Anwohner beschweren sich

Verkehrschaos in der Emmastraße

Das Amt für Straßen und Verkehr hat Abhilfe für das Verkehrschaos versprochen, das seit dem Beginn der Sperrung des Schwachhauser Rings Anfang August, in der Emma- und Schumann-Straße herrscht.
27.08.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Verkehrschaos in der Emmastraße
Von Sigrid Schuer
Verkehrschaos in der Emmastraße

Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos in der Emmastraße. Seitdem der Schwachhauser Ring für Autos gesperrt ist, versuchen sie, durch die Seitenstraßen abzukürzen.

Petra Stubbe

Die hartnäckigen Proteste der Anwohnerschaft unter Federführung von Akif Hilal Öztürk haben etwas bewegt. Der hatte sich im Namen der „schockierten, irritierten und sehr verärgerten Anwohnerschaft“, wie er schreibt, zunächst an das Ortsamt Schwachhausen/Vahr und das Amt für Straßen und Verkehr und zuletzt in einem Leserbrief an den WESER-KURIER gewandt. Ihr Anliegen: Der Schwachhauser Ring ist seit Anfang August mindestens für ein Jahr gesperrt. Grund: Am Schwachhauser Ring zwischen H.-H.-Meier-Allee und Schwachhauser Heerstraße wird von Hansewasser der Abwasserkanal erneuert.

Thomas Berger vom Ortsamt betont, dass diese Maßnahme vom Beirat ausdrücklich begrüßt worden sei, weil die Kapazitäten des Kanals für Starkregenereignisse dringend ausgeweitet werden müssten. Eigentlich sollte nun durch die Maßnahme notwendige Umleitung des Verkehrs über Hollerallee und Parkallee erfolgen. Denn, erläutert Berger weiter, eine Zufahrt aus der Claussenstraße und der Bürgermeister-Schöne-Straße wäre nicht möglich. Auch die Querung des Schwachhauser Rings auf Höhe der Georg-Gröning-Straße/Wätjenstraße sei für den Verkehr zeitweise nicht möglich.

Auch als Schulweg genutzt

„Wir hatten bereits befürchtet, dass sich die Autofahrer nicht an diese Umleitung halten werden und so ist es auch gekommen. Die Folge ist ein Verkehrschaos auf der Emmastraße und in der Schumannstraße. Besonders die Kreuzung Emmastraße/Schumannstraße hat sich zu einem absoluten Nadelöhr entwickelt. Hupende Autos, aggressive Autofahrer, Rückstau und die Gefährdung von Fahrradfahrern, Fußgängern, Kindern und älteren Menschen sind die Folge“, zählt Öztürk in seinem Leserbrief auf. Besonders erschreckend finde er es, dass der Verkehr mit dem Ende der Sommerferien noch erheblich zunehmen werde und die Emmastraße von Schulkindern (insbesondere mit dem Fahrrad) der Grundschule am Baumschulenweg und der Carl-Schurz-Schule als Schulweg genutzt werde.

„Außerdem befinden sich einige Senioreneinrichtungen in der Nähe“, so Öztürk. Und auch die Spielstraße in der Schumannstraße sei extrem gefährdet. Außerdem bemängelt er, dass die Anwohnerschaft nicht in die Planungen einbezogen worden sei.

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Dazu Bernd Wurche, beim Amt für Straßen und Verkehr für die Baustelle an der Schwachhauser Heerstraße, die seit dem 3. August besteht, zuständig: „Normalerweise ruckelt sich in den ersten drei Wochen eine Baustelle zurecht. Das war leider dieses Mal nicht der Fall“. So habe er mit Vertretern des Ortsamtes und der Polizei einen Ortstermin am 11. August an der Schwachhauser Heerstraße, Ecke Kirchbachstraße vereinbart.

Die Eindrücke, die die Gruppe dabei gewonnen hat, deckten sich mit denen der aufgebrachten Anwohnerschaft: Massen von Autos hätten schlicht die eigentliche Umleitung durch die Parkallee ignoriert und seien rücksichtslos durch die Emma- und die Schumannstraße gekurvt. Die erste Maßnahme des ASV: Auf der Schwachhauser Heerstraße, Ecke Kirchbachstraße wurden Baken positioniert, um den Verkehr auf die Geradeausspur zu lenken und den Abbiegern einen Riegel vorzuschieben. Das habe leider nur ein wenig geholfen, räumt Wurche ein.

Thomas Berger ist Kommunaler Sachbearbeiter im Ortsamt Schwachhausen/Vahr.

Thomas Berger ist Kommunaler Sachbearbeiter im Ortsamt Schwachhausen/Vahr.

Foto: Petra Stubbe

Einbahnstraße geschaffen

Was zu rigideren Maßnahmen führte: Nun ist es nicht mehr möglich, links in die Emmastraße hineinzufahren. Die Schranke, die jetzt den Weg versperrt, soll für ein Durchfahrtsverbot sorgen. Die Emmastraße ist somit als Einbahnstraße ausgewiesen. In die Schumannstraße kann zwar noch nach rechts abgebogen werden, das bringe den Autofahrern aber nichts, da sie so automatisch wieder auf der Schwachhauser Heerstraße landeten, so Wurche. Damit solle erreicht werden, dass sie quasi in die Umleitung gezwungen werden. Es könne doch wohl nicht angehen, dass die Autofahrer in den Gegenverkehr hineinführen, meint Wurche. Die Polizei werde ein wachsames Auge auf die Entwicklung haben. Falls es wider Erwarten immer noch zu Verstößen kommen sollte, werde sie eingreifen, sagt er.

Akif Hilal Öztürk hatte sich zudem dafür eingesetzt, die besonders von älteren Menschen und Kindern stark frequentierte Emmastraße zur Fahrradstraße umzuwidmen, konnte sich allerdings mit diesem Vorschlag nicht bei den Mitgliedern des Beirates Schwachhausen/Vahr durchsetzen. Zwischen dem 6. Dezember 2019 und dem 16. März 2020 waren auf seine Initiative hin Geschwindigkeitsmesstafeln in der Emmastraße aufgestellt worden. „Wir informieren in der Regel dann die Polizei, wenn der Anteil der Geschwindigkeitsübertretungen im Schnitt bei mindestens 20 Prozent liegt. In der Emmastraße lag der wöchentliche Wert bei mindestens 17 Prozent“, so die Antwort der Ortsamtsmitarbeiterin Sarai Auras auf Öztürks Anfrage. Die Argumentation will dieser allerdings so nicht gelten lassen.

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