Mitglieder des Kippenberg-Orchesters berichten von elftägiger Konzertreise

Austausch vermittelt neues Bild von Israel

Schwachhausen. Jonathan hat ein neues Bild von Israel gewonnen. Der 19-Jährige gehört zu den 29 Jugendlichen des Jugendkammerorchesters beim Kippenberg-Gymnasium, die vom 1. bis 11. Mai Israel besuchten.
04.06.2010, 16:33
Lesedauer: 2 Min
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Von Carolin Henkenberens
Austausch vermittelt neues Bild von Israel

Die Israelreise sei ein tolles Erlebnis gewesen, sind sich Frederik, Franziska, Julie und Jannis (v. links) vom Kippenbe

Stubbe

Schwachhausen. Jonathan hat ein neues Bild von Israel gewonnen, das nicht mehr dem vorherigen, eher negativ besetzten, entspreche. Das sei durch die Medienberichterstattung geprägt gewesen, die Israel oft nur als Land des Krieges und der Gewalt darstelle. Der 19-jährige Jonathan Brekenfeld gehört zu den 29 Jugendlichen des Jugendkammerorchesters beim Kippenberg-Gymnasium, die vom 1. bis 11. Mai Israel besuchten.

'Ich habe viele schöne Erfahrungen gemacht', erzählt Jonathan, der Schüler der Waldorfschule in Osterholz ist. Seine Orchesterkollegin Caroline Schnelle vom Kippenberg-Gymnasium war von der Offenheit der Menschen überrascht: 'Sie haben sich auf uns gefreut. Ich hätte vermutet, dass die Israelis wegen der deutschen Geschichte Vorurteile gegenüber uns haben.'

Vier erfolgreiche Konzerte

Die Instrumente durften natürlich nicht zu Hause bleiben: Vier erfolgreiche Konzerte haben die Jugendlichen gegeben. Zwei weitere Auftritte mussten abgesagt werden, weil es einen Raketenanschlag in der Nähe gegeben hatte. Dennoch versichert Jonathan: 'Ich habe mich dort sicher gefühlt dort.' Dorothea Jaspers, Leiterin des Fachbereichs Musik am Kippenberg- Gymnasium, merkt an: 'Trotz des Zwischenfalls waren wir sicher.'

Richtige Freundschaften konnten die Schüler auf der elftägigen Fahrt zwar nicht knüpfen, aber: 'Wir haben mit den Schülern eines Internats Fußball und Basketball gespielt', berichtet Jonathan. Die 16-jährige Carlotta Pfannenstiel ergänzt: 'Und mit den Tänzerinnen, die uns bei den Konzerten begleitet haben, haben wir uns gut verstanden.'

Als Unterkunft diente den Orchestermitgliedern ein Internat in Hakfar Hayarok, einem Ort 20 Kilometer nördlich von Tel Aviv. 'Das Internat ist ein ehemaliger Kibbuz', weiß Lehrerin Dorothea Jaspers. Kibbuzim sind israelische Siedlungen, in denen die Mitglieder als Selbstversorger kommunenartig zusammenleben. 'Wir haben dort einen Rundgang gemacht und uns angesehen, wie es dort damals gewesen ist', so Jaspers. Ihr habe an dem kulturellen Austausch besonders die Verbindung der westlichen Welt mit dem Orient gefallen, erklärt die Lehrerin. Auf viele fremde Eindrücke, Gespräche und Begegnungen könne die Bremer Gruppe zurückblicken. 'Der Besuch von Jerusalem war das Highlight für mich', sagt sie. Die Klagemauer, die Altstadt, aber auch die Basare seien beeindruckend gewesen.

Kippenberg- Schülerin Carlotta Pfannenstiel erinnert sich an den beeindruckenden Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem für die Opfer des Holocaust: 'Einer der Räume war abgedunkelt, überall standen Kerzen, und es wurden die ganze Zeit die Namen von Opfern vorgelesen.' Jonathan, Carlotta und Caroline sind sich einig, dass sie wieder nach Israel fahren würden.

Die Fahrt stand unter dem Motto 'Instrumente des Friedens. Ihr gehört zu uns - wir gehören zu euch' und war der erste von zwei Gegenbesuchen des musikalischen Austauschs mit Israel. Vom 16. bis 25. September werden voraussichtlich 15 Sänger und Sängerinnen des Schulchors ihren Israelbesuch antreten.

Der Austausch wird wieder teilweise vom 'Förderverein Begegnungen 2005' gesponsert. Für die Restfinanzierung bittet Jaspers um Spenden. Das Spendenkonto: Schulverein Kippenberg, Stichwort: 'Israel', Konto-Nr. 12207411 bei der Sparkasse Bremen, BLZ 29050101.

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