Historisches Gebäude in Schwachhausen Eigentümer bietet Medienhaus zum Verkauf an

Seit Monaten wird um das sogenannte Medienhaus in Schwachhausen gerungen. Eine Bürgerinitiative will den Abriss verhindern. Jetzt hat der Eigentümer ein Angebot gemacht.
25.09.2019, 19:35
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Eigentümer bietet Medienhaus zum Verkauf an
Von Jürgen Hinrichs

Der Eigentümer des Medienhauses an der Schwachhauser Heerstraße hat sich offen dafür gezeigt, die Immobilie wieder zu verkaufen, statt sie für einen Neubau abzureißen. Eine Bürgerinitiative setzt sich für die Rettung des historischen Gebäudes ein und hatte sich am vergangenen Sonnabend zu einer Protestaktion versammelt. Es gibt mittlerweile mehr als 2000 Unterschriften und auch eine Petition für die Bürgerschaft.

Wenig Zeit für Eigentümerwechsel

„Grundsätzlich ist ein Wiederverkauf möglich“, sagte der Architekt und Projektentwickler Thorsten Italiano auf Nachfrage des WESER-KURIER. Bedingung sei allein der Preis. Um die Anschaffungs- und bisher angefallenen Planungskosten zu decken, müsse er bei rund sieben Millionen Euro liegen, erklärte Italiano. „Das ist realistisch.“ Viel Zeit für den Eigentümerwechsel ist allerdings nicht mehr. Italiano kündigte an, in der kommenden Woche mit dem Abriss zu beginnen. Der Auftrag sei erteilt. Einen Kontakt mit möglichen Käufern habe es bisher nicht gegeben. „Solange sich keiner meldet, müssen wir davon ausgehen, dass es kein Interesse gibt.“

Kaufpreis ist zu hoch

Die Darstellung der Bürgerinitiative ergibt ein anderes Bild. Demnach gibt es zwei Investoren, die bereit sein könnten, das markante Haus aus dem Jahr 1911 zu übernehmen. Italiano habe allerdings einen utopisch hohen Kaufpreis aufgerufen. Der Projektentwickler wolle für das 3265 Quadratmeter große Grundstück mit der Villa und dem alten Baumbestand 18 Millionen Euro.

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Italiano weist das als Unsinn zurück: „Das ist eine Summe, die für den Neubau mit Grundstück in Frage käme.“ Offenbar solle der Eindruck erweckt werden, er sei geldgierig und wolle den maximalen Profit. Nicht richtig sei auch, dass er das Recht, abzureißen und neuzubauen, vor dem Verwaltungsgericht erstritten habe. „Das hat der Vorbesitzer getan, von dem ich das Grundstück mit dem Haus erworben habe.“

Die ehemalige Villa Gross wurde im Auftrag eines Mediziners im italienischen Renaissance-Stil als repräsentatives Herrenhaus erbaut. Danach diente das Gebäude unter anderem als Herberge für wohnungslose Familien und wurde zuletzt von Medienschaffenden und Werbeagenturen genutzt, daher der Name. In einem Verfahren des Landesdenkmalpflegers wurde es im Jahr 2001 als nicht schützenswert eingestuft.

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Sollte das Medienhaus nicht doch noch an einen anderen Eigentümer gehen, wird Italiano seine Pläne wahrmachen. Sie sehen den Bau eines Gebäudes mit vier Geschossen vor, auf denen sich 33 Wohnungen verteilen. Das Projekt wird bis zur Fertigstellung mit zwei Jahren veranschlagt.

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