Öffentliches Grün in Schwachhausen

Die Straßenbäume überwiegen

Wie ist es um das öffentliche Grün im Stadtteil bestellt? Auf diese Frage versuchte der Schwachhauser Umweltausschuss eine Antwort zu finden und informierte sich beim Bremer Umweltbetrieb.
14.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maren Brandstätter

40 Straßenbäume sollen im kommenden Frühjahr in Schwachhausen nachgepflanzt werden. 70 weitere wird der Bremer Umweltbetrieb (UBB) im Herbst im gesamten Bezirk 2 nachpflanzen – zu dem zählen neben Schwachhausen auch Horn-Lehe, Oberneuland, Borgfeld und die Vahr. Die Herbstaktion sei im Rahmen des vom Senat beschlossenen Projekts „1000 Bäume für Bremen“ geplant, berichtete UBB-Mitarbeiter Rolf Fülberth jetzt im Schwachhauser Fachausschuss für Umwelt und Klimaschutz. Der hatte den Referatsleiter eingeladen, um sich einen Überblick über den Zustand und die Pflege des öffentlichen Grüns im Stadtteil zu verschaffen.

Das öffentliche Grün in Schwachhausen besteht laut Fülberth überwiegend aus Straßenbäumen und weniger aus Grünanlagen – zumindest was die Zuständigkeit des UBB betreffe. Dessen „Sorgenbäume“ seien aktuell vor allem die Birke, die Rosskastanie und die schwedische Mehlbeere, berichtete er. Die Birke leide immens unter der Trockenheit, die Rosskastanie unter dem Bakterium Pseudomonas und die Mehlbeere unter dem zottigen Schillerporling, einem Baumpilz. Neben diesen drei Faktoren sei einer der Hauptfällgründe in Schwachhausen der Konkurrenzdruck, den sich die Bäume untereinander machten.

Da sich viele der Bäume an Straßen und in Grünanlagen perspektivisch als ungeeignet herausgestellt hätten, werde derzeit deutschlandweit zu sogenannten Zukunftsbäumen geforscht, berichtete Fülberth. Mögliche Alternativen seien nach derzeitigem Kenntnisstand zum Beispiel die Felsenbirne oder chinesische Wildbirne, der Amber- und der Eisenholzbaum sowie die Ochsenbuche. Die spannende Frage sei dabei, wie die heimische Tierwelt diese eher exotischen Bäume annimmt, erklärte der Referatsleiter. Michael Fillié (CDU) erkundigte sich bei Fülberth in diesem Zusammenhang nach Möglichkeiten des UBB, eine Fibel für private Bremer Grundstücksbesitzer herauszugeben, in der zur Nachpflanzung geeignete Bäume aufgeführt seien. Fülberth erklärte, er werde die Anregung zwar mitnehmen, in erster Linie seien bei diesen Fragen aber Baumschulen oder auch das Internet die richtigen Adressen.

Auf Nachfrage von Beiratssprecherin Gudrun Eickelberg (Grüne), weshalb nicht mehr Bügel zum Schutz von Straßenbäumen eingesetzt würden, erklärte der UBB-Mitarbeiter, dass deren Installation nicht immer unproblematisch sei. Die Beete seien – außer bei jungen Exemplaren – oft bereits sehr stark von den Bäumen durchwurzelt. Hier Bügel zu installieren sei somit nicht ungefährlich für die Bäume.

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