Offener, heller, freundlicher So sieht das Bremer Park Hotel nach der Renovierung aus

Die Dorint-Gruppe hat 11,6 Millionen Euro in das Park Hotel Bremen investiert. Nun hat das Haus seine Türen für Besucher geöffnet, die Eindrücke in dem umgestalteten Traditionsgebäude sammeln konnten.
24.06.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
So sieht das Bremer Park Hotel nach der Renovierung aus
Von Lisa Urlbauer

Von Afrika bis Schanghai können Bremen-Besucher ab sofort reisen – und das ohne die Hansestadt dafür verlassen zu müssen: in den neuen Suiten des Park Hotels. In den vergangenen Monaten wurde das einzige Fünf-Sterne-Haus der Stadt einer Verjüngungskur unterzogen. Dafür hat die Dorint-Gruppe, zu der das Hotel gehört, nach eigenen Angaben gut 11,6 Millionen Euro in die Hand genommen.

Ursprünglich waren für die Renovierung gut 9,2 Millionen Euro eingeplant, sagt Geschäftsführer Jörg Böckeler am Dienstag. „Ein paar Sachen werden aber noch dazukommen.“ Er sieht das Geld naturgemäß gut angelegt und spricht von einer „substanziellen Investition“ und „einer Verpflichtung dem Standort gegenüber“. Der Fokus der Umbauarbeiten lag vor allem auf dem Haupthaus, das sich noch im Originalzustand befunden hatte. „Hinter der Fassade haben wir viele Überraschungen erlebt“, sagt Böckeler.

Lesen Sie auch

Das Konzept für die Umbaumaßnahmen ist im Architektenbüro der Dorint-Gruppe entstanden. Das Ziel: Offener, heller, freundlicher sollte es werden. So wurde das dunkle Holz, das die Lobby einst dominierte, entfernt. Die Rezeption musste Arbeitsinseln weichen. Die 152 Zimmer haben ein frisches Design erhalten. Dazu kommt ein neues Service-Konzept – und ein höherer Durchschnittspreis für die Zimmer. 62 Hotels und Resorts in Deutschland, Österreich und der Schweiz gehören zur Dorint-Gruppe.

Vor zwei Jahren fiel die Entscheidung weiter wachsen zu wollen – und die einzelnen Marken der Kölner Hotelkette auszudifferenzieren, sagt Böckeler. Er ist für die Ausrichtung des neuen Fünf-Sterne-Angebots zuständig ist, das unter dem Namen „Hommage Luxury Hotels Collection“ läuft. Dazu gehören neben dem Park Hotel der Söl’ring Hof auf Sylt, der Nassauer Hof in Wiesbaden sowie die Maison Messmer in Baden-Baden.

Neuer Direktor

Mit dem Aufstieg in das Fünf-Sterne-Segment geht auch ein Leitungswechsel einher: Seit sechs Wochen ist Steffen Eisermann als neuer Direktor des Park Hotels an der Spitze des 120-köpfigen Teams. Der Hotelbetriebswirt hat unter anderem Erfahrungen im Althoff Grandhotel Schloss Bensberg und der Kempinski Hotel Mall of the Emirates gesammelt. Zuletzt war der 36-Jährige für das Falkenstein Grand und die Villa Rothschild in Königstein im Taunus nahe Frankfurt (Main) verantwortlich.

Die Kuppelhalle, sie ist das Herzstück des Park Hotels mit Veranda und Blick auf den Hollersee; eine Anlaufstelle für Besucher und Hotelgäste gleichermaßen, die für ein spätes Frühstück oder nach einem Spaziergang im Bürgerpark einkehren. „Hier herrscht Wohnzimmer-Atmosphäre“, sagt Böckeler. Ein edles Wohnzimmer mit renoviertem Fresko unter der Decke und Marmor-Säulen. Dazu hellgraue Polstermöbel arrangiert in kleinen Sitzgruppen und ein Kamin, in dem das Feuer in der kalten Jahreszeit knistert.

Lesen Sie auch

In der Mitte der Halle steht der sogenannte Bremer Tisch. Am Nachmittag wird dieser eingedeckt mit hausgemachten Kuchen und Torten, Zuckergebäck und Pralinés. Los gehen soll es mit dieser Tea Time im Juli. Wer es lieber deftig mag, kann sich eine Labskaus-Stulle oder ein Sandwich mit Hummus und gegrilltem Gemüse nehmen. Dazu wahlweise ein Glas Champagner oder eine Tasse Tee. „Wir haben viele Raritäten im Angeboten, hier steht Tee im Wert von mehreren Tausend Euro“, sagt Böckeler. Auch eine eigene Hausmischung hat das Park Hotel nach eigenen Angaben. Das kulinarische Konzept stammt von Sebastian Oppermann, der seit August vergangenen Jahres Küchenchef ist. Er will regionale und saisonale Produkte nutzen und diese unter internationalen Einflüssen zubereiten.

Das Park Hotel will in Zukunft aber nicht nur mit seinen Übernachtungsgästen Geld verdienen. „Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen, das Hotellerie, Gastronomie und Events in Einklang bringen will“, sagt Hoteldirektor Eisermann. Drittes Standbein sei der Spa- und Fitnessbereich.

Ein größeres Publikum ansprechen

Die Neuausrichtung des Park Hotels soll, so die Hoffnung der Dorint-Gruppe, ein größeres Publikum ansprechen. „Wir wollen ein Motor dafür sein, internationale Geschäfte in die Stadt zu bringen“, sagt Böckeler. Gleichzeitig sollten sich aber auch die Einheimischen wohlfühlen. „Die Bremer sind zu 100 Prozent erwünscht.“ Man wolle nah dran sein an der Stadt – damit die Hanseaten stolz sein könnten auf das Haus. Auch für Werders Fußballer gibt es weiterhin einen Platz am Rande des Bürgerparks: „Wir sind seit Jahren eng verbandelt mit Werder Bremen“, sagt Böckeler, „und das wollen wir auch bleiben.“ Auch nach dem Umbau gebe es ein eigenes Werder-Zimmer.

Die Betreiber des Park Hotels haben die Corona-Zwangspause genutzt, die Arbeiten am Gebäude weitestgehend fertigzustellen. Doch der Hotelbetrieb bleibt weiterhin eingeschränkt, die Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. „Wir befinden uns zurzeit bei 20 bis 25 Prozent Auslastung“, sagt Böckeler. Vor allem die Geschäftsreisenden fehlten, bis September rechne man mit weniger Auslastung. „Wenn wir gut sind, haben wir eine Auslastung von 30 Prozent.“

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+