Akondoh Alis aus Togo trägt seine Werke in der Krypta des „Elefanten“ vor In Gedichten spiegeln sich Wut und Verzweiflung

Schwachhausen. Die jüngste Lesung in der Krypta des "Elefanten" stand ganz im Zeichen von Togo, einem Land, das von Unruhen erschüttert wird und in dem Menschen wegen ihrer politischen Einstellung verfolgt werden und flüchten müssen. Auch die beiden togoischen Dichter, deren Texte jetzt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zwiesprache Lyrik" im Antikolonaldenkmal "Elefant" an der Hermann-Böse-Straße zu hören waren, gehören dazu.
14.03.2013, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Wk

Schwachhausen. Die jüngste Lesung in der Krypta des "Elefanten" stand ganz im Zeichen von Togo, einem Land, das von Unruhen erschüttert wird und in dem Menschen wegen ihrer politischen Einstellung verfolgt werden und flüchten müssen. Auch die beiden togoischen Dichter, deren Texte jetzt im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Zwiesprache Lyrik" im Antikolonaldenkmal "Elefant" an der Hermann-Böse-Straße zu hören waren, gehören dazu.

Bassirou Ayéva und Akondoh Ali wurden zwar für die gemeinsame Lesung gewonnen, doch Ayéva konnte nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Zu Beginn verlas die Stadtteil-Koordinatorin für die "Zwiesprache Lyrik"-Veranstaltungen Olivia Douglas aus Schwachhausen einen Brief des verhinderten Autors.

Der Grund für die Situation der beiden Autoren: Ihre Heimat wurde fast 40 Jahre lang von Präsident Gnassingbé Eyadéma diktatorisch regiert. Nach dessen Tod 2005 wurde der Sohn unter Missachtung der Verfassung von der togoischen Armee zum neuen Präsidenten ernannt. Internationaler Druck und Unruhen im Lande führten nicht zur Rückkehr verfassungsgemäßer Zustände. Aufgrund dieser politischen Lage befinden sich mehrere Tausend Flüchtlinge im Ausland, zu denen auch Akondoh Ali und Bassirou Ayéva gehören. Beide seien wegen Regimekritik in Togo mehrmals inhaftiert und gefoltert und mit dem Tod bedroht worden, hätten auf Druck ausreisen können und leben seit Mitte der 90er-Jahre in Bremen im Exil, teilen die Veranstalter der Lesung mit.

Bassirou Ayéva kann zwar nicht nach Togo reisen, er unternimmt aber mit Amnesty International in- und ausländische Reisen, um auf die Lage in seinem Heimatland hinzuweisen und war auch jetzt in dieser Mission unterwegs. Vor diesem Hintergrund beeindruckte die Lesung von Akondoh Ali die Besucher besonders. Die Gedichte haben die Erfahrungen in Togo und im Exil zum Inhalt, sie sind teils wehmütig, teils wütend anklagend und verzweifelt. Akondoh Ali trug seine Gedichte in französischer Sprache vor, die Übersetzung der Lyrik lasen Hartmut Global und Akondoh Alis Tochter Farida. Untermalt wurde die Lesung von der Trommel Jaimal Alis, Bruder des Dichters.

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