Hansewasser sperrt Fahrbahn

Kanalarbeiten in der Buchenstraße erschweren Zugang zu Häusern

Anwohner der Buchenstraße können seit einigen Tagen nicht mehr „mal eben“ über die Straßen gehen. Im Zuge einer Kanalsanierung hat die Hansewasser GmbH den gesamten Gehweg zur Fahrbahn hin abgesperrt.
11.01.2020, 18:03
Lesedauer: 3 Min
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Von Maren Brandstätter
Kanalarbeiten in der Buchenstraße erschweren Zugang zu Häusern

Während der Kanalsanierung soll dann zwischen den Absperrbaken das Abwasser durch eine Rohrleitung umgeleitet werden.

Petra Stubbe

Anwohner der Buchenstraße können seit einigen Tagen nicht mehr „mal eben“ über die Straßen gehen – zumindest nicht, wenn sie auf der nördlichen Seite wohnen. Im Zuge einer Kanalsanierung hat die Hansewasser GmbH hier den gesamten Gehweg zur Fahrbahn hin abgesperrt. Und das gleich doppelt. Bis der Kanal unter der Straße komplett saniert ist, soll das Abwasser zwischen den Absperrbaken durch eine provisorische Rohrleitung von rund 30 Zentimetern Durchmesser umgeleitet werden. Auf halber Höhe ist die Buchenstraße zudem für den Durchgangsverkehr gesperrt, denn hier befindet sich die Baugrube. Von dort aus wird der Kanal in den kommenden drei Monaten saniert. Autos dürfen bis zur Baustelle passieren, auf der Straße parken dürfen sie tagsüber nicht.

Hansewasser hatte Behinderungen angekündigt

Dass mit der Kanalsanierung gewisse Unannehmlichkeiten auf die Anwohner zukommen würden, hatte Hansewasser ihnen bereits im vergangenen Herbst in einem Info-Schreiben angekündigt. „Unannehmlichkeiten ist meiner Ansicht nach das falsche Wort für diese Art der Sperrung – das ist eine absolute Zumutung“, kritisiert Anwohner Detlef Schädlich. Eine Getränkekiste nach Hause zu schaffen, gerate angesichts der Sperrung für viele Anwohner zum Kraftakt. Da nütze es auch nichts, dass in der Straße zwischen 17 und 7 Uhr am gegenüberliegenden Fahrbahnrand geparkt werden dürfe. Wenn man im mittleren Abschnitt der etwa 300 Meter langen Buchenstraße wohne, könne man seine Einkäufe im Grunde nur mit dem Bollerwagen nach Hause schaffen, sagt Schädlich. „In unserer Straße leben aber viele Senioren, denen das nicht zuzumuten ist“, betont er. Für Paketboten stelle sich die Situation ähnlich problematisch dar. Der Gehweg werde seit der Absperrung zudem vermehrt von Radfahrern genutzt, die nicht mehr über die Fahrbahn an ihre Häuser kämen. „Dafür sind die Gehwege hier aber viel zu schmal“, sagt Schädlich. Entsprechend riskante Szenen spielten sich daher mitunter zwischen Fußgängern und Radfahrern ab.

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Auch Uwe Schneider zeigt sich verwundert über die Absperrmaßnahme. Zwar gehöre er zu den glücklichen Anwohnern auf der Südseite, das Dilemma sei aber unübersehbar. „Das Einfachste wäre sicherlich gewesen, in einigen Abständen Lücken in der Absperrung zu lassen, damit die Anwohner nicht ganz außen herum laufen müssen“, sagt er. So sieht es auch Schädlich. „Wenn alle 50 bis 80 Meter eine Überbrückung über die Rohrleitung zwischen die Absperrungen gesetzt werden würde, wäre das schon eine enorme Verbesserung der Situation“, findet er.

Buchenstraße ist Fahrradstraße

Diesem Lösungsansatz erteilt Hansewasser auf Nachfrage allerdings eine Absage. Man habe diese Idee bei einem gemeinsamen Ortstermin mit der Polizei ausführlich erörtert, berichtet Arne Schmüser, leitender Ingenieur. „Die Polizei sieht in einer Überbrückung aber ein erhebliches Sicherheitsrisiko, da die Fußgänger nach der Überquerung unmittelbar auf der Fahrbahn stehen würden“, begründet er die Entscheidung. „Sicherheit steht für uns an erster Stelle, deshalb können wir einer solchen Lösung nicht zustimmen“, betont er.

Detlef Schädlich kann die Argumentation von Hansewasser nicht nachvollziehen. „Es herrscht wegen der Vollsperrung doch kaum Verkehr in der Straße“, sagt er. „Ich verstehe nicht, worin die Gefährdung bestehen soll.“ Laut Hansewasser-Sprecher Oliver Ladeur geht die Gefahr sowohl von Baustellenfahrzeugen aus, als auch von Anwohner-Fahrzeugen und Radfahrern. Als Fahrradstraße sei die Buchenstraße schließlich sehr frequentiert. „Für die Baufirma sind das unter den aktuellen Gegebenheiten schon erhöhte Sicherheitsanforderungen“, so Ladeur.

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Der Kanal in der Buchenstraße, im Fachjargon Sammler genannt, stammt aus dem Jahr 1904 und weist laut Hansewasser auf der gesamten Länge der Straße altersbedingte Schäden auf. Daher soll der ein Meter breite und 1,50 Meter hohe Sammler bis Anfang April in geschlossener Bauweise durch das Einsetzen von Kurzrohren saniert werden. Die öffentlichen Anschlussleitungen bis zu den Grundstücksgrenzen sind bereits durch sogenannte Schlauchliner renoviert worden.

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