße 3 beantwortete, überwogen die skeptischen Minen. Die Nachricht des Abends ist dennoch eine für die Mieter positive gewesen: Es soll an einem Sanierungskonzept für das in die Jahre gekommene Gebäude gearbeitet werden.

Anfang Juli hatten Brandstifter vor der Fassade abgestellte Müllcontainer in Brand gesetzt. Dabei entzündete sich ein Teil der Fassade, konnte aber von der Feuerwehr Bremen, die nur wenigen Minuten später vor Ort war, rasch gelöscht werden. Einzelne Wohnungen über dem Brandherd wurden verrußt. Nach dem Brand mussten die Bewohner des Hauses drei Wochen warten, bis sie wieder Warmwasser in ihren Wohnungen hatten.

Die Probleme in dem Haus reichen aber viel weiter in die Vergangenheit: Seit Jahren warten die Mieter auf eine grundlegen Sanierung des Wohnhauses. Sie berichten von Vandalismus, Schimmel und Drogenhandel in dem Haus. Für die ZBVV, die im Auftrag der eigentlichen Eigentümerin, ein Konsortium aus ZIB, ebenfalls mit Sitz in Erlangen, und der Investmentgesellschaft Union Invest aus Frankfurt am Main, die Verwaltung des Wohnblocks übernommen hat, war Nicole Dildei nach Bremen gekommen.

„Das sie seit Jahren leiden, weiß ich und das verstehe ich“, sagte sei eingangs. Die Mängelliste solle so schnell wie möglich abgearbeitet werden. Sie habe außerdem die Nachricht erhalte, dass Gelder für die Sanierung bereitgestellt worden seien. „Ich hoffe, dass wir mit den ersten Maßnahmen im Frühjahr 2021 beginnen können.“ Diese Nachricht allerdings geriet etwas ins Hintertreffen. Denn Nicole Dildei reagierte auf die eher sachlich gehaltenen und nicht persönlich angreifenden Fragen der Mieter und der Vertreter der Stadtteilpolitik und Ortsamt dünnhäutig, hatte auf viele Fragen keine Antworten und wollte sich nur auf wenige Zusagen festlegen. Eine Reaktion, die bei einigen im Publikum zu sichtbarem Kopfschütteln führte. Cemile Tolan vom Jugendhaus Tenever fasste dann dieses Unverständnis in deutlich Worte. „Ihre Haltung gefällt mir nicht, sie fühlen sich angegriffen. Zeigen sie doch ein bisschen Empathie für die Menschen“, forderte sie Nicole Dildei auf.

Auch Beiratssprecher Wolfgang Haase (SPD) fand deutliche Worte: „Seit vielen, vielen Jahren beschäftigt uns die Neuwieder Straße. Was nicht passieren darf, ist, dass die Mieter als Bittsteller auftreten müssen.“ Und weiter: „Wir werden in Zukunft ganz genau hinschauen, wie es den Menschen in ihren Wohnungen geht.“

Mieter Nesim Arslan mahnte den Blick nicht nur auf die Beseitigung der Brandschäden zu verengen. „Es wäre fatal, die Zustände nur auf den Brand zu reduzieren.“

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