Ulrike Brockmann zeigt ihre Bilder in der Galerie des Bremer Medienhauses Farben spielen mit der Wahrnehmung

Sich nicht Kunst zu Gemüte führen, sondern Farben sinnlich erfahren sollen die Betrachter der Bilder und Objekte von Ulrike Brockmann, wenn es nach der Künstlerin selbst geht. Bei ihr wird das Material zum Objekt. Die Schwachhauserin stellt jetzt ihre neuen und einige ältere Werke in der Galerie im Bremer Medienhaus aus.
19.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Solveig Rixmann

Sich nicht Kunst zu Gemüte führen, sondern Farben sinnlich erfahren sollen die Betrachter der Bilder und Objekte von Ulrike Brockmann, wenn es nach der Künstlerin selbst geht. Bei ihr wird das Material zum Objekt. Die Schwachhauserin stellt jetzt ihre neuen und einige ältere Werke in der Galerie im Bremer Medienhaus aus.

Schwachhausen. Ulrike Brockmann geht es in ihren Bildern und Objekten nicht um Landschaften oder Gegenstände - die sucht man bei ihr vergeblich. Für die Künstlerin steht im Vordergrund das, was anderen Künstlern Mittel zum Zweck ist: die Farben. Sie malt großformatige Werke in Rottönen, lässt Lila und Gelb zusammenspielen oder Farbflächen mit Orange und Blau auf den Betrachter wirken. In diesen Werken treten Farben in einen Dialog, konkurrieren oder wirken zusammen, und das losgelöst von jeglichen Formen.

Ihre großformatigen Malereien und Objekte zeigt Ulrike Brockmann jetzt in der Ausstellung "Die sinnliche Dimension der Farbe" in der Galerie im Bremer Medienhaus. "Vieles ist ganz neu, aber es gibt auch einige Bilder, die etwas älter sind", berichtet die Künstlerin über die ausgestellten Werke. Ihr Atelier hat die Künstlerin, wie zahlreiche andere Künstler auch, im Künstlerhaus Güterabfertigung beim Güterbahnhof. Die gebürtige Braunschweigerin studierte in ihrer Heimatstadt Malerei, in Köln Schmuck- und Kleinplastikgestaltung und in Ottersberg Kunstpädagogik. Eine Lieblingsfarbe hat sie nicht. Das erklärt vielleicht auch, warum in ihrer Ausstellung keine Farbe dominiert.

Ob bei ihren großformatigen Bildern in Acryl auf Leinwand oder ihren Objekten aus Verpackungsfolie auf Holzblöcken - die Betrachter von Brockmanns Werken sollen Farben sinnlich erfahren, die Farben spielen mit der Wahrnehmung. . "Das Material zum Thema machen!", sagt Ulrike Brockmann, das sei es, was sie wolle. "Und das tue ich." Einen Pinsel verwendet die Künstlerin nicht, sie fertigt eigene Malutensilien, wie selbst gebastelte Tamponagen, oder arbeitet mit dem Spachtel und auch mal mit den Fingern.

Viele dünne Farbschichten

"Durch Übereinanderlagerung entstehen die Farbtöne", erklärt Ulrike Brockmann. "Ganz viele ganz dünne Farbschichten, so dass noch die unteren Schichten durchkommen." Mit dem bloßen Auge kann man manchmal nicht mehr sehen, dass es sich bei den Bildern um mehrere Farbschichten handelt. Aber der Untergrund ist sinnlich zu erfahren. Er ist dann mehr als Energie wahrzunehmen, die bis zur Oberfläche durchkommt. "Die kleinen Arbeiten haben eine Geschichte", sagt Brockmann und zeigt auf Objekte aus Folien. Mit einer Gruppe von Künstlern hat sie in einer Stuhrer Käsefabrik gearbeitet. Dort entdeckte sie die Verpackungsfolien. Die verschiedenfarbige Folie schichtet sie - wie sonst die Acrylfarben - auf Holzblöcken übereinander und lässt so neue Farben entstehen.

Einleitende Worte zur Ausstellung sprach Neurobiologin Sabine Haverkamp. Deutlich wurde dabei, dass Künstlerin und Neurobiologin ganz unterschiedliche Konzepte von Wahrnehmung haben. Für die Neurobiologin gibt es außerhalb des Gehirns, wo alle Vorstellung entstehe, keine Farben. Für sie sind Farben nur unterschiedliche Längen von Licht. "In diesen Bildern und Objekten sehen Sie Farbflächen, nicht mehr und nicht weniger", brachte Sabine Haverkamp Ulrike Brockmanns Kunst auf den Punkt.

Die Ausstellung ist bis zum 10. April im Bremer Medienhaus, Schwachhauser Heerstraße 78, zu sehen. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+