Protest gegen Abrisspläne

Mahnwache für das Medienhaus in Schwachhausen

Mit dem beschlossenen Abriss des Medienhauses an der Schwachhauser Heerstraße will sich eine Bürgerinitiative nicht abfinden. Die Forderung: der Wert des Altbaus soll noch einmal geprüft werden.
28.08.2019, 15:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus

„Wir wollen, dass die Substanz erhalten bleibt“, sagt Sabine Mühl von der Bürgerinitiative zur Erhaltung des ­Medienhauses an der Schwachhauser Heerstraße. „Wir finden es auch aus einem kunsthistorischen Aspekt schade, dass das Gebäude abgerissen wird.“ Um ihren Forderungen und ihrer Enttäuschung Ausdruck zu verleihen, haben sich rund 30 Menschen vor dem ­Medienhaus zu einer Mahnwache versammelt.

1200 Unterschriften online

Und nicht nur diese 30 Menschen, auch viele weitere Personen sind für den Erhalt des 1911 erbauten Hauses: Über 1200 Unterschriften hat die Initiative bereits online gesammelt, mehr als 150 Menschen haben auf einer Unterschriftenliste unterschrieben. „Es formiert sich immer mehr Unmut und Protest. Das Unverständnis wird größer“, sagt Mühl. Auch Beirat und Bauamt seien für den Erhalt, zudem habe sich Eberhard Syring vom Zentrum für Baukultur geäußert: „Er unterstützt uns mit der Aussage, dass das Haus ein Einzelfall für Bremen darstellt und ein einzigartiges Beispiel für Palladianismus.“ Der 1508 geborene italienische Architekt Andrea Palladio entwickelte einen Baustil, der antike Gestaltungselemente wie etwa Säulen aufgriff und besonders im 17. Jahrhundert beliebt war. „Es ist für uns unverständlich, dass dieses einzigartige Gebäude vom Landesdenkmalamt nicht ausreichend gewürdigt wird“, findet sie. Mit dieser Protestaktion vor dem Medienhaus solle an die Ämter appelliert werden, die Lage neu zu bewerten.

Städtebaulicher Aspekt wichtig

Vor allem der städtebauliche Aspekt ist nach Ansicht der Initiativensprecherin wichtig beim Denkmalschutz. „Dieser Aspekt ist sehr wesentlich. Es wird derzeit viel abgerissen, auch und gerade in Schwachhausen.“ Das Argument des Landesdenkmalpflegers von 2001, dass im Inneren des Hauses so viel umgebaut worden sei, dass der Denkmalschutz nicht mehr zum Tragen komme, kann Sabine Mühl nicht nachvollziehen: „Das Theater am Goetheplatz zum Beispiel ist oft im Inneren umgebaut worden und es steht trotzdem unter Denkmalschutz.“ Und wie das Goethetheater mit seinen prägnanten Säulen ist auch das Medienhaus ein Werk des Bremer Architekten August Abbehusen. „Wir wollen, dass alte Bausubstanz erhalten bleibt und nicht, dass Investoren dort einen Klotz hinsetzen, um Kasse zu machen“, sagt Sabine Mühl. „Wir senden einfach nur Appelle an die Ämter aus und an den Investor, das nochmal zu überdenken.“

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