Gleiserneuerung der Linie 4 Neue Schienen in neun Wochen

Schwachhausen. In wenigen Wochen wird ein Teil der Schwachhauser Heerstraße zur Großbaustelle: Die Bremer Straßenbahn AG erneuert die Straßenbahngleise der Linie 4.
26.05.2013, 05:00
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Von Sheila Schönbeck

Schwachhausen.In wenigen Wochen wird ein Teil der Schwachhauser Heerstraße zur Großbaustelle: Die Bremer Straßenbahn AG erneuert die Straßenbahngleise der Linie 4. Damit von Anfang an alles glatt läuft, haben Mitarbeiter den Beirat Schwachhausen über die anstehenden Arbeiten und Umleitungen informiert.

Selten sind zu einem Tagesordnungspunkt einer Beiratssitzung so viele Gastredner anwesend wie bei der jüngsten Sitzung in Schwachhausen, als die Gleisersatzbaumaßnahme der Linie 4 vorgestellt wurde. Fünf Mitarbeiter der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) sowie ein Vertreter von Hansewasser und vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV) kamen in die Aula der Schule Freiligrathstraße, um über die einzelnen Bauabschnitte auf der Schwachhauser Heerstraße zu informieren. Denn Startschwierigkeiten wie im vergangenen Jahr beim Baubeginn in der Hartwigstraße wollten der Beirat wie auch die Bauherren dieses Mal vermeiden.

Die Arbeiten zwischen der Kirchbachstraße und Horner Heerstraße beginnen in zwei Wochen. Dann werden zunächst die Gleise freigelegt. Vom 10. Juni bis 17. Juli ist die Schwachhauser Heerstraße daher in stadtauswärtiger Richtung für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ab dem 18. Juli bis 31. August betrifft das die Fahrspur stadteinwärts. An drei Abschnitten wird teilweise parallel gearbeitet.

"Wir beginnen den ersten Bauabschnitt zwischen Friedhofstraße und ,Unter den Eichen’. Der Straßenbahnbetrieb läuft in dieser Zeit noch regulär", erklärte Heiko Schulze von der BSAG-Bauüberwachung. Im zweiten Bauabschnitt folgt der Bereich von Unter den Eichen bis Marcusallee.

Mit Beginn der Sommerferien am 27. Juni wird an den Gleisen, den Fahrbahnen und den Nebenanlagen gearbeitet werden. Dann sollen Busse der Linie 4E eingesetzt werden. Diese fahren im dichten Takt bis zum 17. Juli von der Domsheide über die Kurfürstenallee nach Borgfeld und von dort über die Schwachhauser Heerstraße zur Domsheide. Im Anschluss verkehrt die Linie 4E bis zum 11. August über die Schwachhauser Heerstraße nach Borgfeld und wird stadteinwärts über die Kurfürstenallee zur Domsheide umgeleitet. "Die Straßenbahnlinie 4 und der Ersatzbus 4E werden sich zwischen Hauptbahnhof und Domsheide überlappen. Die Straßenbahn fährt von Arsten über den Hauptbahnhof weiter zum Bürgerpark", erklärte BSAG-Verkehrsplaner Martin Nussbaum.

Der Wechsel der Sperrung auf die stadteinwärtige Seite der Schwachhauser Heerstraße ist an den Umbau der Kreuzung Kirchbachstraße/Schwachhauser Ring gekoppelt und an dem verlängerten Wochenende vom 19. bis 22. Juli geplant. Bereits ab dem 18. Juli wird daher das Linksabbiegen von der Schwachhauser Heerstraße auf den Schwachhauser Ring nicht mehr möglich sein. Und von der Kirchbachstraße kann dann nur rechts über die Kleine Kirchbachstraße in die Schwachhauser Heerstraße stadtauswärts gefahren werden.

Nach den Sommerferien wird die Straßenbahn wieder den regulären Betrieb aufnehmen können. Dann saniert das Amt für Straßen und Verkehr in zwei Bauabschnitten bis zum 26. August die Kreuzung der Heerstraße mit der Marcusallee. "Wir sortieren den Knotenpunkt ein wenig um. Am Ende wird die Leistungsfähigkeit erhöht", versprach ASV-Vertreter Christian Möhl. Zwischen Bürgermeister-Spitta-Allee und Marcusallee werde ein zusätzlicher Fahrstreifen angelegt, erklärte er. Radfahrer würden künftig von der Marcusallee über die Fahrbahn auf die Schwachhauser Heerstraße geführt. Das bedeutet nicht nur eine Verbesserung im Kreuzungsbereich. Die Pflasterung der Haltestellen Friedhofstraße, Focke Museum und Bürgermeister-Spitta-Allee soll zudem barrierefrei mit weißem Leitsystem angelegt werden. Barrierefreie Übergänge sind ferner in Höhe Heinrich-Heine-Straße und Emmastraße/Buchenstraße vorgesehen. Letzterer bekommt auch eine Ampel für Radfahrer.

Dietrich Heck (Grüne) fragte nach, wo während der Baustellenzeit die Verkehre im Stadtteil fließen werden. Uwe Wagschal, Infrastrukturplaner der BSAG, versicherte, es werde niemand durch die Wohnstraßen gelenkt. "Die ersten Ergebnisse der Vorwegweisung werden wir in etwa zwei Wochen haben. Die können wir dann gerne vorstellen", sagte Wagschal.

Ein Anwohner erhob den Vorwurf eines Planungsfehlers: "Es ist nicht richtig, dass die Schwachhauser Heerstraße schon vor den Sommerferien gesperrt wird. Das hätte durch längere Arbeitszeiten in den Ferien vermieden werden können." Dem widersprach Lars Jensen, Centerleiter Infrastruktur bei der BSAG. "Die Bauzeit für diese Maßnahme ist schon sportlich. Weniger war nicht möglich. Es ist ein guter Kompromiss." Die BSAG erntete sogar Lob für die Vorarbeit – von Stefan Pastoor (SPD).

Die Gleisbauarbeiten sind nach Angaben der BSAG überfällig, weil die alten Schienen bereits 15 bis 17 Jahre alt seien und die Strecke der Linie 4 stark genutzt werde. Außerdem werde durch neue Wohngebiete mit einer verstärkten Nachfrage gerechnet. Auf den neuen Schienen sollen ab 12. August auch die breiteren Straßenbahnen mit über 100 Sitzplätzen fahren.

Ein Infostand ist ab Montag, 27. Mai, am Focke-Museum aufgebaut. Dort gibt Helmut Pflugrath montags von 14.30 bis 16.30 Uhr, dienstags von 10 bis 14 Uhr und donnerstags von 11 bis 13.30 Uhr Auskünfte. Außerhalb dieser Sprechstunden ist er unter Telefon 55967077 zu erreichen.

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