Schwachhausen bekommt drei zeitlich begrenzte Spielstraßen

Schwachhausen. An das Pilotprojekt Spielleitplanung, das inzwischen abgeschlossen ist, schließt sich in Schwachhausen ein interessanter neuer Modellversuch an: Künftig soll es im Stadtteil "temporäre Spielstraßen" geben. Das ist ein Novum in der Hansestadt. Dabei werden bestimmte Wohnstraßen regelmäßig an einem Wochentag von 15 bis 19 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. In Frankfurt am Main wurde dieses Modell bereits erfolgreich getestet.
02.05.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Schwachhausen bekommt drei zeitlich begrenzte Spielstraßen
Von Detlev Scheil

Schwachhausen. An das Pilotprojekt Spielleitplanung, das inzwischen abgeschlossen ist, schließt sich in Schwachhausen ein interessanter neuer Modellversuch an: Künftig soll es im Stadtteil "temporäre Spielstraßen" geben. Das ist ein Novum in der Hansestadt. Dabei werden bestimmte Wohnstraßen regelmäßig an einem Wochentag von 15 bis 19 Uhr für den Autoverkehr gesperrt. In Frankfurt am Main wurde dieses Modell bereits erfolgreich getestet.

"Als zweite Stadt nach Frankfurt wollen wir in Bremen mit zunächst drei Straßen im Stadtteil Schwachhausen beginnen. Interessierte Anwohner von Straßen, die als temporäre Spielstraßen infrage kommen, sollten möglichst bald mit uns Kontakt aufnehmen", sagt Tamara Duffner-Hüls vom Amt für soziale Dienste. Die Aktion solle möglichst schon in den Monaten August und September starten.

Der Hintergrund: In den Schwachhauser Wohngebieten wird immer wieder die Einrichtung von Spielstraßen gefordert. Das scheitert aber fast immer an den hohen Umbaukosten und ist im Grunde nur noch dann zu verwirklichen, wenn die entsprechenden Straßen wegen Kanalbaumaßnahmen sowieso umgebaut werden.

"Temporäre Spielstraßen sind eine Alternative, die den Schutz der spielenden Kinder ermöglichen und kostengünstig sind", sagt Beiratssprecher Ralph Saxe (Grüne), der seit Längerem engagiert auf der Suche nach Möglichkeiten ist, Kindern mehr Spielräume im eng bebauten Schwachhausen zu verschaffen. Wenn die Kinder heutzutage wegen des Autoverkehrs schon nicht in allen Straßen spielen könnten, dann sollten sie dies wenigstens an bestimmten Tagen in einigen Straßen tun können, meint er.

Grundvoraussetzung sei, dass die betroffenen Anwohner die Einrichtung einer temporären Spielstraße unterstützen. Die Zeiträume der Straßensperrung könnten selbstverständlich erst nach einer gründlichen Diskussion mit den Anwohnern und dem Beirat Schwachhausen festgesetzt werden, so Saxe. Um den Aufwand für eine temporäre Sperrung möglichst gering zu halten, kämen in erster Linie Einbahnstraßen infrage.

Temporäre Spielstraßen werden für die Zeit der Sperrung für Sport und Spiel freigegeben, also zum Beispiel für Ballspiele, Federball oder Skateboard-Fahren. Die Parkplätze müssten dann freigehalten werden. "Alternativ zum völligen Parkverbot könnten für den Spielzeitraum auch verschiedene Parkregelungen angeordnet werden", erläutert Saxe. Der Verein Spiellandschaft Stadt sei bereit, das Modellprojekt zu begleiten. Er würde Spielgeräte und Betreuungspersonal zur Verfügung stellen.

"Das Amt für Straßen und Verkehr ist nach einem konstruktiven Diskurs einverstanden. Das Projekt passt wunderbar zu den vielfältigen Initiativen des Beirates für Kinder und Jugendliche", betont Beiratssprecher Saxe. Auf der Beiratssitzung am 12. Mai ab 19.30 Uhr in der Schule Freiligrathstraße wird voraussichtlich die Projektbetreuerin Joana Morgenrot das Konzept für die temporären Spielstraßen vorstellen.

Anwohner können ihre Vorschläge für die Einrichtung temporärer Spielstraßen in Schwachhausen bei Tamara Duffner-Hüls, Telefon 36119767, oder beim Ortsamt Schwachhausen/Vahr, Telefon 3613063, einreichen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+