Projekt in Schwachhausen bekommt deutlich mehr Zustimmung als Kritik / Beirat will am 23. Februar erneut beraten

Diskussion über temporäre Spielstraßen dauert an

Ob das Projekt "Temporäre Spielstraßen" in Schwachhausen weitergeführt wird, ist noch nicht abschließend entschieden. Die Resonanz aus der Bevölkerung ist aber bislang überwiegend positiv. Tamara Duffner-Hüls vom Amt für Soziale Dienste stellte die Ergebnisse einer entsprechenden Befragung im Beirat vor und gab eine eindeutige Empfehlung für die Fortsetzung des Projekts ab.
02.02.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Diskussion über temporäre Spielstraßen dauert an
Von Andreas D. Becker

Ob das Projekt "Temporäre Spielstraßen" in Schwachhausen weitergeführt wird, ist noch nicht abschließend entschieden. Die Resonanz aus der Bevölkerung ist aber bislang überwiegend positiv. Tamara Duffner-Hüls vom Amt für Soziale Dienste stellte die Ergebnisse einer entsprechenden Befragung im Beirat vor und gab eine eindeutige Empfehlung für die Fortsetzung des Projekts ab.

Schwachhausen. Geht es nach Tamara Duffner-Hüls vom Amt für Soziale Dienste sollen die Rembrandt-, Schumann- und Max-Reger-Straße temporäre Spielstraßen bleiben. Das bedeutet: Vom 1. April bis zum 31. Oktober an jeweils einem Nachmittag pro Woche sind sie zwischen 15 und 18 Uhr zum Spielen freigegeben und für den Autoverkehr gesperrt. Mit Ausnahme der Sommer- und Osterferien kommt alle zwei Wochen das Bewegungs- und Ernährungsmobil (Bemil) in die Straßen.

Sofern sich die Mehrzahl der Anwohner dafür ausspricht, könnte die Großbeerenstraße in einem Teilabschnitt vierte temporäre Spielstraße im Stadtteil werden. "Weitere Straßen können sich für eine Teilnahme am Tag des Spiels, dem 28. Mai, sowie für 2013 bewerben", kündigte Duffner-Hüls auf der jüngsten Beiratssitzung an. Neben Schwachhausen ist das Projekt nach ihren Angaben auch in der Neustadt und in Walle in Vorbereitung.

Duffner-Hüls warb dafür, dass die Ergebnisse aus dem Pilotprojekt auch städteplanerisch berücksichtigt werden. "Man sollte temporäre Spielstraßen in Neubaugebieten von vornherein einplanen", sagte sie. Vor allem verkehrsarme Stichwege würden von den Kindern gerne genutzt. Spielplätze sollten nicht am Rand, sondern mitten in der Bebauung angesiedelt werden: "Dort fühlen sich Kinder sicherer."

Die Anwohnerbefragung hat ergeben, dass es eine große Überzahl von Befürwortern gibt, allerdings auch entschiedene Gegner. Im Vergleich zum Meinungsbild vor dem Projekt sei die Zustimmung größer geworden, so Duffner-Hüls. In der Max-Reger-Straße stieg die Quote der Zustimmung um sechs Punkte auf 86 Prozent. In der Rembrandtstraße wurden 80 Prozent erreicht. Den größten Zuwachs gab es in der Schumannstraße (von 54 auf 87 Prozent Zustimmung). Allerdings wurde kritisiert, dass teilweise nur eine geringe Anzahl von Anwohnern die Fragen beantwortet hat. In der Max-Reger-Straße war der Rücklauf mit 59 Prozent der Haushalte am besten, in der Rembrandtstraße mit 29 Prozent am geringsten. In der Schumannstraße antworteten 47 Prozent.

In der Diskussion im Beirat meldeten sich erneut zahlreiche Bürger zu Wort. Ein Sprecher plädierte dafür, die bisherigen Gegner möglichst noch "mit ins Boot zu holen". Eine Anwohnerin äußerte Bedenken wegen der geringen Resonanz auf die Fragebogenaktion. "Ich stehe sehr hinter dem Projekt, aber die Zustimmung ist mir gemessen an der Anzahl der Haushalte zu gering", sagte sie. Bürgerschaftsabgeordneter Ralph Saxe (Grüne) bezeichnete das Projekt als "erfolgreiches soziokulturelles Modell". Es gebe jedoch unterschiedliche Interessen. "Wer dort durchfahren oder parken will, beurteilt das Ganze sicher negativer", sagte Saxe. Wolfgang Schober (Linke) zog ein positives Fazit: Die Auswertung habe überwiegend positive Ergebnisse gebracht. "Wer nicht antwortet, hat kein Interesse daran, weder positiv noch ablehnend." Ansgar Matuschak (CDU) gab sich unentschlossen: "Gegner und Befürworter haben Zuwachs erhalten. Das macht die Entscheidung nicht leichter."

Das Thema wird am 23. Februar erneut auf der Tagesordnung des Beirats stehen.

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