Der Sendesaal wird zur Bühne für facettenreiche italienische Hochkultur / Internationale Interpreten

Feurige Tage für Alte Musik

Radio Bremen. Feurig startet "Musicadia" in die zweite Runde. Die Tage für Alte Musik konzentrieren sich dieses Mal auf den italienischen Stil des frühen 17. Jahrhunderts aus europäischer Sicht. Vom 2. bis zum 6. November gehört der Sendesaal Bremen in der Bürgermeister-Spitta-Allee den Interpreten aus verschiedenen Ländern.
10.10.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weisser

Radio Bremen. Feurig startet "Musicadia" in die zweite Runde. Die Tage für Alte Musik konzentrieren sich dieses Mal auf den italienischen Stil des frühen 17. Jahrhunderts aus europäischer Sicht. Vom 2. bis zum 6. November gehört der Sendesaal Bremen in der Bürgermeister-Spitta-Allee den Interpreten aus verschiedenen Ländern.

2009 kamen englische Klänge aus drei Jahrhunderten zu Gehör - jetzt geht die Musicadia in eine energiegeladene zweite Runde: Es spielen das Ensemble "Il Trionfo del Tempo" aus Belgien, das Ensemble "Il Zefiro" aus Italien, die Bremer Barockorchesterakademie unter der Leitung von Alfredo Bernardini mit Studierenden des Hauses und das Bremer Ensemble "La Ninfea" mit Absolventen und Studierenden der Hochschule für Künste Bremen.

Finanzspritzen für das 40000-Euro-Event erteilte der Senator für Kultur sowie der Hauptsponsor, die Bremer Landesbank.

"Wir wollten einen Gegenpol zu der trüben Musik aus England bilden", erklärt Hille Perl, die mit Renate Wolter-Seevers die gemeinsame Konzertreihe von Radio Bremen, Deutschlandradio Kultur, der Hochschule für Künste und Sendesaal Bremen kuratiert. Doch nicht allein um diesen Gegenpol zur Trübsal geht es der gebürtigen Bremerin, die sich als Interpretin von Stücken der Renaissance und dem Barock europaweit einen Ruf erspielt hat.

Hille Perl will dem Publikum vor Ohren halten, wie facettenreich und in Europa beispiellos an Vielfältigkeit und Klang die musikalische Hochkultur Italiens zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert war. Das Musicadia-Programm erzählt "Von Priestern, Wein und Virtuosen", so der Untertitel der Reihe für Alte Musik.

Den Auftakt der Konzerte macht am Mittwoch, 2. November, 20 Uhr, die Schweizer Sopranistin Ulrike Hofbauer mit dem Nachwuchsensemble "La Ninfea" aus Bremen. Es erklingt Kammermusik des 17. und 18. Jahrhunderts unter dem Titel "Tutta fiamme". Gespielt werden vor allem unbekannte Werke von Antonio Maria und Giovanni Battista Bononcini und anderen. Das Ensemble setzt sich aus preisgekrönten Mitgliedern zusammen und wurde vor drei Jahren zum Deutschen Musikwettbewerb gegründet, wo es bis in die Finalrunde gelangte. Mit dem Konzert im Sendesaal stellt Ulrike Hofbauer ihre neue CD vor.

Am Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, geht es weiter mit dem belgischen Ensemble "Il Trionfo del Tempo". Die Musiker treten mit dem Tenor Jan van Elsacker auf und stellen das Programm "Il Canto d'Orfeo" vor. Die hochbarocken Stücke von Antonio Vivaldi und seinen Zeitgenossen greifen diverse Facetten des Orpheus-Mythos auf. Werke von Marco Uccellini und Giovanni Battista Fontana geben einen Eindruck von den Ursprüngen der italienischen Streicherkultur des frühen 17. Jahrhunderts. Gesangswerke von Sigismondo D'India und Luigi Rossi stehen ebenfalls auf dem Programm.

Unter dem Titel "Concerti grossi - Der italienische Stil aus europäischer Sicht" feiert die Orchesterakademie der Bremer Hochschule für Künste am Freitag, 4. November, 20 Uhr, ihr Abschlusskonzert.

Die Leitung hat Alfredo Bernadini, der 1995 mit dem Classical Award ausgezeichnet wurde. 1989 gründete er zusammen mit den Brüdern Paolo und Alberto Grazzi das Ensemble "Zefiro", das am Sonnabend, 5. November, 20 Uhr, im Sendesaal auftreten wird. Dieses Konzert wird als Höhepunkt der Musicadia gehandelt. Bei der Aufführung in Bremen tritt das bekannte, internationale Ensemble zehnköpfig auf und präsentiert die "Concerti Veneziani" mit Werken von Galuppi, Vivaldi und Albinoni.

Mit dem "Ensemble Neobarock" aus Köln endet das Festival Sonntag, 6. November. Um 18 Uhr beginnt das Konzert "Zwischen Deutschland und Italien" mit Stücken von Marini, Rossi, Muffat und Biber.

Karten sind ab sofort erhältlich. Vorbestellung beim Sendesaal Bremen, Bürgermeister-SpittaAllee 45 unter Telefon 33005767 und online. Ein Festivalpass für alle fünf Konzerte ist im Vorverkauf für 70 Euro erhältlich, ermäßigt 45 Euro. Einzelkarten gibt es zum Preis von 20 Euro, ermäßigt 12 Euro. Informationen unter www.sendesaal-bremen.de.

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