Ausstellung "Phantastisches Afrika" im St.-Joseph-Stift Flair des schwarzen Kontinents

Schwachhausen. Eintauchen in fremde Kulturen und faszinierende Kunstformen - das ist jetzt im St.-Joseph-Stift möglich. Die Ausstellung "Phantastisches Afrika" präsentiert dort bis Anfang September Skulpturen- und Bilderwelten im Flair des schwarzen Kontinents.
04.07.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Kristina Gottschlich

Schwachhausen. Eintauchen in fremde Kulturen und faszinierende Kunstformen - das ist jetzt im St.-Joseph-Stift möglich. Die Ausstellung "Phantastisches Afrika" präsentiert dort bis Anfang September Skulpturen- und Bilderwelten im Flair des schwarzen Kontinents.

Leuchtende Farben, wirbelnde Formen - die Bilder von Kassum Sana bieten auf den ersten Blick keinen Fixpunkt. Erst allmählich erschließen sich einzelne Aspekte der Gemälde. Dafür braucht es Geduld und ein aufmerksames Auge. Doch dann wird der Betrachter belohnt mit einer Fülle faszinierender Details. Da gibt es tropische Vögel aller Art, Landtiere, Fische und Amphibien. Dazwischen immer wieder Figuren, vage menschlich und zugleich an Fabeln sowie Naturreligionen erinnernd. Darüber breitet sich eine wahre Farbflut aus. Das Spektrum reicht von warmen Erd- bis zu frischen Grüntönen, von Silber bis zu Gold.

Mit Filzstiften und Textmarkern

Es ist zunächst kaum zu glauben, dass der aus Ghana stammende Maler seine Werke mit Filzstiften und Textmarkern erschafft. Aber Kassum Sana gelingt dieses Kunststück. Erst vor sieben Jahren entdeckte der frühere Seemann seine Liebe zum Malen. Seitdem hat der im Steintorviertel lebende Künstler mehr als 60 Bilder geschaffen. Ganz wichtig sind ihm dabei Vögel. "Für ihn sind sie ein Symbol der Freiheit", sagt Margarete Müller, die Sana beim Arbeiter-Samariter-Bund kennenlernte. In ihrer Einführung lobt sie die Vielfältigkeit und Fülle seiner Bilder. Nur mit der Präsentation in der Galerie Brunnenhof des St.-Joseph-Stiftes ist sie nicht zufrieden. Die Bilder seien leider gegenüber der großen Fensterfront aufgehängt, und das Licht spiegele sich dermaßen in ihnen, dass die Kunstwerke nur schwer zu betrachten seien.

Dieses Problem haben die anderen Exponate der Ausstellung nicht. Steinskulpturen aus Zimbabwe bilden den zweiten Teil der neuen Ausstellung, und auch sie ziehen den Besucher in ihren Bann. Obwohl kaum einer der Hersteller der Skulpturen eine akademische Ausbildung genossen hat, zeugen die Werke von einer hohen Kunstfertigkeit.

Ob Mensch- oder Tierfiguren - sie alle strahlen Lebendigkeit und Schönheit aus. In den Vitrinen im Brunnenhof und im Erdgeschoss erzählen die Skulpturen von Afrika, seinen Menschen, Tieren und Legenden.

Dabei überraschen die Kunstwerke auch mit der Vielfalt des Materials. Geschaffen aus Serpentingestein, weisen sie ein breites Spektrum an Farben und Oberflächen auf. Manche glänzen wie ein Edelstein, andere wirken rau und fast verwittert. "In Zimbabwe findet man alle Sorten von Serpentingestein, in den unterschiedlichsten Farben und Härtegraden", erklärt Barbara Maes. Es sei sehr selten, dass in einem Land so viele verschiedene Serpentinsorten vorkämen.

Die Kunstliebhaberin gerät richtig ins Schwärmen, wenn sie über die Bildhauer in Zimbabwe spricht. Seit etwa zwölf Jahren unterhält sie Kontakte zu dortigen Künstlern, einmal im Jahr reist sie selbst in das südafrikanische Land. Dabei findet sie immer wieder neue Skulpturen, aber auch Freundschaften sind so bereits entstanden. "Das Wiedersehen mit den Künstlern ist jedes Mal etwas Besonderes", sagt die Sammlerin. Eine Privatreise nach Zimbabwe brachte für sie den Stein ins Rollen. "Ich bin früher schon in Galerien gegangen, und das war auch schön, aber es hat mich nicht gepackt", erinnert sie sich. "Aber als ich das erste Mal diese Skulpturen in Zimbabwe gesehen habe, hat es mich gepackt."

Seitdem hat sie neben ihrer Arbeit in der Erwachsenenbildung alle Hände voll zu tun. Denn der Transport der Skulpturen, so filigran manche auch wirken mögen, ist im wahrsten Sinne des Wortes Schwerstarbeit. Hinzu kommen Formalitäten, die sich in Zimbabwe mitunter jährlich ändern und die Sorge, dass bei den Transporten Stücke zu Bruch gehen könnten. "Inzwischen ist es viel mehr als ein Hobby", sagt Maes: "Es ist eine Passion."

Die Ausstellung "Phantastisches Afrika" ist bis zum September im St.-Joseph-Stift an der Schwachhauser Heerstraße zu sehen.

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