Streit um Richard-Wagner-Straße geht in nächste Runde/Zahlungsbereitschaft der Anwohner noch fraglich

Beirat fordert neues Pflaster-Kataster

Schwachhausen. Der Streit um eine Wiederherstellung des Pflasters in der Richard-Wagner-Straße hat eine Ursache im umstrittenen Pflaster-Kataster. Das sieht zumindest der Beirat Schwachhausen so. Auf seiner jüngsten Sitzung forderten die Fraktionen deshalb eine Novellierung des Katalogs. Darin sind diejenigen Straßen verzeichnet, deren Pflaster nach Bauarbeiten wiederhergestellt wird.
28.10.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Beirat fordert neues Pflaster-Kataster
Von Andreas D. Becker

Schwachhausen. Der Streit um eine Wiederherstellung des Pflasters in der Richard-Wagner-Straße hat eine Ursache im umstrittenen Pflaster-Kataster. Das sieht zumindest der Beirat Schwachhausen so. Auf seiner jüngsten Sitzung forderten die Fraktionen deshalb eine Novellierung des Katalogs. Darin sind diejenigen Straßen verzeichnet, deren Pflaster nach Bauarbeiten wiederhergestellt wird.

Die Richard-Wagner-Straße ist darin nicht mehr verzeichnet und soll nach dem Willen der Behörde nach Kanalbauarbeiten asphaltiert werden. Dagegen laufen die Anwohner Sturm. Auch Beiratssprecher Ralph Saxe (Grüne) kritisierte das Kataster als 'nicht mehr zeitgemäß.' Es müsse dringend überarbeitet werden.

Das sieht auch Reinhard Pahl so. 'Wenn eine Straße in das Kataster gehört, dann ist es die Richard-Wagner-Straße', betont der Sprecher der Anwohnerinitiative. Ein erstes Gespräch zwischen den protestierenden Bürgern auf der einen Seite sowie Bau-Staatsrat Wolfgang Golasowski und weiteren Behördenvertretern auf der anderen Seite brachte zumindest ein konkretes Angebot zutage. Golasowskis Vorschlag sieht vor, dass die Behörde neues Granitpflaster zur Verfügung stellt. Im Gegenzug sollen die Anwohner die zusätzlichen Kosten für die Pflasterung in Höhe von 30000 Euro bezahlen.

'Den Wert der Steine beziffert die Behörde auf 60000 Euro', sagt Reinhard Pahl. Eine Summe, die er nicht nachvollziehen kann. 'Wir verstehen nicht, warum das so teuer ist und es nur Granit sein darf.' Das alte Sandsteinpflaster, so die Begründung der Behörde, werde durch das Aufnehmen durch einen Bagger so stark beschädigt, dass es nicht wiederverwendet werden könne. 'Diese Steine liegen seit rund einhundert Jahren in unserer Straße. Da gibt es natürlich auch Risse', so Pahl. Dass die Pflasterung nach den Kanalarbeiten komplett ersetzt werden soll, will er jedoch nicht einsehen. 'Darüber kann man sich streiten, zumal die Verwaltung nicht sagen kann oder will, wieviel Ausschuss es in anderen Straßen gegeben hat.'

Heftig diskutiert wird in der Anwohnerschaft zurzeit die Frage, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe man bereit ist, eine Zuzahlung zu leisten. 'Wir werden nicht gleich die Sammelbüchse rausholen. Uns ist auch wichtig, dass für solche Fälle eine grundsätzliche Lösung gefunden wird', sagt Pahl. Er könne sich vorstellen, vor Beginn von Baumaßnahmen die Meinung der Bürger einzuholen, in welchem Zustand die Straße wiederhergestellt werden soll. 'Vor allem sollte man die Anwohner rechtzeitig informieren und nicht zwei Wochen vorher wie bei uns', kritisiert er.

Das nächste Gespräch über die Richard-Wagner-Straße ist für den 1. November angesetzt. Bis dahin wollen sich die Bürger überlegen, wie sie mit dem Angebot des Baustaatsrats umgehen wollen. 'Vielleicht zahlen wir auch nur etwas dazu, wenn unsere Straße im ursprünglichen Zustand wiederaufgebaut wird', sagt Pahl.

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