Beirat Schwachhausen fordert freien Zugang zum Postbank-Service in der H.-H.-Meier-Allee rund um die Uhr

Nach Sprengversuchen wird Geldautomat abends abgeriegelt

Schwachhausen. Für den Beirat Schwachhausen ist es eine deutliche Verschlechterung der Leistungen, für die Deutsche Post eine angemessene Reaktion auf zwei Straftaten. Seit dem Sommer ist der Geldautomat der Postbank in der H.-H.-Meier-Allee nur noch während der Öffnungszeiten der Postpartnerfiliale zugänglich. Dies ist besonders Hans-Peter Weigel von den Grünen ein Dorn im Auge.
02.12.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Nach Sprengversuchen wird Geldautomat abends abgeriegelt
Von Andreas D. Becker

Schwachhausen. Für den Beirat Schwachhausen ist es eine deutliche Verschlechterung der Leistungen, für die Deutsche Post eine angemessene Reaktion auf zwei Straftaten. Seit dem Sommer ist der Geldautomat der Postbank in der H.-H.-Meier-Allee nur noch während der Öffnungszeiten der Postpartnerfiliale zugänglich. Dies ist besonders Hans-Peter Weigel von den Grünen ein Dorn im Auge.

Dies geht ihm nicht alleine so. Einstimmig hat der Beirat auf seiner jüngsten Sitzung die Post aufgefordert, den Geldautomaten künftig auch wieder außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich zu machen. "Der Service hat sich dadurch deutlich verschlechtert. Den Automaten braucht man praktisch nicht mehr, da man während der Geschäftszeiten auch am Schalter Geld holen kann", argumentiert Weigel. Grund für die Absperrung des Geräts während der Abend- und Nachtstunden waren zwei Anschläge, um den Automaten zu sprengen.

Zuletzt versuchten unbekannte Täter im vergangenen Juni, durch eine Gasexplosion an die Bargeldbestände zu kommen - allerdings vergeblich. Stephan Siekmann, Regionaler Politikbeauftragter der Post, begründete die beschränkten Öffnungszeiten gegenüber dem Beirat auch mit der Verantwortung der Post gegenüber dem Betreiber. "Das ist innerhalb einer Woche passiert. Wir hatten eine besondere Situation und mussten reagieren", sagte er. Der Post sei dadurch ein finanzieller Schaden entstanden, aber auch die Belange der Nachbarn hätten berücksichtigt werden müssen. Die Maßnahme gelte zunächst für eine Übergangszeit, die Post werde die Auswirkungen im Blick behalten. Die jüngsten Zahlen belegten jedenfalls, dass die Kunden der Partnerfiliale treu geblieben seien.

Dies wollte Weigel jedoch nicht als Argument gelten lassen. In der näheren Umgebung gebe es keine Alternative. Auch Beiratssprecher Ralph Saxe (Grüne) kritisierte, dass die Post ihr Versprechen nicht eingehalten habe, den Service-Standard zu erhalten. "Jetzt müssen wir mühsam auf Sie zukommen", hielt er Stephan Siekmann vor.

Günther Hübner, Betreiber der Partnerfiliale Post und Präsente, schilderte, was für ein Schock die Sprengstoffanschläge gewesen seien - auch für die Hausbewohner. "Das Geschäft ist unsere Existenz. Gegen solche Anschläge können wir es anders nicht absichern", gab er zu bedenken.

Laut Postsprecher Jens-Uwe Hogardt haftet die Postbank zwar für Schäden am Bankautomaten. Für Schäden an den Geschäftsräumen muss der Pächter aufkommen. "Dass der Beirat unsere Maßnahmen nicht nachvollziehen kann, verwundert mich", so Hogardt.

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