Langfristig reicht das Angebot in Schwachhausen nicht aus/Einrichtung in H.-H.-Meier-Allee von Schließung bedroht

Beirat bleibt bei Kita-Plätzen skeptisch

Schwachhausen. Die Betreuungssituation für Schwachhauser Kinder hat sich entspannt, aber der Beirat bleibt skeptisch. 'Ich gehe davon aus, dass wir uns zu diesem Thema noch öfter sehen werden', sagte Beiratssprecher Ralph Saxe (Grüne). Die Anzahl der verfügbaren Plätze reiche 'langfristig hinten und vorne nicht aus'.
25.10.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Beirat bleibt bei Kita-Plätzen skeptisch
Von Andreas D. Becker

Schwachhausen. Die Betreuungssituation für Schwachhauser Kinder hat sich entspannt, aber der Beirat bleibt skeptisch. 'Ich gehe davon aus, dass wir uns zu diesem Thema noch öfter sehen werden', sagte Beiratssprecher Ralph Saxe (Grüne). Die Anzahl der verfügbaren Plätze reiche 'langfristig hinten und vorne nicht aus'.

Dabei hatte Heidemarie Rose von der Senatorin für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales positive Zahlen zu vermelden. Wie berichtet, werden bis Ende 2011 durch die Erweiterung bestehender Einrichtungen und einen Neubau auf dem Hansewassergelände an der Schwachhauser Heerstraße rund 100 zusätzliche Plätze entstehen. So wollen die St.-Ansgarii-Gemeinde, die katholische Gemeinde St. Ursula sowie der Deutsch-Chinesische Elternverein in der Hollerallee zusätzliche Plätze für Drei- bis Sechsjährige sowie unter dreijährige Kinder schaffen.

Die Situation, so das Fazit von Heidemarie Rose, habe sich zwar für die nächsten zwei Jahre 'etwas entspannt'. Für die kommende Dekade sei dies jedoch keine Lösung. 'Viele Schwachhauser Eltern haben sich arrangiert und sind auf andere Stadtteile ausgewichen. Teilweise suchen sie aber noch nach einer besseren Lösung', so die Behördenvertreterin.

Geburtenrate steigt

Außerdem zeigt die Geburtenrate im Stadtteil steil nach oben. Nach einer Prognose steigt die Zahl der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren von aktuell 769 auf 972 in 2013. Auf der Suche nach einer 'kostendämmenden Lösung' hat der Senat beschlossen, eine sogenannte Überlastquote einzurichten.

Laut Rose kann so die Größe der Betreuungsgruppen um zehn Prozent erhöht werden. Auch die bislang geltende Obergrenze von 20 Kindern pro Gruppe soll auf 22 steigen. Bei den unter Dreijährigen können pro Gruppe nicht mehr acht, sondern zehn Kinder betreut werden. Damit sollen in Schwachhausen bis zu 57 zusätzliche Plätze geschaffen werden. 'Für ganz Bremen bedeutet diese Maßnahme, dass zwei bis drei Einrichtungen weniger gebaut werden müssen', schilderte Rose die Effekte für den maroden Haushalt der Stadtgemeinde. Sie selbst sei verpflichtet, ihren Beitrag zu den Sparbemühungen zu leisten und habe den Auftrag, 'möglichst viel mit geringen Mitteln darzustellen'.

Wolfgang Schober (Linke) beantragte, der Beirat solle sich dafür aussprechen, dass die Gruppengröße der unter Dreijährigen auf acht Kinder begrenzt werde. Er erhielt dafür jedoch keine Mehrheit.

Aus finanziellen Erwägungen denkt die Behörde auch nicht mehr an einen Kita-Neubau am Standort Nancystraße. Laut einer Machbarkeitsstudie würde der Wertausgleich für das Grundstück mit 300000 Euro zu Buche schlagen. Dazu kämen je nach Größe Baukosten bis zu 2,5 Millionen Euro. 'Das ist nicht darstellbar', sagte Heidemarie Rose. Gerhard Scherer (CDU) forderte, die Pläne trotzdem nicht in der Schublade zu vergessen. In ein paar Jahren sei der Neubau wahrscheinlich notwendig. Sein Parteifreund Ansgar Matuschak regte an, über Public Private Partnership, also die Kooperation mit einem privaten Geldgeber, nachzudenken. Er brachte sich umgehend selbst ins Spiel. 'In Ihrer Haut möchte ich nicht stecken. Der Senat muss sich langsam etwas einfallen lassen', sagte Matuschak mit Blick auf die desolate Haushaltslage.

Einige Eltern forderten die Behörde auf, eine Lösung für den von der Schließung bedrohten Kindergarten in der H.-H.-Meier-Allee zu suchen. Die Pachtverträge für die Gebäude liefen definitiv in zwei Jahren aus. Dieser Forderung schlossen sich auch Mitglieder des Beirats an. Heidemarie Rose räumte ein, dass eine Schließung wahrscheinlich sei. Es gebe jedoch auch noch Chancen für einen Weiterbetrieb.

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