Schwachhausen: Grüne Barbara Schneider zur Beiratssprecherin gewählt

Jetzt leiten Frauen den Stadtteil

Schwachhausen. Doppelte Premiere im Beirat Schwachhausen: Die neue Ortsamtsleiterin Karin Mathes (Grüne) leitete ihre erste Sitzung. Außerdem tagte das Stadtteilparlament erstmals in neuer Besetzung und stellte auf der konstituierenden Sitzung die personellen Weichen für die Arbeit in den nächsten vier Jahren. Überraschungen gab es dabei nicht. Neue Beiratssprecherin wurde wie erwartet Barbara Schneider (Grüne), die Ralph Saxe ablöst. Er hatte den Beirat verlassen, weil er in die Bürgerschaft gewählt wurde.
04.07.2011, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Jetzt leiten Frauen den Stadtteil
Von Andreas D. Becker

Schwachhausen. Doppelte Premiere im Beirat Schwachhausen: Die neue Ortsamtsleiterin Karin Mathes (Grüne) leitete ihre erste Sitzung. Außerdem tagte das Stadtteilparlament erstmals in neuer Besetzung und stellte auf der konstituierenden Sitzung die personellen Weichen für die Arbeit in den nächsten vier Jahren. Überraschungen gab es dabei nicht. Neue Beiratssprecherin wurde wie erwartet Barbara Schneider (Grüne), die Ralph Saxe ablöst. Er hatte den Beirat verlassen, weil er in die Bürgerschaft gewählt wurde.

Schneider erhielt zehn von 17 Stimmen. Neben Rot-Grün stimmte auch Wolfgang Schober für die Kandidatin. "Obwohl ich der Meinung bin, dass ich ein guter Beiratssprecher wäre, hätte es wohl keinen Sinn anzutreten", sagte der Linke. Auch Barbara Schneider gab sich selbstbewusst. "Ich habe genügend Erfahrung und traue mir das Amt zu", sagte die 54-Jährige. Die CDU hatte als Gegenkandidaten Ansgar Matuschak aufgestellt, der aber angesichts der Mehrheitsverhältnisse keine echte Chance hatte.

Bei der Wahl des Stellvertreters ging Marcus-André Schlichting von der SPD an den Start. Der 25-Jährige hatte das Amt des Stellvertretenden Beiratssprechers bereits zum Ende der vergangenen Legislaturperiode ausgefüllt. "Ich würde das gerne weitermachen", gab er vor der Wahl bekannt. Die CDU versuchte hier erneut mit Matuschak ihr Glück. Das Ergebnis blieb dasselbe: sieben Stimmen für den Christdemokraten, zehn für Schlichting. Damit ging die CDU als zweitstärkste Fraktion bei der Postenverteilung leer aus.

Einige Neuerungen gibt es bei der Festlegung der Fachausschüsse. Bei einer Gegenstimme von Wolfgang Schober einigte sich der Beirat auf fünf Ausschüsse, die jeweils mit drei Grünen und je zwei Mitgliedern von CDU und SPD besetzt wurden. Linke und FDP sind nicht stimmberechtigt als beratende Mitglieder dabei. Schober kritisierte, dass die Anzahl der Ausschüsse abgenommen habe. Ansgar Matuschak (CDU) argumentierte dagegen. Die Anzahl sei gleichgeblieben, nur der inhaltliche Zuschnitt habe sich verändert. Im Übrigen könne der Beirat die Fachausschüsse jederzeit ändern. Auch Stefan Pastoor (SPD) verteidigte die aktuelle Regelung. "Wir können immer zusätzlich projektbezogene Ausschüsse bilden, die für begrenzte Zeit arbeiten. Das ist sowieso effektiver."

Der Fachausschuss Koordinierung, Haushalt und Prävention besteht aus: Barbara Schneider, Peter Meyer und Hans-Peter Weigel (Grüne); Imke Kuhmann und Gerhard Scherer (CDU); Stefan Pastoor sowie Marcus-André Schlichting (SPD). Für die FDP ist Christophe David und für die Linke Wolfgang Schober dabei. Der Ausschuss für Bildung, Soziales und Sport wird besetzt durch: Jan Brockmann und Ingeborg Mehser (SPD); Imke Kuhmann und Bernd Wundersee (CDU) sowie Vera Helling, Cordelia Holmes und Jutta Schumann-Hapke (Grüne). Dazu kommen Christophe David (FDP) und Michael Bahlmann (Linke).

In den Ausschuss für Bau, Stadtentwicklung und Umwelt sind gewählt: Ansgar Matuschak und Gerhard Scherer (CDU); Dietrich Heck, Vera Helling und Sven Meyer (Grüne) sowie Cristian Carstens und Stefan Pastoor (SPD). Beratende Mitglieder sind Jiri Kostka (FDP) und Michael Bahlmann (Linke). Dem Verkehrsausschuss gehören an: Cordelia Holmes, Barbara Schneider und Hans-Peter Weigel (Grüne); Ulrich Große Herzbruch und Ansgar Matuschak (CDU) sowie Jens Görtz und Marcus-André Schlichting (SPD). Dazu kommen Jiri Kostka und Wolfgang Schober.

Der Ausschuss für Kultur und Jugend besteht aus: Peggy Rosenbauer und Thea Marin (CDU); Gudrun Eickelberg, York Golinski und Björn Hallmann (Grüne) sowie Christian Carstens und Gerhard Rohde (SPD). Nicht stimmberechtigt sind Mario Hasselmann (FDP) und Christian Wechselbaum (Linke).

In die Seniorenvertretung wurde jetzt zunächst nur Thea Marin (CDU) gewählt; die Kandidaten von SPD und Grünen werden nachnominiert. Als neues Beiratsmitglied hat sich Thea Marin neben der Arbeit für die Interessen von Senioren die Bereiche Kultur und Jugend vorgenommen. "Barrierefreiheit im weitesten Sinne ist ein wichtiges Thema, etwa bei öffentlichen Verkehrsmitteln", so die 72-Jährige. Junge Leute und Senioren hätten viele Gemeinsamkeiten, die gelte es zu betonen.

Für die Grünen-Fraktion sind gleich vier neue Gesichter dabei. Gudrun Eickelbaum (55) arbeitet als Künstlerin und will sich für vernetzte Kulturprojekte im Stadtteil einsetzen. Wichtig ist für sie auch, "den Jugendbeirat wieder in die Spur zu bringen." York Golinski konnte wegen eines Termins nicht an der Sitzung teilnehmen. Vera Helling (52) ist als Supervisorin tätig. Ihre Schwerpunkte sind Bildung und Soziales, wo sie sich für die Förderung der Schulen und den Ausbau von Kindergartenplätzen engagieren will. Dietrich "Hucky" Heck (60) ist selbstständig und sieht seine Interessen im Bereich Verkehr und Bau. "Wo genau meine Schwerpunkte liegen, muss ich erst sehen, da ich noch nicht lange im Stadtteil wohne", sagt der Neu-Schwachhauser.

Die FDP vertritt Christophe David (38, Sozialversicherungsfachangestellter) im Beirat. Für mehr Kita-Betreuung will er arbeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf voranbringen. "In Schwachhausen gibt es viele Single-Haushalte und Alleinerziehende", argumentiert er.

Christian Carstens (48, Rechtsanwalt) sitzt für die SPD am Beiratstisch. Neben dem Ausbau der Kinderbetreuung strebt er mehr Fahrradwege und Barrierefreiheit an.

"Bewegung ist etwas Schönes", ist Bernd Wundersee (61, Ingenieur) von der CDU überzeugt. Dafür will er junge Leute begeistern. Außerdem meint er, dass die Waldorfschule Touler Straße im Stadtteil mehr Unterstützung verdient hat. "Dort ist ein Riesenengagement vorhanden."

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