Beste Stimmung beim Candlelight-Shopping in der Wachmannstraße / Schwachhauser Wein versteigert

Entspanntes Einkaufen im Fackelschein

Schwachhausen. Für ein vergnügliches, entspanntes Einkaufserlebnis mit Livemusik und kulinarischen Genüssen sorgte das Candlelight-Shopping in der Wachmannstraße. Im Lichterglanz von Kerzen und Fackeln tummelten sich zahlreiche Besucher vor und in den Geschäften, die an diesem Abend mit besonderen Angeboten lockten. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte die Versteigerung einer Magnumflasche des diesjährigen Wachmannweins. Und nur allzu gerne wurde der Tropfen mit dem besonderen Lokalkolorit gleich vor Ort probiert.
22.11.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christina Klinghagen

Schwachhausen. Für ein vergnügliches, entspanntes Einkaufserlebnis mit Livemusik und kulinarischen Genüssen sorgte das Candlelight-Shopping in der Wachmannstraße. Im Lichterglanz von Kerzen und Fackeln tummelten sich zahlreiche Besucher vor und in den Geschäften, die an diesem Abend mit besonderen Angeboten lockten. Zu den Höhepunkten der Veranstaltung gehörte die Versteigerung einer Magnumflasche des diesjährigen Wachmannweins. Und nur allzu gerne wurde der Tropfen mit dem besonderen Lokalkolorit gleich vor Ort probiert.

"Die Stimmung ist einfach klasse, die Leute sind nett und aufgeschlossen. Und es gibt tolle Sachen zu entdecken", schwärmte Elke Bösche, die bereits das dritte Candlelight-Shopping miterlebte. Begeistert vom atmosphärischen Ambiente zeigte sich auch ihre Freundin Katja Menz aus Riensberg, mit der sie den Regenschirm teilte. "Ich konnte schon ein Schnäppchen machen", berichtete Katja Menz vom Kauf einer Bluse. Das regnerische Wetter störte die beiden Frauen nicht weiter. "In Bremen ist man so etwas gewohnt. Davon lassen wir uns nicht abschrecken", sagten sie mit einem Lächeln, bevor sie sich wieder in das Getümmel begaben.

Wer sich ein wenig von innen aufwärmen wollte, war am Glühwein-Stand von Ralph Saxe, Hobbywinzer und Vorsitzender des Vereins "Die Wachmannstraße", richtig. 25 Liter des würzigen Heißgetränks, das er mit Wachmannwein, Portwein, Zitronenschale und etlichen Gewürzen angesetzt hatte, standen für die Gäste zur Verkostung bereit. "Der reicht für etwa 125 Becher", so Saxe. Übrig blieb nichts - der Glühwein fand reißenden Absatz.

Ralph Saxe lud in seinem Weinfachgeschäft "Vinum" auch zur Kostprobe und Versteigerung der ersten Flasche des Wachmannweins 2010 ein. Auf zahlreiche Nachfrage im Verlauf des Abends erläuterte er unermüdlich, dass der Wachmannwein in Rot und Rosé zu etwa 85 Prozent aus Trauben besteht, die in Schwachhausen geerntet wurden. Hinzugekommen seien Ernteerträge aus Oberneuland und der Neustadt.

Als Versteigerungsobjekt präsentierte Saxe eine 1,5-Liter-Magnumflasche mit Wein von einem 111-jährigen Rebstock aus der Hollerallee. Für ihr Höchstgebot von 40 Euro erhielt Birgit Dorow, vor einigen Jahren Ideengeberin der Aktion Wachmannwein, den Zuschlag. "Wir haben auf unserem Grundstück einen 100 Jahre alten Rebstock, der immer reichlich Früchte trägt. Da lag der Gedanke, daraus Wein zu keltern, nahe", sagte Birgit Dorow. Saxe hatte dann die Herausforderung angenommen und sich in die Feinheiten der Weinproduktion eingearbeitet. Im ersten Jahr konnte er 30 Flaschen Wein abfüllen: "Die Flüssigkeit sah nicht gerade vertrauenserweckend aus", erinnert er sich. Doch der Weißwein des damaligen Jahrgangs sei auch heute noch genießbar.

Weinverkauf für guten Zweck

Gegen eine Spende von 15 Euro konnten die Besucher im Vinum weitere Flaschen des Jahrgangsprodukts 2010 erwerben oder sich vormerken lassen. Der Großteil des Wachmannweins wird erst im Januar und Februar abgefüllt. Schon jetzt ist gut ein Drittel der insgesamt 160 verfügbaren Flaschen vorbestellt. Der Erlös soll im Kinder- und Jugendbereich des Stadtteils Verwendung finden.

Bei der Wachmannweinprobe waren die Kommentare unterschiedlich: "Meinem Geschmack entspricht der Rotwein nicht. Ich mag es lieber trockener", stellte zum Beispiel Lüder Blome fest. Von der erstaunlichen relativen Süße überrascht zeigte sich Wolf Struck. "Der hat wohl etwas Sonne gesehen und ist noch frischer als ein Beaujolais", lautete sein Fazit. Zugleich spendete er Saxe Lob für den Mut, Weintrauben aus dieser nördlichen Region zu verarbeiten.

Bei gemütlichem Kerzenlicht ließen sich die Besucher auch gerne in einem der drei Festzelte nieder, wo flotte Musik und diverse Snacks angeboten wurden. Für beschwingte Jazzrhythmen sorgte das Carlos-Montoya-Trio vor dem Fotogeschäft Flügger. Mit südamerikanischen Klängen unterhielt die Uli-Simon-Gruppe Alt und Jung wenige Meter weiter. "Wir sind schon einmal quer durch die Wachmannstraße gelaufen, die Atmosphäre ist einzigartig", lobte Thomas Brandt, der in einem Musikzelt mit seiner Frau Juny und Sohn Patrick eine kleine Verschnaufpause einlegte.

"Guantanamera..." schallte es über den Benqueplatz, wo die Band "Old Friends and Friends" für beste Stimmung unter dem Zeltdach sorgte und mit Oldies und lateinamerikanischer Musik den Holzboden zum Wackeln brachte. Nicht einmal ein kurzzeitiger Stromausfall konnte die Feierlaune der Besucher trüben. Es ging einfach mit A-cappella-Gesang weiter. Das gefiel auch Sylke Hegeler und ihren Kindern. Während Töchterchen Clara den Sängern lauschte, konzentrierte sich der sechsjährige Hagen auf das Schlagzeug, das ihn besonders faszinierte.

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