Verkehr Kritik an Radweg der Kurfürstenallee

Bremen. Axel Behme von der Verkehrswacht Bremen schlägt Alarm: Der „desolate Zustand“ des Radwegs entlang der Kurfürstenallee ist ihm schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Jetzt müsse endlich etwas passieren. „Die Oberfläche ist dramatisch schlecht“, beklagt er.
07.01.2010, 21:21
Lesedauer: 2 Min
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Kritik an Radweg der Kurfürstenallee
Von Andreas D. Becker

Bremen. Axel Behme von der Verkehrswacht Bremen schlägt Alarm: Der „desolate Zustand“ des Radwegs entlang der Kurfürstenallee ist ihm schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Jetzt müsse endlich etwas passieren. „Die Oberfläche ist dramatisch schlecht“, beklagt er. Besonders der Abschnitt zwischen der Bürgermeister-Spitta-Allee und der Kirchbachstraße sei schlecht befahrbar und eine Gefahr für die Zweiradfahrer, warnt Behme. Wacklige Steine, Kanaldeckel, die über das Niveau der Oberfläche hinausragen, und andere Schäden machen den Weg aus seiner Sicht zu einem „Hindernisparcours“.

Und mit dieser Ansicht steht er nicht alleine da. Auch Ortsamtsleiter Werner Mühl kennt die Problematik aus eigener Erfahrung. „Die Radwege sind auf Schwachhauser Gebiet in beide Richtungen in einem katastrophalen Zustand. Ich fahre dort selbst oft und ärgere mich jedes Mal darüber“, schimpft Mühl. Aus seiner Sicht sei der Radweg nicht mehr reparabel. „Der muss komplett neu gemacht werden.

Solche Hauptstrecken müssen gut ausgestattet sein“, fordert der Ortsamtsleiter. Der Beirat Schwachhausen habe sich zwar mehrfach mit dem Thema befasst und Abhilfe angemahnt. Ein greifbares Ergebnis habe es jedoch nicht gegeben. „Die Stadt Bremen hat kein Geld für eine grundlegende Sanierung“, so Mühl. Dies wird sich wohl in absehbarer Zeit auch nicht ändern. „Zurzeit haben wir an der Kurfürstenallee keine Sanierung geplant“, gibt Ali Erkün vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) Auskunft.

Der schlechte Zustand sei dem ASV zwar bekannt, momentan könnten die Schäden aber nur punktuell repariert werden. „Wo die Wurzeln der Bäume die Steine hochdrücken, nehmen wir das Pflaster weg und ersetzen es rund um die Kronen mit Mineralgemisch“, erklärt Erkün die Maßnahmen. In der Richard-Boljahn-Allee sei der Radweg zwar 2009 asphaltiert worden, eine vergleichbare Maßnahme in der Kurfürstenallee ist jedoch zurzeit nicht vorgesehen. „Wir haben schlicht das Geld nicht“, begründet Ali Erkün die Haltung der Behörde.

Der Sanierungsetat sei zwar erhöht worden, die Mittel müssten jedoch auf die zehn Erhaltungsbezirke aufgeteilt werden. „Wir schieben einen Sanierungsstau von etwa 90 Millionen Euro vor uns her“, so Erkün. Deshalb sei es nur möglich, die gröbsten Gefahrenstellen zu beseitigen – dies allerdings so schnell wie möglich. Laut Wilhelm Hamburger vom Senator für Umwelt, Verkehr, Bau und Europa fällt der Sanierungsetat für 2009 und 2010 zwar mit 1,2 Millionen Euro deutlich größer aus als früher.

Auf der anderen Seite habe sich über viele Jahre großer Bedarf aufgebaut. Das Problem der Kurfürstenallee: Aus Sicht der Behörde handele es sich nicht um eine Hauptroute. Und nur solche würden vorrangig saniert. „Der ADFC wollte Hauptrouten haben, die abseits der Hauptverkehrswege für den Autoverkehr liegen“, sagt Hamburger, der auch die Arbeitsgemeinschaft Rad leitet. Axel Behme weiß um die Finanzprobleme der Stadt. Aus ihrer Verantwortung will er sie jedoch nicht entlassen. „Radfahrer haben rechtlich die gleichen Ansprüche auf eine gute Wegeführung wie der Autoverkehr“, betont der Polizist.

Dass der Senator für Umwelt und Verkehr den Radverkehr stärke, sei gut und richtig. Allerdings müsse auch die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. „Wenn man die Benutzung des Radwegs vorschreibt, wie es auf der Kurfürstenallee der Fall ist, muss man auch sicherstellen, dass ein 89-Jähriger ihn gefahrlos nutzen kann“. Nur Warnschilder aufzustellen, reiche langfristig nicht aus. Behme: „Wir haben jetzt schon einen Radfahreranteil von bis zu 25 Prozent am Gesamtverkehr in Bremen und müssen alleine wegen der steigenden Benzinkosten mit einer weiteren Zunahme rechnen“.

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