Berliner Künstler Hank Schmidt in der Beek zeigt seine Bilder in der neuen Galerie von Corona Unger Collagen mit intelligentem Witz

Die Kunsthistorikerin Corona Unger hat in Schwachhausen eine eigene Galerie für zeitgenössische Kunst eröffnet. Die Einweihungsfeier war gleichzeitig Vernissage zur ersten Ausstellung "Und was ist so lustig an einem Ballon?". In der Beletage ihres Wohnhauses an der Georg-Gröning-Straße präsentiert Unger bis 4. März Collagen und Gedichte des Berliner Künstlers Hank Schmidt in der Beek.
26.01.2012, 05:00
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Von Susanne Labatzke

Die Kunsthistorikerin Corona Unger hat in Schwachhausen eine eigene Galerie für zeitgenössische Kunst eröffnet. Die Einweihungsfeier war gleichzeitig Vernissage zur ersten Ausstellung "Und was ist so lustig an einem Ballon?". In der Beletage ihres Wohnhauses an der Georg-Gröning-Straße präsentiert Unger bis 4. März Collagen und Gedichte des Berliner Künstlers Hank Schmidt in der Beek.

Schwachhausen. Bekannt ist die 34-jährige Kunsthistorikerin Corona Unger bereits aus dem Paula-Modersohn-Becker-Museum. Auch als Kuratorin im Verein Haus Paula Becker hinterließ sie für ein kunstinteressiertes Bremer Publikum bemerkenswerte Spuren (wir berichteten am 19. Dezember 2011). In ihrem Wohnhaus an der Georg-Gröning-Straße 14 hat sie nun ihre eigene Galerie mit einer Vernissage eröffnet.

In der Einweihungsausstellung "Und was ist so lustig an einem Ballon?" präsentiert die Kunsthistorikerin Collagen und Gedichte des jungen Künstlers Hank Schmidt in der Beek. "Eigentlich ist er ein Münchner Kindl, lebt und arbeitet aber in Berlin", stellt Corona Unger den neben ihr stehenden Künstler mit seinem leuchtend blauen Pullover und Mütze vor. "Seine wunderbar inspirierenden humorvollen Collagen lösen Kunstklassiker aus ihrem historischen Kontext und überführen sie mit Leichtigkeit und Witz in neues Bildgeschehen", urteilt die Kunsthistorikerin über das Werk.

Auf einer der Collagen sieht man beispielsweise eine herausgetrennte Buchseite. Es ist ein Männer-Porträt aus einer Monografie zu Edvard Munch. Wesentlich kleiner davor hat der Künstler eine andere Abbildung von Dick und Doof, dem amerikanischen Film-Komiker-Duo Stan Laurel und Oliver Hardy, aufgebracht. Das Originelle daran: Der eine will den anderen mittels eines Seilzugs durch die Nase des Porträtierten in die Höhe ziehen.

Auch auf der nächsten Collage entfaltet sich intelligenter Witz: der Comic-Held Charlie Brown von den Peanuts - so groß wie das Ohr des nächsten Porträtierten - wirft einen Baseball durch dessen Gehörgang. Die Arbeiten, führt die Kunsthistorikerin Corona Unger weiter aus, ständen in der Tradition von Max Ernsts surrealistischem Collagenroman "Une semaine de bonté" (Eine Woche der Güte). "Vor Hanks Skalpell ist kein Buch, keine Zeitschrift in seiner Bibliothek sicher", sagt Corona Unger über den Künstler, dem sie ein beeindruckendes Bildgedächtnis zuspricht. Auf allen Kontinenten habe Hank Schmidt in der Beek, den man nun erstmalig in Bremen sehen könne, bereits ausgestellt. Der renommierte Künstler korrigiert bescheiden: "Nun ja, wenn man Nord- und Südamerika trennt, dann habe ich in Südamerika noch nicht ausgestellt."

Munch-Zyklus mit 34 Teilen

Ein thematischer Schwerpunkt ist der 2011 entstandene 34-teilige Munch-Zyklus. In Kooperation mit der Kunsthalle Bremen, in der die aktuelle Edvard Munch Ausstellung noch bis 26. Februar läuft, kam die Ausstellung zustande, berichtet Katharina Groth von der Kunsthalle und gratuliert der frischgebackenen Galeristin. Auch Heinz Thies vom Verein Haus Paula Becker wünscht "der lieben Corona viel Erfolg mit ihrer neuen Aufgabe".

Der Maler und Galerist Wolfgang Alt aus Worpswede hegt keinen Zweifel: "Corona macht das wunderbar, sie wird in Zukunft sicher viele Gäste bekommen." Der Kunsthistoriker-Kollege Chris Steinbrecher meint: "Es ist ein mutiger Schritt, in Bremen eine Galerie für zeitgenössische Kunst zu eröffnen. Und dann mit so einer Ausstellung! Wir werden sehen, ob die Bremer das sehen wollen. Dabei ist Hank Schmidt in der Beek ein großartiger Künstler, der dem Dada folgt, indem er die Kunst an sich ironisiert und persifliert. Da drüben beispielsweise einen Mondrian und was alles sonst noch so hier herumschwirrt."

Die Ausstellung in der Galerie Corona Unger, Georg-Gröning-Straße 14, ist mittwochs und freitags jeweils von 14 bis 18.30 Uhr, donnerstags von 10 bis 14 und 16 bis 20 Uhr, sonnabends von 11 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Telefon 3467474 geöffnet.

Am Sonntag, 12. Februar, um 15 Uhr wird in der Ausstellung zu einer Gedichte-Lesung mit Hank Schmidt in der Beek eingeladen.

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